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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Gclehrtenschnlwesen.

Wissens und Erkennend in einer sehr schönen Weise <s. K. v. Räumers Gesch. d. Päd1. Ausg. l, S. 75).

Auf die Veranlassung ihres Lehrers Thomas a Keinpis giengen Rudolph LangeGraf Moritz von Spiegelberg und Rudolph Agricola ebenfalls nach Italien. Langesammelte zugleich eine reiche Büchersammlung, deren freie Benützung er seinen Freundengestattete, ermunterte zur Anlegung von Schulen, wie in Amsterdam und Deventer,und trat selbst als Reformator derselben im nördlichen Deutschland auf. Die Doin-schule zu Münster gewann unter ihm eine ganz neue Gestalt. In Hamm, Dortmund,Herford, Essen, Soest, Osnabrück u. anderen Städten des Rheinlands und Westfalensließ er durch tüchtige, von ihm ausgebildete Männer Schulen anlegen, um überall denEifer für classische Studien dadurch zu wecken. In gleicher Weise legte v. Spiegelberg dieSchule zu Emmerich und Lüdwig Dringenberg die zu Schlettstadt (s. d. Art.) an(vgl. v. Raumer 1, S. 110). Auch Jakob Wimpheling machte sich durch seine prak-tische Thätigkeit und durch seine literarischen Arbeiten im Gebiete des Unterrichts undder Erziehung verdient. Unter der allgemeinen thätigen Fürsorge für die Wissenschaftengedieh auch der Fortschritt aller Borbereitungsanstalten für dieselben. In diesem Sinneverdankten die Schulen auch den Bemühungen der allgemeinen Beförderer der Wissen-schaften sehr viel, unter welchen Conrad Celtcs, Joh. v. Dalberg und R. Agri-cola namentlich hervorragten; die beiden letzteren waren besonders für die UniversitätHeidelberg thätig. Alles aber ward übertroffen durch die Leistungen zweier Männer, diedie beiden alten Sprachen nicht bloß selbst geschickt und frei handhabten, sondern auchdurch musterhafte Methodik der Folgezeit zu dauerndem Besitze überliefern konnten: dieswaren Joh. Reuchlin und Desid. Erasmus. Ueber die weitgreifende Wirksamkeitderselben vgl. die betr. Art. Eine gewiße Einseitigkeit fand auch bei ihm statt in demVorherrschen jenes Jntellectualismus, infolge dessen er der Bildung des Herzens nichtdie rechte Stelle in der Erziehung anzuweisen verstand, und in der Bevorzugung derfremden Sprachen, die ihn hinderte, auf die Muttersprache den rechten Werth zulegen. Auch vergieng noch eine nicht unbedeutende Zeit, ehe die Wirkung des neu ge-weckten Studiums in den Schulen recht bemerkbar werden konnte; aber ohne diese»unerläßlichen Umgang und ohne das von Reuchlin insbesondere angeregte gründlichereStudium der griechischen und hebräischen Spracke wären die großen Erfolge im Zeit-alter der Reformation, ja diese selbst noch nicht möglich gewesen.

Zweite Periode. Von der Reformation bis zum Ende des Dreißig-jährigen Kriegs. §. 8. Die Wiederbelebung der Studien des classischen Alter-thums und die dadurch gewirkte Verbesserung des höheren Schulwesens stand mit derReformation der Kirche in einer nothwendigen und gegenseitig höchst heilsamen Wechsel-wirkung. In gewissem Sinne, darf sogar mit Zuversicht behauptet werden, daß ei»Gymnasium im Sinne des Evangeliums erst von der Reformation an denkbar ist.Die bestimmte Beziehung zwischen dein Evangelium und den alten Sprachen, wie siein den bekannten Aeußeruugen Luthers enthalten und von da an die Grundlage dieserhöheren Schulen geblieben ist, ward ja überall erst durch das formale und materiale

Princip der Kirche ins Leben gerufen. Denn beide forderten eine solche Vorbildung '

nicht bloß der künftigen Diener der Kirche, sondern aller, welche Bildung genug ge-winnen sollten, um von ihrem evangelischen Glauben Rechenschaft abzulegen, daß ihnen >

das Verständnis der h. Schrift nnd dadurch eine selbständige Erkenntnis der HeilS-wahrheit ermöglicht würde. Umgekehrt konnte auch das ganze Studium des classische» -Alterthums erst durch die evangelische Wahrheit und Wissenschaft seinen echten Werth ^und seine dauernde Geltung bekommen. Die Reformatoren haben dies wohl erkannt Sund deshalb mittelbar und unmittelbar darauf cingewirkt. Sie benutzten die von Italien !aus verbreiteten alten Classiker theils zur Bildung des Geschmacks im Gebrauche derSprache in Wort und Schrift und zur angemessensten Vorbereitung auf die verschiedene»Fächer des wissenschaftlichen Studiums, theils und vornehmlich als eine Hauptstütze deSevangelischen Glaubens. Diese beiden Gesichtspuncte wurden nicht immer gleich fest