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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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©ßmitaftmn, fein Sßciplüitö jum ©hriftenthum tc.

§tt>ifd£>en Sirene unb ©dfule barftetlt, bie befonberd in bettt ©onfirmanbenunterricht feuc^t-Bar gemadjt toerben famt, ebenfo muß bagegen ^eröorge^oBen toerben, baß burdj feinSBirfen in jtoei »ereinjelten ©tunben ber Sietigiondunterridjt unter bie Stebenfädjergeregnet toirb, nnb baß er atd Seljrer ju toenig im SJtittelpunct ber ©cfjule nnb berübrigen toiffenfcßaftlidjen ©idciplinen fleht. ©er Sletigiondlehrer muß außer ber ©iefeenangelifcher SSitbung auch biejenige SGSeite bed 33Iidd tjaben nnb offenbaren tonnen, bieißn Befähigt, alte übrigen Unterridjtdgegenftänbe in bie ©pljäre djriftlidjer .©rtenntnidßereinsitaießen unb alle weltliche 33itbung im Sichte bed ©nangeliumd su »erttären.Hier gilt ed, bie Seudjte bed göttlichen SBorted tief ffineinfcßeinen ju Baffen in alteanbere 23ilbwtg, bamit bad ©hmnafium bie UeBerjeugung Begrünbe, baß ein £>umanid=mud, unerfüllt oom ©tauben, ettoad ßoßted Bleibt. ©ie alte Siteratur hat einen un=»ergänglidjen SBertl) für bie Sitbung, toetdje bie beutfdje ©djute gewähren will; abernicht bad ßeibnifdße, fonbern bad djrifttidje Humanitätdprincip ift ißr Sebendgefefä. ©ereigentliche ÜDtittetpunct bed fMigiondunterridjtd aber unb gugteid) »bie fürnetmtfte unbgemeinfte Section", toie Sutljer fagt, ift bie heilige ©djrift. »SÖ3o bie Zeitige ©djriftnicht regieret, ba ratlje idj fürmaßr niemanb, baß er fein Sinb ßintfiue. 3<h habegroße ©orge, bie ßohen ©djulen finb große Pforten ber Hölle, fo fie nicht emfiglid) bieheilige ©djrift üben unb treiben ind junge 23ott." SDie unteren ©taffen ber ©ßmnafien,bie bie ©djüler in ber Sieget bid ju ihrer ©onftrmation behalten, haben, mie bie 33otfd=fchute, bie SBibet, ben Satedjidmud unb bad ©efangbudj ald bie große ©riud, burdj biefie in bad ©nangetium unb in bie ©emeinfdjaft ber Kirche einführen. Sind) in benoberen ©taffen bleibt bie tiefere ^ineinführung in bie heilige ©djrift bie Hauptaufgabebed Steligiondunterrichtd, ber hier bie ©rfenntnid ber chrifttic^en Sßahrheit immer mehrauch burdj bad ©enten ju »ermitteln fudjt, unb burdj bie großen Sebendbitber berMengen ber Kirche bie ©üter fdjäjsen nnb erhalten lehrt, für bie bad 33Iut ber ättärtprergeftoffen ift unb für bie niete in heißem Kampfe atted baran gefegt haben. ©ie 3luf=gäbe bed SRetigiondunterridjtd im ©pmuafium ift im Saufe ber 3 e ^ ben §tat=gang ber theologifchen nnb ber Staturtoiffenfdjaft, fotoie unter bem ©inftitß »ermeinttidjptjitofophifdjer 3been, non benen bie allgemeine ©eiftedbitbung mehr ober minber be=ftimmt tnirb, eine fehr fd)toierige, unb bad SBerljättnid bed Sieligiondunterridjtd ber©chnte ju bem ber Sirdje ein fehr tofed unb oft unttared geworben. ©ennodj bleibted eine fßflidjt bed <hriftlidjen ©pmnafiumd, fo niet an ihm ift überall eine lebenbigeißerbinbung mit ber Sird)e ju nähren nnb ju pflegen, ©er Unterridjt in ber Stetigionhat bafür hauptfädjtidj unb junädjjl ju forgen. ©ad SSerftänbnid bed Sirdjenjahrd,bie forttaufenb unterhaltene Sesietjung ju ben firchtic^ett Seften bur<h bie 2ßat)I ent=fpredjenber ©efangbucßdlieber nnb bie ©rtlärung ber biblif<^en ißeritopen, fotoie enbtidjeine 23etanntfdjaft mit ben Setenntnidfdjriften ber Sirdje, indbefonbere mit ber ConfessioAugustana, unb geitioeitige SJHttljeitungen über bie 9tudbreitung bed ©nangetiumdburch bie SÄiffton falten ihm audfdjtießtid) ju. Hi er ^aben bie ©pmnafien niet ner=fäumted nadjjuhoten, wenn fi e % et urfprüngtiihen <hriftti<hen 33eftimmnng treu bleibentooden. 1

©ad ©hmnafium hat non jeher ju feinen toidjtigften 33ilbungdmitteln bie ©in=führung ber Sitgenb in bad etaffifeße Sllterthum geredjnet. 2Bie in ben »er=fchiebenen gerieben bad SSerhaltnid bed 2tttertt)umd jnm ©hriftenthum, ber ©taffiferjum ©nangelium aufgefaßt ift, ha^n mir bereits oben angebeutet, ©er ©pmnafiat=tehrer muß ein ttared Setoußtfein über bie fpeciftfche ißerfchiebenheit beiber Sitbungd=epodjen haben, um beibe für ben Unterrid)t in eine fruchtbare Skrbinbung fe^en jutonnen. 3m 3. 1832 fdjrieb ©h D l u ^ (Siterar. Sinniger ©. 11 ): »Sßeit traurigeraber ift noch e i n anberer tOianget unfered philologifdjen ©hmnafialunterrichtd! 3<hmeine bie ©orglofigfeit um bie cbrifttiche 33ilbung ber ©chüter, mit ber er behanbettju toerben pflegt. Sßie fetten bebenten ed babei bie Selfrer recht ernfttieß, baß ed ebenjunge ©hriften finb, toetdje fie ju unterrid^ten haben. 3Bie toenig toirb bie unerläßlicheSorberung beachtet, baß bie reine Stuffaffung bed ©hriftenthumd unb feiner fettigen