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3 (1880) Göthe - Kindheit
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©tjimtafiitnt, feilt SBcrljältuiö ginn (£()rtfteittf)unt :c.

erfüllt feiert. SSenn bie Aufgabe einer ajrifttidjen ©rgiehung bie ift, aug bem SDienfdjeneine neue ©reatur gu machen, bann fann nur ber bagu berufen fein, ber an ftd) felbfteine Sßiebergeburt erfahren hat. ©. S. fRotl) (Sl. ©cfjriften, I. ©. V.) fagt: »umanbere gu ergiehen, mäßen mir unS immerfort ergießen taffen." Sergeffen mir eg nurnicht, baff bag Sehramt ebenfo mie baS geiftlidje Slmt eine feelforgerifdje ©Ijätigfeit er=heifdjt, nnb baß feit feiner Sinfefcung burd) ben 93efe^X beg fperrn: SBeibe meine Sam=mer! bie Jpirtentreue bag redjte Senngeidjen chriftlidjer Sehrer nnb 3ugenbbilbiter ge=morben ift, bie ihren ©ingang gu ben ihnen anoertrauten ©eelen burd) teinen anberenfudjen follen alg burd) ben, ber fi<h felbft bie ©fjür genannt hat 3)iefe feetforgerifdjc©hätigfeit fofl befonberg ben fpauptlehrer ber ©taffe als ben österlichen ©rgieljer mitfeinen 3ögliugen oerbinben. ©rötere SluSftattung mit äußerer Sluctoritat, bie oft öonfdjmadjen Sehrern begehrt mirb, ^ilft nidjtg, menn bie Ougenb ihrem ©rgieher nidjtand adern, mag er als folc^er tf>ut, ben 3ug beg ©eifteg abmerft, ber ba fpridjt: bieSiebe bränget mid) alfo. ®aS Silb eineg folgen SehrerS nnb ©rgieljerg hat nod) inneuerer 3 e ^ £h°maS Slrnolb, ber berühmte fRector oon 9iugbh bei Sonbon bar=gefteßt (ogl. Sb. I. ©. 224 ff.). ©er ©eift ber firaft nnb ber Siebe unb ber 3 l 'ß)tgalt ihm als baS große ©rforberniS eines SehrerS. ®ie Sbee einer ©(hule fdjloß fürihn bie einer d)riftlid)en ©djute ein. ©eu Seruf eines SehrerS fetzte er ebenfo mie beneine§ ißfarrerg in bie ©eelforge. ©ie Snaben fat) er als foldje an, bie gu d)rifttid)enSRännern heranmachfen foßten. ©abei ließ er ftd} feinen djriftlidjen ©efidjtdfjunct meberburd) bogmatifdje, nod) bnrd) firdjtidje ©ngljergigfeit trüben, fonbern ftaub rcd)t in bemSoßen eoangetifiher Freiheit mtb Sraft. ©r oerftanb eg mie menige, bnrd) ben ©eiftbeg 6liaS auf ben ©eift ©hrifti oorgubereiten, unb oon ber ©tufe beg ©efejjeg big gurbefreienben Siebe ^trtauf in feiner ißäbagogif eine Slbbilbung jener ©rgiehung bargu-fteßen, bie ung aße gum $Reid)e ©otteg gefd)idt macht. ®g ift befannt, baß in ©ng=lanb ber perfönlidje ©influß ber Sehrer auf ©harafterbilbung burihmeg größer ift alsbei ung. Slber bie ©rgiehung fann bort and) mehr alg bei ung an bie häusliche ©itteanfnßpfen. lieber bag Familienleben unferer 3 e ü unb feinen oielfad) hemmenben ©in=ftuß auf eine gebeifilidje Sugenbbilbung finb bie Stagen immer lauter gemorben. (Sgl.©djröber, bie ^Religion in nuferen ©hmnafien unb ^ö^eren (Sdjulen unb baS 3ugenb=nnb Familienleben unferer 3 e ü- ©öttingen 1856 ©. 4177). $ie ©d)ute ftel)t inber ßRitte gmifdjen ber Familie unb bem öffentlichen Sehen, ©ag Familienleben forniebag ©emeinbeleben in ©taat unb Sirdje finb fo mirffame Factoren, baß nur burch eineinträdjtigeS 3 u fammengehen beiber bie Slufgabe ber -Sugenbbitbung gelegt merbenfann. ©a mo bie 3ugenb aug bem elterlichen fpaufe fromme ©emöhnung mitbringt,mo bie ©Itern bag »bete unb arbeite" in bie fpänbe unb in bie fpergen bflattgen unbbie Sird)e ihreg Slmteg in ©reue märtet, ba mirb eg auch möglidj fein, nicht bloß gueinem SDiffen oon ber Religion, fonbern gu einem Sehen in berfetben gu führen, beffenFrüchte man an bem gangen ©eifte beg Unterrichts unb ber 3mf)t marnimmt. ©amerben aße bie Hebungen nnb Sleußerungen beg ©ultug, in benen fid) ber religiöfe©eift einer ©djule barfteßt, nicht bloß ein tobter SBerfelbienft fein, fonbern ber leben=bige SluSbrud eineg inneren Sebeng.

©ie ©djnte bebarf neben ber Slrbeit auch ber Feierftunben unb jener ©amm=lung höherer ©efühte, bie aßen ©tubien bie Skiffe giebt. ©iefe Feierftunben ber©d)ulgemeinbe alg fold)er finb bie ÜÖtorgenanbadjten jebeS ©ageg, ingbefonbere amSlnfang eineg neuen ©emefterg ober eineg neuen Slbfcfjnittg nach Sertauf ber F^ten,ferner ber ©d)tuß ber ©dfule oor Seginn ber ftmen, am ©nbe beg ©emefterg, bie©ntlaffung ber Slbiturienten, bie Segetmng oaterlänbifdjer Fofdage, oorgügtid) ber©eburtgtag beg SanbeSfürften, ©tiftunggfefte, ©ebenftage ber Sehrer unb ©dfüler.Slße biefe feiertidjen 3lnläffe haben mehr ober meniger einen religiöfen ©harafter, berftd) in ©ebet unb ©anffagung, in ©elübben nnb 2Bünfd)en, in ßRahnung unb 3 U=fhrud) offenbart. §ier ift eg befonberg bie Slufgabe beg ©irectorS, ber ©eelenftimmungben regten StuSbrud gu geben, äßie mancher oerborgene ©egen mag fdjon aug foldjen