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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Gelehrtenschulweseu.

Schreiben, Latein und Christenthum bestand (s. die Schulpläne bei Ruhkopf, S. 321 stund daraus bei Niemeyer 3, S. 543 ff.), verschieden waren die höheren Stadt-schulen, die nur an einigen wenigen Orten , wie Nürnberg, Mühlhausen, Hamburg,Lübeck, Bremen u. a., errichtet wurden. Diese zogen das Griechische und Hebräisch^sowie die Mathematik und Philosophie in den Kreis der Unterrichtsgegenstände hineinund die Lehrer derselben bedienten sich mehr des akroamatischen als des dialogischenVortrags, was keinen günstigen Einfluß übte und vielfache Klagen über mangelhafteVorbereitung für die akademischen Studien hervorrief. An guter Methodik mag eöindessen beiden Gattungen von Anstalten noch gefehlt haben.

Der Unterschied dieser beiden Arten von Schulen (vgl. C. L. Roth, zur Geschichtedes Nürnbergischen gelehrten Schulwesens im 16. und 17. Jahrhundert, jetzt auch inseinen Schriften I, S. 198 ff.) bestand eigentlich darin allein, daß den höheren Stadt-schulen für die genannten, ihnen ausschließlich eigenen Fächer eine Art Lycealcursusangefügt wurde; hatte ein Schüler die Classen der lateinischen Schule absolvirt, sokonnte er an diesen Vorlesungen Theil nehmen und hieß suckitor xubllous. An sichstand wohl das Gymnasium überall nicht höher; in Nürnberg kommen nach dem ältestenSchulplaiie (ohne Datum) und einem späteren von 1624 nur ganz unbedeutende Ab-weichungen vor. Das Gymnasium hatte anfangs 4, später 5 Classen, die Schule beiSt. Lorenz daselbst hatte in dem genannten Jahre 8 Classen; beide begannen mitLesen und Schreiben und führten bis zur Universität. Nur wurden dem Gymnasiumvorzugsweise Söhne patricischer Familien übergeben, es hieß ausdrücklich solloln Mi-oiorulL (vgl. oben § 3), und diese Sitte erhielt sich bis ins 18. Jahrhundert, wo denRectoren dreier lateinischer Schulen, nicht aber dem des Gymnasiums, der Rathsbefehlmitgetheilt ward (1708), den Handwerksmeistern bei der Nachfrage nach Lehrjungenwillig zur Hand zu gehen. Aber freilich waren daneben in allen diesen Anstalten genugarme Schüler vorhanden, und es muß nach einem Zeugnisse aus dem Jahr 1606mehrere Schulaustalten in Nürnberg gegeben haben, deren jede wohl an 80 arme, vonAlmosen lebende Schüler hatte.

Die Lehreinrichtung der höheren Stadtschulen war allerdings vorzugsweise auskünftige Theologen berechnet, wie denn ja diese Rücksicht durch die Reformation selbstgeboten und in den Städten am natürlichsten war, die sich selbst am frühesten öffentlichdazu bekannt hatten (wie z. B. Nürnberg). Die Lectüre der elastischen Sprachen warminder vorherrschend als die Betreibung der Grammatik; daneben handelte es sich umfleißiges Studium der Rhetorik und Logik, es wurde Anleitung zum Versbau und zumLateinschreiben gegeben, und in Religion und Musik unterrichtet. In Nürnberg fehlenMathematik und Geschichte in den 4 ältesten Plänen bis zum Jahr 1624 noch ganz,Hebräisch kommt erst in dem von dem letztgenannten Jahre vor. Die Schulstundenbeschränkten sich auf 21—22 wöchentlich; daher war hier der freien Selbstthätigkeitmehr überlassen und es konnte eine größere individuelle Ausprägung der Geister undCharaktere gewonnen, aber auch für mittelmäßige Köpfe weniger Anregung gebotenwerden. Daß außerdem mehr Theorie und Gedächtniswerk vorherrschte, das strengereVerständnis und die nothwendige Hebung dagegen oft vernachläßigt wurde, hatten siewohl mit dem ganzen Unterrichtswesen der Zeit gemein.

Daß seit der Reformation die Klöster und andere fromme Stiftungen gewöhn-lich zum Besten der Gymnasien benutzt wurden, lag in dem evangelischen Charakterdieser neuen gewaltigen Bewegung. In Gotha wurde z. B. durch den ersten evange-lischen Superintendenten Myconius aus den beiden Schulen, die bei der Stifts- oderDom- und bei der Margarethenkirche waren, Eine gemacht und diese in das Augustmer-kloster verlegt, dessen Mönche für die neue Lehre Empfänglichkeit hatten und darumden Neuerungen sich nicht widersetzten, 1524 (vgl. Schulze, Gesch. des G. zu Gotha,S. 19). Der genannte Geistliche und die Unterstützung der glorreichen KurfürstenJohann des Standhaften und Johann Friedrich des Großmüthigen trugen wesentlichzur Befestigung der neuen Schöpfung bei. Der erstere schenkte, nachdem durch Gregor