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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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©oubcnunttc.

häufiger als irgenbmo fonft in ber SBelt bezaubert fie in Nußlanb bag §erz einegjungen Slbjutanten ober Dberften, unb mirb baburd) früher ober fpäter eine ©eneralin,bie ©oireen unb Satte gieBt, oB aber aud) eine gtücEBidje ©attin unb gute ÜNutterteurer ®inber? 3ebenfattg giebt bag Slrnt ein reidjlicbeg Slugfommen, ja Ueberfd)unb meifteng Säugfidjt auf Vermögen unb forgenlofe 3ufunft. ©inb bod) bort fran=Zöfifdje, englifdje, beutfdje ©ouoernanten beffer Bejaht alg beutfdje orbentlidje ißrofefforen!SNandje fommen fdjon mit ber überlieferten Hoffnung, bereinft mit einem §onbg iniljr Saterlanb zurücfzufeljren unb ihre alten Sage in Nulje unb in (Erinnerungen anbie temps passds ju »erbringen. Sie ©täbte SWontbeittarb, Nancp, Saufanne,Neufdjatel u. a. jeigen eine Slnja^l foldjer ©apitaliftinnen, bie ihr Sermögen in Nuß=lanb fammelten. Hud) lommt eg in biefem Sanbe mehr alg fonft mo oor, baff eineholje gantilie ber Seherin it)rer SBcfjter eine bebeutenbe Nente für Sebengzeit fiebert.Sie ber ©ouoernanten in Nußlanb ift fetjr bebeutenb. ©in Ntann, melier in

ber Sage mar, hierüber fid) ein Urteil ju bilben, fagte, baff in fßetergburg allein1500 big 2000 fein mögen. 2öie »iele im fogenannten Innern, ift fdjmer zu fagen.3n ben einigermaßen bebeuteuben ©ouoernementgftäbten, mo im SBinter bie ©efettfdjaftfit^ fammelt, bilben fte Heine ©olonien, meldje mit einanber in Serbinbung fielen,Parteien ^aben, Serfdjmörungen fdjmieben unb bgl. 2Ug oor einiger 3dt bie Nad)=rid)t fid) oerbreitete, baß eine ©ouoernante in einem l)ot)en fpaufe ber SBaladjeiförperlidj gejüd>tigt morben fei, ba gieng eg mie ein Sauffeuer burdj Nußlanb, unb eine2lrt oon Serruf bängte ficfj baran. Siefe jungen Samen finb läufig eine befonbereSBürje ber @efettfd)aft, bag muß ein banlbareg ©emüth anerlennen, meldjeg oiel oonihnen erfahren unb gelernt ^at j unb bie bunte Ntannigfaltigfeit ber Nationalitätengiebt bem Serfeljr mit ihnen einen befonbern Neiz-

Neuerbingg giebt eg nämlich aud) oiele geborene Nuffinnen, meldje ©ouoernantenmerben; abelidje gräulein, Seamten= unb Dfficiergtödjter, melche in einem ber §ahl=reifen Snftitute oorgebilbet mürben unb ihre ©teilen oottfommen augzufütten im ©tanbefinb. Sludj aug bem f^inbelhaufe in Nfogfau, einer großartigen unb mie man fagtganz auggejeichnet geleiteten Slnftalt gehen alljährlich eine ülnjaljl ber talentoottftenStäbchen alg (Erzieherinnen hervor, ©ie merben inbeffen nid)t fo hoch bezahlt mie biefremben: Slugtänbifdjeg hatte big oor furjem burchmeg höl)otn SSJerth in Nußlanb algbag ©inheinüfdje. Sing Seutfchlanb, aug ben Dftfeeprooinjen, auch aug ginnlanbmerben Stäbdjen beutfehen, fdjmebifdjen unb finnifdjen ©eblütg in bag Stogfomiterlanbimportirt; bie (Englänberinnen merben aug ©rünben ber (Erfahrung unb ber Stöbemegen für bie ©teilen ber Sonnen oorzüglid) gefdjäfct, aber aud) alg finishing governessesfinb fie nid)t feiten. Sei meitern bie meiften ©ouoernanten aber, nidjt bloß in Nuß=lanb, fonbern auf ber (Erbe überhaupt, finb franzöfifdjer Slbfunft, unb zmar liefertohne 3 toe iW oerhältnigmäßig fein Sanb mehr Sehrerinnen alg bie franzöfifdje ©chmeiz-3n Norbamerifa fott ©onnecticut in äljnlidjer ttßeife feine Södjter über bie ganzeUnion fdjicfen.

SBag nun bie Silbung ber ©ouoernanten für ihren fpecietten Seruf betrifft, fofällt biefelbe mit ber Silbung ber Sehrerinnen fo fef>r zufammen, baß bag ©inzelnehierüber für biefen Slrtifel aufbemahrt bleiben muß. Nur in ber ©djrneiz finbenfidj, im 3ufammenl)ang mit ben eben berührten Serhältniffen, befonbere Slnftalten fürbie Silbung oon ©ouoernanten. 3m Sßaabtlanbe ertheilt bag conseil de linstrucüonpublique bie Siplome nad) einer ftrengeu Prüfung; außerbem giebt eg auch fßriüat=anftalten, melche ähnliche 3 eu S n Uf« augftetten. ©eminare für Sehrerinnen überhaupt,in melchen natürlidjermeife aud) ©ouoernanten oorgebilbet merben fönnen, finben fid)in oerfd)iebenen ©taaten, mo für öffentlichen Unterricht burdj Sehrerinnen geforgt ift. Sie granzofinnen fotten nad) bem ©efe^e mit brevets oerfel;en fein, melche ooneiner eigeng eingefepten ©ommtffion ertheilt merben. ©in brevet, meldjeg bie aptitudedetre admise comme maitresse detudes dans les maisons ddducation des demoisellesbezeugt, gereicht natürlich z ur befonberen ©mpfeljlung aud) für ben ©intritt in eine

Sßübafl. Qncbflopäbit. Iir. 2. »fl. 3