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Gewerbeschulen.
Circularverfügung ausgestellten Zielen vergleichen, sie außerordentlich gering unddemgemäß die Einrichtung verfehlt nennen müßen. — Am Ende des Jahres 1859(wir wählen dieses, weil es ungefähr in der Mitte des Zeitraumes liegt) waren die25 Gewerbeschulen des Staats von 1349 Schülern besucht*); unter diesen hatten1134 bereits einen bestimmten Beruf erwählt, und hatten sich 27,2 °/g von ihnendem Baufache bezw. einem Banhandwerk gewidmet, 63,5 °/g dem Maschinenbau, demBerg- und Hüttenfach, der technischen Chemie w.; 9,3 och allen übrigen Gewerben,z. B. auch dem Kaufmannsstande (11), der Landwirthschaft (19). Nehmen wir an,was gewiß näherungsweise richtig ist, daß die 215, die noch keinen Beruf erwählthatten, sich nach demselben Verhältnis vertheilen, so waren die sämmtlichen Gewerbe-schulen des Staates Ende 1859 von 367 künftigen Bauhandwerkern (Maurern, Zimmer-leuten, Steinmetzen), von 857 künftigen Mechanikern, Maschinenbauern, Berg- undHüttenleuten, Chemikern besucht, 125 gehörten allen übrigen Gewerben an. ^
Nach der Zählung von 1861 (1859 hat keine Zählung stattgefunden, doch istnachweisbar der Unterschied für unseren Zweck ganz unerheblich) waren in Preußen**)534,270 Handwerksmeister und 556,434 Handwerksgehülfen und Lehrlinge, darunter20,398 Bauhandwerksmeister, 145,659 Bauhandwerksgehülfen und Lehrlinge. In denGewerben des Maschinen-, Mühlen- und Schiffs-Baues, der Metallarbeiter, derMechaniker und Instrumentenmacher gab es unter Ausschluß des fabrikmäßigen Be-triebes 99,145 Meister, 84,725 Gehülfen und Lehrlinge; der Kreis der in den hier-her gehörigen Fabriken thätigen, einer theoretisch-praktischen technischen Ausbildungbedürftigen Personen läßt sich aus den öffentlichen Quellen nicht mit hinreichender An- !
Näherung feststellen, doch war er'sehr groß.***) Aehnliche Zahlen ergeben sich fürdie übrigen in der Circularverfügung vom 5. Juni 1850 besonders namhaft ge-machten Gewerbe. Was bedeutet diesen Zahlen gegenüber die Gesammtfrequenz derGewerbeschulen? — Während die sämmtlichen 25 preußischen Gewerbeschulen von 367Bauhandwerkern besucht waren, waren für die einzige private Bauhandwerkerschule inHolzminden im Herzogthum Braunschweig 708 Bauhandwerker angemeldet, von denendes beschränkten Raumes wegen nur 486 ausgenommen werden konnten; unter diesen486 waren 219 Preußen.
Sehen wir die Frage von einer anderen Seite an; fassen wir eine einzelne An-stalt in's Auge; die Gewerbeschule in Hagen, 1824 gegründet, hat unter dem Einflüssegünstiger Umstände und durch große Tüchtigkeit namentlich ihres Directors einen relativbedeutenden Wirkungskreis gehabt; aber nicht gerade dies bestimmt unsere Wahl,sondern der Umstand, daß über sie in ihren Programmen besonders exacte Nachrichtenvorliegen. Die Schule hat von Michaelis 1850 bis Michaelis 1860 513 Schüler j
unterrichtet, von welchen am 1. Oct. 1860 429 Schüler abgegangen waren; von >
diesen 429 haben 386 die untere Classe besucht, 189 nur die untere Classe, während !
197 in die obere Classe übergegangen sind; also haben 44 °/g gesammten Frequenznur die zweite Classe besucht; von diesen kann man unter Berücksichtigung des obenmitgetheilten Lehrplanes sagen, daß sie in der Gewerbeschule fast nur das Zeichnen j
und das Rechnen gesucht und für sich fruchtbringend gemacht haben, daß ihnen die Gewerbe- i
schule kaum so viel geleistet hat, wie eine zweckmäßig eingerichtete gewerbliche Fort-bildungsanstalt hätte leisten müßen. Aus der oberen Classe sind 240 Schüler ab- j
gegangen; 43 von ihnen haben nur die obere Classe besucht; von den 240 Schülernhaben 99 das Zeugnis der Reife erworben. Die Mehrzahl von diesen ist in das !
Königl. Gewerbeinstitut, bezw. ans polytechnische Schulen übergegangen; ziffernmäßig §
läßt sich das nicht genau feststellen, denn aus verschiedenen Gründen haben nicht alle, s
S. Preußisches Handelsarchiv pro 1860.
**) S. Zeitschrift des Königl. Preußischen Statistischen Büreaus.
***) Im Jahre 1864 waren 8647 Dampfmaschinen mit 365,376 Pferdekräften im Diensteder Industrie und des Verkehrs.