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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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166 §amantt.

gelehrfamfeit unb Sonctpiren erforbert mirb. ©liebe alfo SKlinje, (greife unb Sicentübrig". Um ftd) auf biefe 2Irt »on ©efcfjäften »orjubereiten, arbeitete erals ff reumittiger einige SBocben auf ber Satglei beS Änei^öfifdjen 9iat'C)C)aufe§ uub bann betber $riegS= unb ©omänenfammer. 9iad) 6 9Konaten gab er biefe Stellung mieber aufaus gättgti(^er ©erzmeiflung an ber 5Dtöglid)feit einer (gofjtftentjanb unb beS bajunötigen Augenmaßes jemals mächtig ju merben unb meil bie langer fortgefejste iüiübeeiner figenben Arbeit ben ©erluft feiner @efunbl)eit nad) fiep ziepen mürbe", hieraufbeteiligte er fidj eine 3eit lang bei ber neu begrünbeten $önigSberger 3äüutg. SineSteife nach ©eutfdjlanb, bie er auf SDtoferS Slufforberung unternahm, führte zu feiner©erforgung, ebenfo menig ber barauf folgenbe Slufenthalt in SDtitau. ®aS 3al)r 1767brachte ihm infolge beS ©obeS feines ©aterS ein fleineS Srbe fammt ber ihm fortan©Jibermärtigfeiten in ffütte bereitenben Sorge für ben geifteSfranfen ©ruber, ferner bieStelle eines UeberfeperS bei ber Stccifebirection, oon ber er erft nach jehnjährigemDarren ju bem etmaS einträglicheren unb minber gefdjäftSooHen 2lmte eines ©adl)of=oermatterS oorrüefte. 3m 3. 1767 fdjeiut er aud) bie eiet befprodiene unb angefochtene©emiffenSepe" mit einem unoerborbenen gutherzigen Sanbmäbdjen gefchtoffen ju hüben,baS feinen alten gelähmten ©ater mit größter ©reue unb Eingebung bis an feinenJob als eine ©ocpter gepflegt hatte. Hamann that biefen Schritt erft nad) fchmereninneren Kämpfen uubfältefter Ueberlegung". (©ilbemeifter II, 21 ); bie ©erbinbungmürbe beiberfeitS mit ber un»erbrüd)lidjften Jreue heilig gehalten unbmad)te baS ganze©tüd feines SebenS auS". Sr fagt jmar, baß in feinem Sanbe eine ©emiffenSehe fogefepmäßig fei mie in Preußen, aber er fühltebie bürgerlichen Uebetftänbe" berfelbenfepr lebhaft, unb nur bie Ueberjeugung, baß ein folcheS ©erhältniS für ber SJtutter unb i

ber Minber ©lüd am juträglichften fei, habe ihn abgehalten eS 31 t änbern (©ilbem. V,

21 ). ©ieöeicpt badjte er baran, baß bie ungebilbete, ober mie er fid) berber auSbrüdt,rohe ©äuerin ben höheren gefeUigen SInfprüdjen, bie als Shefrau an fie gefteKt morben j

mären, nicht hätte entfpreepen fönnen unb baburd) ihre ^ufriebenheit »erforen höben 1

mürbe. 2Bie bem aud) fei, redjtfertigen mirb biefe ©emiffenSehe mohl niemanb; fagtbo<h feine eigene ©od)ter, bte mit ber größten ©erehrung unb Siebe an ihrem ©aterhieng, in einem ©rief an Riegel (©ilbem. IV, 350):baß bie Spe eine ©emiffenSeheunb feine förmliche mar, ift aderbingS ein Unrecht, baS mein ©ater gegen bie bürger=liehe Drbnung unb baburd) ein nodj größeres gegen meine iDtutter begieng".

Unter bem ©rüde T^äuSlidjer Sorgen, bie ungeachtet feiner i|3ünctlid)feit in @elb=angelegenheiten burd) ein gemißeS Ungefcpid im Haushalten (»gl. VII, 163) gefteigertmürben, fefcte er mit eifernem gleiße feine Stubien fort. Seine Sefegier blieb unerfätt=lieh unb mar babei mit eigentümlicher ©eharrlidjfeit gehaart; mar er hoch ber ütnfidjt, 1baß jebeS angefangene ©uch beenbigt merben müße, felbft ein fd)led)teS, benn auch einfolcheS enthalte noch ©olbförner. 3n freien Stunben liebte er befonberS ben Umgangmit 3ünglingen, auf beren ®efehmadS= unb HerjenSbilbung er einzumirfen unb berenStubien er burch feinen Statp 3 U leiten fud)te. ©aneben fanb er nod) 3eit über bie 1»erfdjiebenartigften ÜJfaterien 3 U fdjriftftedern unb einen auSgebreiteten ©riefmedjfel 3 Uführen. ©on 1771 an betheiligte ftd) H- namentlich bei ben bamaligen ©erpanb= jtungen über ben Urfprung ber Sprache. (©ie hiebet gehörigen Schriften finben fi<him 4. ©anbe ber Sammlung). SS mar ein 3eitthema, ob bie Sprache göttlichen obertnenfdjlidjen UrfprungS fei; »on ber ©erliner Ufabemie mar ein ijßreiö auf bie hefteSchrift über biefen ©egenftanb gefegt morben. 3 UI, äd)ft erfchien nun eine anonpmeSchrift (»on ©iebemann)©erfudj einer Srflärung beS UrfprungS ber Sprache,"morin baS©egleiten beS ©enfettS mit ©önen" für eine burch bie 9totp I)erbeigefüt>rte,burch ©eobachtung ber ©piere unterftüpte Srftnbttng erflärt mürbe, ©iefe Schriftmürbe »on H- furz abgefertigt (IV, 3 ff.). (Srft Her ber 8 befannte Slbpanblung gab |ihm ©eranlaffung ftd) näher auf bie grage einzulaffen; in ber ©eantmortung berfelbentritt er pauptfäcplich baburch H^ber entgegen, baß er bie Sntftefjung ber Sprad)e inlefcter 3nftanz auS bem geheimnisvollen Rapport ableitete, in ben ber neugefchaffene