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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Friedrich der Große.

auf diesem Boden Eingang zu verschaffen. Allein er fragte nicht: „Was ist wahr?'sondern: "Wobei befindet das Volk sich wohl?" d. h. er wandte politische Grund-sätze auf die Behandlung der Volksschule an, und diesem Element der Consequenz istes wiederum zu danken, daß die Volksschule den äußeren Uebertritt in die Staats-gewalt innerlich so unangetastet bestand. — Die Hanptpuncte, in welchen die Regie-rung Friedrichs des Großen das Volksschulwesen weiter bildete, sind die Errichtungeiner leitenden Behörde für dasselbe und die Erlassung des ersten allgemeinenLandschulreglements. — Friedrich Wilhelm I. hatte bereits in dem Edict von1716 neben einigen Bestimmungen Uber Schulbesuch und Lehrstoff für die Ausbil-dung von Lehrern durch die Vermittlung oder directe Thätigkeit der Pröpste Vor-sorge getroffen. Eine Reihe von Verordnungen der folgenden Jahre regelte die Er-haltung der Schulen, die Erwerbsquellen der Lehrer, die Präsentation und Einsetzungderselben u. dgl. m. Die großartig angelegten Waisenhäuser zu Berlin und Potsdamund eine Schenkung von 150,006 Thlr. für die Schulen der Salzburger Vertriebenenbewiesen, was die sparsamste Regierung Europa's für das Schulwesen zu thuu imStande war. Das Jahr 1735 brachte in der Lastadie'schen Stiftung zu Stettin daserste Schnllehrerseminar der Monarchie. Im folgenden Jahre erschien für das eigent-liche Preußen schon ein Generalschulplan, welcher namentlich die Errichtung und Er-haltung der Schulen mit speciellen Bestimmungen regelte. Im Frühling des Jahres1738 erschien eine ergänzende Verordnung zu demselben und im Herbst desselben Jahresein Reglement für die deutschen Privatschulen der Stadt Berlin (Heppe III. S. 20 sichSo war auf allen Seiten thcils vorgearbeitet, theils der Grund gelegt, als Friedrichder Große seine Regierung antrat. Er begann daher mit einer Bestätigung aller inSchulsachen ergangenen Befehle und Reglements durch das Edict vom 13. Oct. 1710.Die Bestrebungen der nächsten Jahre waren hauptsächlich der Durchführung des preußi-schen Schulplanes gewidmet, wobei Friedrich ein strenges Verfahren gegen die säumige»Adeligen einschlug. Während der Kriegsjahre sodann geschah begreiflicherweise wenigfür die Schulen. Allein schon sieben Tage vor dem Abschlüsse des HnbertsburgerFriedens erließ der König eine Ordre (Heppe III. S. 31 f.), des Inhalts: „daß beider bald und mit nächstem herzustellenden öffentlichen Ruhe er sein Augenmerk mitdarauf gerichtet habe, daß die vorhin und bisher so gar schlecht bestellten Schulen ausdem Lande nach aller Möglichkeit verbessert und solche mit nicht so gar unerfahrene»Leuten weiter besetzt werden müßten. Er sei gesonnen, hiermit zuvörderst den Anfangin den Amtsdörfern der gesammten Kurmark zu machen und wolle, daß zu Schul-meistern darin keine andern als diejenigen genommen würden, welche der K. R. Heckerdazu vorgeschlagen oder wenigstens examinirt und genugsam tüchtigbefunden habe, mithin die Beamten mit Bestallung der Dorfschulmeister sich nichtmehr abgeben, sondern diese von der Kammer geschehen sollte." Der hiedurch a»die Spitze des Volksschulwesens der Kurmark gestellte königl. Rath Hecker (s. d. Art.)war kein anderer als der bekannte Begründer der Berliner Realschule. Schon seit1748 hatte derselbe in seiner Schule zugleich ein Seminar eingerichtet, in welchem3—4 junge Leute zunächst für die zur Dreifaltigkeitskirche gehörigen Schulen aus-gebildet wurden (Heppe I. S. 61). Dies Seminar wurde bereits durch die Rescripte vom8. April 1750 und vom 25. September 1752, sowie durch die Circularverordnungvom I. October 1753 zum Mittelpunct des Bolksschulwesens erhoben (Heppe IUS. 31), indem verfügt wurde, daß alle zur Erledigung kommenden königl. Küster- undSchullehrerstellen möglichst mit den Zöglingen desselben besetzt werden sollten. Aucherhielt das Seminar zur Unterhaltung von 12 Seminaristen eine jährliche Unterstützungvon 600 Thlr., eine Bewilligung, die um so höher anzuschlagen ist, als es sonst nichtgerade Geldbewilligungen sind, wodurch Friedrich der Große die Schulen zu hebe»suchte. Kaum hatte der König die Besetzung der Lehrerstellen von der Regierung ab-hängig gemacht und an ein von einem königl. Rathe vorzunehmendes Examen geknüpft,als er auch schon, wenige Monate nach dem Friedensschlüsse, an die Aufstellung einer