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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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©ijmimftum, fei» Verhältnis gitm (Ehriftentljitm «.

®er Unterrußt in ber beutfeßen Vationalliteratur mad)t gegenwärtig innie! weiterem Umfange als e§ früher gef d) in ben meiften ®t)mnafien bie Sugenbmit ben @d)ä( 3 en ber mittelalterlidjenßoefie unfereS ÜSoIlS befannt.

®ie ®ßatfad)e, baß alle unfere Siteratureßoeßen einen religiöfen SluSgangSpuncttraben, fpridjt beutlid) genug für bie religiöfe (Sicjent^ümlidj?eit beS beutfeßen SSotfö.ltnfer ältefteS ©djriftbenfmal ift eine Vibelüberfeßung, bie SReimßoefie Beginnt mitDttfriebS Eßrift, bie neuere 3 e ^ mit SutßerS Vationalwerf, unb an ben Pforten beSVlütealterS unferer Literatur fteßt Sloßftod mit feinem großen EßoS non ber fünbigenilRenfdjßeit Erlöfung. SutßerS Vibelüberfeßung unb baS eoangelifdje S?ircßenlieb, unfereoolfStßümlidjfte $oefie, weifen unmittelbar auf ben 9feligionSunterrid)t gurücf. ®unfer eoangetifdjeS Äireßenlieb mieber lebenbig werbe in unferem Volf, muß eine £>außt=aufgabe eßriftlicßer Ergießung fein. STtäc^ft ber Vibel oermag eS am meiften bagu Bei=gutragen, baß bie geiftige Vilbung beS nieberen eoangelifdjen VolfS in ®eutfdjlanb mitber Iberen, gelehrten Vilbung in 3uf<immen§ang Bleibe. $ür bie Veßanblung berbeutfeßen Literatur oom ©tanbpunct c^riftlid^er ErfenntniS auS ift VilmarS auSge=geidjneteS Vudj baßnbredjenb geworben. 3ßm berbanfen wir Bei ber fdjwierigen grageüber baS Verhältnis nuferer neueren claffifdjen ©langperiobe gutn Eßriftentßum bie=jenigen SlnßaltSpuncte, bon benen auS eine richtige SBürbigung jener großen @eifteS=ßeroen möglid) ift, bie einer Epodje angeboren, in ber bie äftßetifdje VSiebergeburt beSantifen ©eifteS, Bei bem gangen bamaligen 3uftanbe ber eoangelifdjen Sirene, bie ®e=faßr in ficb trug, eine Humanität außerhalb beS EßriftentßumS gu fudjen. £>ier 9®es, ficb ebenfo bor Vergötterung wie bor Verteuerung gu ßüten. ©o grob bie Ver=irrung iß,, für wetdje bie fhtgenb ber ©ßmnafien lewßt empfänglid) ift, bie 2Belt=anfeßauung jener 3 e ^ ? UrtI äftaßftab für bie SBaßrßeit beS EoangeliumS gu machen, fobefdjränft ift eS, bom ©tanbpunct eines bogtnatifdjen $ird)entßumS auS über bie ßerr=ließen ©eifteSfißöpfungen, an benen ficb noch fpäteften ®efcßled)ter erfreuen unbnähren werben, baS VerbammungSurtßeil gu fpredjen. 9tber wie in ißren Vorgügenfie unoergänglidj fein werben, fo weifen fie audj in ißren Mängeln auf eine Erfüllungßin, bie ber Vacßwelt befdjieben fein wirb. fpier gilt für baS 2ttaß beS EoangeliumS,bem fidj nichts entgießen fann, baS feßöne SBort SleanberS:üllleS waS in bie §ößeunb in bie ®iefe füßrt, ift bem fMigiöfen berwanbt unb geeignet, baSfelbe lebenbigerßerborgurufen." 3ebeS aufrid)tige unb reine ©treben nad) SBaßrßeit, aueß wenn eSnidjt unmittelbar an bie Offenbarung ßinanreießt, ßat feine Stellung innerhalb berGreife beS EßriftentßmnS.

3dj unterlaffe eS, weiter auf baS Viateriale ber eingelnen Unterrid)tSgegenftänbe ein=gugeßen, ba eS nießt fdjarf genug ßerborgeßoben werben fann, baß bie ißerfönlicß =feit beS üeßrerS, in welcßem $acß er and) unterrichtet, bie Trägerin beS eban=gelifdjen ©eifteS fein muß, ber fein 2Berf leßrenb unb bilbenb an unferer Sugenb trei=ben foH. SDtan legt nod) immer gu »iel SBertß auf 9J?etßoben unb Sßeorien beSUnterricßtS unb ber Ergießung, unb Bergißt babei gu leießt, baß baS ©eßehnniS aUeSVilbenS unb ErgießenS in ber Verfönlidßeit unb in bem Eßarafter berußt. Unferen©bntnaßen feßlt eS nidjt an 2Biffenfd)aft unb ©eleßrfamfeit, woßl aber an ergießenberfiraft. VHr ßaben gu lange einem SlbStractum allgemein wiffenfdjaftlicßer Vilbnngnaeßgeftrebt unb meßr bie Söiffenfcßaft als bie Vilbnng in ben Vorbergrunb gefteüt.®er Vtittelfunct aller Vilbung aber muß bie ßttlid)e ©efinnung fein, bie meßr burd)Vorbilb als bureß Seßre, meßr bureß Slnfcßauen als burd) Sernen angeeignet wirb.2J?an ßat mit ßieeßt gefagt: »SBer lernen will, muß ®lauben ßaben." 3lber ebenfomuß ®erjenige, ber leßren will, fteß fo ßinftetlen, baß man ®lauben gu ißm ßabenfann. ÜÜtangel an fßietät unb an ©ßrfureßt unb fRefbect oor ber Sluctorität

Bon ©eiten ber ©d)üler ift gum ®ßeil bureß bie üeßrer felbft oerfdjulbet. ®ie ©djülerfoüen nid)t bloß oon ißren Seßrern lernen, fonbern noeß meßr burd) biefelben. Vorallem wirb eoangelifdjeS ©Iau6enS= unb SiebeSleben bie fpergen ber 3ugcnb bann em=bfanglicß ßnben, wenn fie bie ißerfönlidjfeit ißreS SeßrerS unb ErgießerS felbft baoon