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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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I

^önnoöcr. 199

bte Umwanblung beS Sluguftinerflofterg in eine ©cf) ule längft erfolgt unb an anberenDrten bie Deformation auch in biefer (Bejahung längft oottjogen war.

(Einen äijntidjen ®ang naf)in bie Deformation in §ilbe§f)eim. ®ie (Bürger ber©tabt, in ihrem 9Serfel)re mit (Braunfdjweig, wo ber »on SBittenberg berufene 23ugen=bagen fd)on 1528 burd) eine S'ird)enorbnung ben Sßünfdjen (Befriebigung gefdjafftbatte, angeregt, »erlangten laut (Beseitigung beg tobten Keremonienbienftes unb (ßrebigtbeg Koangeliumg, bie jablreidjen geiftlicben Korporationen unb ber Datb ber ©tobtwiberftrebten unb bebrängten bie Sutberifdjen in alter (ffieife. Krft 1542 ließ ftd) berDatb burd) baß ©ringen beg ©d)tnalfalbifd)en (Bunbeg bewegen, (Bugenbagen unb §einrid)SBindel aug (Btautifdjmetg alg (ßräbkanten jujulaffen. Stlg bamit bie Sutberifdjen Daumgewannen, machte fid) ber Unwille über erbulbete (Bebrüdung in betlagengwertben 3ügel=loftgleiten Suft; bie (Bebrüdung traf fegt bie fatbolifen. Sine oon (Bugenbagen unbSßindel auggearbeitete, oon Koroinug mit einer (Borrebe »erfebene, ^irdjenorbnung würbe1544 oeröffentlicbt unb ein ©uperintenbent befteltt unb mit ber Slugfübrung berfelbenbeauftragt.

©arnit war benn aud) ber (ffieg ju einer Deformation beg ©cbulwefeng gewiefenunb in bem ^weiten ©heile ber $ird)enorbnung für bie (alg Slnbreanum" nod)jefct beftebenbe) Stnbreäfdjule bie ©runbjüge einer ©djulorbnung aufgefteHt (abgebr. in§illebranbt, ©amml. ©tabt=§ilbegl). (Berorbn. 1791; oergl. auch 2Biefe, $öb-©cbulwefen II, ©. 413, Sinnt. 1).

3n ben gürftentbümern Kalenberg unb ©Bttingen waren anfangg bie Slugficbten fürbie Deformation feine günftige. 3m (Bolle jwar brach fte fi<b oon 1523 an unaufbaltfam(Bahn; bagegen war ber Sanbegberr, ^erjog Krich I., ber Sircpe wie bem taifer treuergeben, unb ibm wieber fließen fid) ber Slbet, bie (ßatricier in ben ©täbten unb bieDatl)Sb m ' en berfelben eng an. ®od) trat er ber (ßrebigt beg Koangeliumg nicht mitbarten ©ewaltmitteln entgegen unb ließ fich aud) finden, biefelbe gegen eine aug=reichenbe ©umme ©elbeg ju geftatten, ohne jebod) Schub »faiferlicber SDSajeftät gegen=über" 5 U oerbeißen, ©o fanben benn bie (präbicanten in ©öttingen 1529 unb wenige3abre barauf in tpannooer ©ulbung. ®ie wirtliche Umgestaltung beg tird)lid)en SBefeng,Drbnung unb Kinridjtung begfelben, nahm Klifabetb, ®od)ter oon Joachim I. oon(Branbenburg, ©rid)g zweite ©etnablin, mit (Borwiffen begfelben unb bann nad) bem halberfolgten ©obe begfelben alg (Bormünberin ibreg ©obneg Krid) II. in bie fpanb unbführte bag SBerf, bag fte alg bie Slufgabe ibreg Sebeng betrachtete, ähnlich wie fpeqogKrnft in Sitneburg, mit Duhm unb Umfidjt ju Knbe. 2öie biefem Urbanug Degiug, foftanb ihr Slnton Koroinug jur ©eite. Sltg @eneral=©uperintenbent $u ÜDünben jog ermit treuen ©ebülfen burch bag Sanb, traf überall bie nötbigen Kinrichtungen, hielt (Bift=tationen unb gab bem ganzen Sird)en= unb ©cbulwefen burd) eine Sirdjenorbnung feften£att (1542).

3nt gürftentbum ©rnbenbagen fanb bie Deformation ebenfaUg halb Kingang. 3nKinbed gewannen einige (DSBndje, bie fid) für fie ju Wirten berufen fühlten, fdjon 1521großen Slnbang, aber bie geiftlicben ©enoffenjdjaften ber ©tabt traten ihnen entgegen,©er Sanbegfürft (ßbilipp L > anfangs unentfehieben, würbe in ernfter (Bewegung unb(Prüfung ber Kinbrüde, bie er bureb Sutberg Sluftreten in SBonttg erfahren, beftimmt,ben ©d)malfalbifd)en beijutreteu, unb begann im 3abr 1532 an ber Umgeftaltung begiirdjenwefeng in feinem Sanbe ernftlid) ju arbeiten. Slnbreag (Brinfmann, ein greunboon 3obann ©pangenberg, unb Ditolaug Slmgborf, weiter f<bon 1528 bie firdjlidjenKinrid)tungen in ber ©tabt ©ogfar georbnet batte, waren nebft anbern minber b«nor=tretenben Dtännern babei tbätig unb »otlenbeten bag (Bert, an bem (ßbilippS I. ©ohneunb Dacbfolger in unoerbrüdjlidjer ©reue feßbielten.

3m Dgnabrüd gab fich bte non Sutper auggegangene (Bewegung ber ©emütberfdmn 1521 fnnb. ©er SluguftinermBnd) ©erbarb §eder, ein ©c^üler oon fpegiug, oor=malg Sutberg Siebter in Krfurt, bem (Schüler innig befreunbet unb jugetban, wagte egben tampf gegen bie SJttgbräudje ber Kirche aufjunebmen unb führte if;n, wiewohl ber