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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Fröbel.

so der Ausgangspunct als das Ziel. Unsere Erziehung, sagt Fröbel an einer Stelle,nimmt den inneren Menschen zuerst und ganz in Anspruch; sie gründet ihren gesammtenEntwicklungs- und Ausbildungsgang auf dieses Innere (die Einheit), dieses Geistige desMenschen und dessen Gesetze. Diese Gesetze sind es einzig, nach welchen wir denMenschen erziehen, also nicht willkürliche, nicht gemachte, sondern notwendige, ewige.

Wie wir nun unsere Erziehung und unfern Unterricht an das Geistige im Menschen,an das Wesen desselben und dessen Grundverhältnis zu Gott knüpfen und binden, sobinden und knüpfen wir wieder jedes einzelnen Zöglings Erziehung an seine geistigeNatur; so daß wir also eines jeden Wesen, Anlagen und Talenten und eines jedenCharakter, nach der reinen Quelle desselben, ihre Entwicklung und Ausbildung zu gebenuns bemühen. Hierdurch sind wir überzeugt die Uebereinstimmung der allseitigen Aus-bildung des Menschen mit den Forderungen der Außenwelt und des Lebens, mit denender häuslichen und bürgerlichen, der menschlichen und göttlichen Verhältnisse zu erreichen,zu deren Aufsuchung der Mensch mit so unwiderstehlicher Gewalt Hingetrieben wird.Darum folgen wir stufenweise der Entwicklung des Menschen von dem fast noch instinct-artigen Triebe an durch die Empfindung und das Gefühl hindurch bis zum Bewußt-sein und Willen hinauf, und bemühen uns, dem Zöglinge auf jeder dieser Stufen nurdas zu geben, was er auf derselben ertragen, verstehen und verarbeiten kann, was ihmaber zugleich wieder ein Leiter zur nächsthöheren Stufe der Entwicklung und Ausbil-dung wird. So verwahren wir ihn vor jeder Halb- und Ueberbildung, und er tritt sovon unten herauf gebildet, einig mit Gott, mit sich und der Welt, in den Beruf undStand, welchen er seinem Innern gemäß wählt, oder der ihm seinem Innern gemäßgegeben wird. So allseitig und nach den Forderungen seines Innern ausgebildet istunserem Zöglinge alles, was er kann und weiß, aus seinem Innern gleichsam hervor-gewachsen. Daher wird er auch alles Wissen und Können nicht allein überall zweck-mäßig anwenden, sondern er trägt auch die Mittel zur eigenen weiteren Ausbildungund Vervollkommnung desselben in sich; es ist nicht todtes Angelerntes, sondern lebendigaus dem Innern Entwickeltes, was also auch, wie sein Wesen, das Wesen der Menschheit,von Stufe zu Stufe der Vollkommenheit entgegenschreitet."

Gewiß schöne und wahre Worte, in denen die naturgemäße Entwicklung des von Gottin den Menschen hinein gelegten Wesens als der Zweck der Erziehung bezeichnet wird;aber von solchen allgemeinen Bestimmungen bis zur Anwendung auf bestimmte Verhältnisseund Personen ist noch ein ungeheuer großer Schritt. Je mehr nun Fröbel denAnspruch machte,von seinen allgemeinen Ideen aus das ganze deutsche Erziehungswesen zu reformiren, umso mehr mußte er es für seine Schuldigkeit halten, seine allgemeinen Gedanken für be-stimmte Stufen und Kreise zu individualisiren, also die einzelnen Entwicklungsstufen genauzu begrenzen und ihren Zusammenhang nachzuweisen und nicht minder die Mittel undWege, die der Erzieher auf jedem Puncte anzuwenden hat, um das in dem Zöglingeliegende allgemeine Wesen zu Tage zu fördern, vollständig anzugeben. In der Thatschrieb Fröbel im Jahre 1826 ein größeres Werk: die Menschenerziehung, die Erziehungs-,Unterrichts- und Lehrkunst Bd. I-, bis zum begonnenen Knabenalter, Keilhau 1826 ,welches gewißermaßen als der Vorläufer seiner Kindergärten bezeichnet werden kann.Dagegen hat er über die Erziehung der höheren Lebensalter, also über Volksschulen,Gymnasien, Universitäten u. s. w. nichts geschrieben, was die Sphäre abstracter Allge-meinheit verließe und das Gepräge praktischer Anwendbarkeit an sich trüge. Doch be-gründete er mit großen Kosten und Opfern aller Art, bei denen sich auch seine ersteGattin, die Tochter des Kriegsraths Hofmeister in Berlin, mit lebendigem Enthusiasmusbetheiligte, die allgemeine deutsche Erziehungsanstalt zu Keilhau, die ein praktisches Ab-bild von seinen theoretischen Erziehungsideen geben sollte. Ob diese Anstalt in derThat ein lebendiger Ausdruck der Ideen Fröbels, die er mit frischer Begeisterung undin hohen, fast allzu hohen Worten durch seine Brochüren verkündete, gewesen sei, läßtsich billigerweise bezweifeln. Zuvor sei bemerkt, daß die Keilhauer Anstalt noch bestehtunter dem Directorat des trefflichen Barop, eines Verwandten von Fröbel: aber es