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FöMoil.
Ferien.
Nützung desselben sehr lehrreich sein müßte. Die erste wahrhaft correcte und vollstän-dige Ausgabe (in 24 Büchern) erschien erst nach des Verfassers Tode im Jahr 1717und zeigte die Leichtfertigkeit der wider Fsnslons Wollen durch unredliche Procedumbewerkstelligten ersten Drucke. Aber diese hatten bereits einen erstaunlichen Erfolg ge-habt und dem Verfasser die bewundernde Theilnahme des im spanischen Erbfolgekriegegegen Frankreich bewaffneten Europa zugewaudt.
Während dieses Kriegs hat Fonslon für Frankreich doch die edelste Wirksamkeit ent-faltet und seinen gereiften Zögling, der jetzt als Feldherr sich versuchen sollte, in treuesterWeise, wiederholt unter den bittersten Schmerzen, berathen. Als der Tod des Dauphin1711 den Herzog von Bourgogne dem Throne zunächst gestellt hatte, strebte Fsuölonin Verbindung mit den Herzogen von Beauvilliers und von Chevreuse den mit der.edelsten Gesinnung erfüllten Fürsten zur Regierung des tief erschöpften und mit Sehn-sucht auf seinen Regierungsantritt harrenden Reiches durch die ausgedehntesten undbedeutungsvollsten Rathschläge auszurüsten. Aber unter den erschütternden Ereignissen,welche den königlichen Palast verödeten, sank auch dieser Prinz in jähen Tod (Februar1712). Fsnslon, im tiefsten Herzen verwundet, — das Leben und der Tod des Her-zogs von Bourgogüe war in der That das Leben und der Tod Fsnslons — schloßseitdem mit der Welt ab und wandte alle Gedanken, alle Sehnsucht dem Frieden derEwigkeit zu. Am Ende des August 1714 sank auch der treue Beauvilliers in das Grab.Mit dem Eintritt des neuen Jahres erkrankte Fsnslon selbst; am 7. Januar vollendeteer sein reich geschmücktes, vielgeprüftes Leben.
Fsnslons Werke erschienen zum ersten Male gesammelt, doch nicht vollständig,Paris 1787 — 92 in neun stattlichen Quartbänden, deren erster eine gut geschriebeneBiographie Fsnslons von Abbs Querbeuf enthielt. Im Jahre 1810 folgte eine zweiteAusgabe (Paris, io Bde. 8) und fast gleichzeitig eine dritte (Toulouse, 19 Bde. 12).Die pädagogischen Werke sind sehr oft aufgelegt worden; kaum zu übersehen sind dieAusgaben und Uebersetzungen des Telemach. Vgl. Ebert, bibliographisches Lexicon l.Die beste Biographie ist noch immer äs Uuussst, Uistoirs äs Pension (kur. 18Ü8,3 Bde. 8. 2. Ausgabe 1809), die in deutscher Bearbeitung von Feder (Würzburg1811 f. 3 Bde.) auch bei uns bekannter geworden ist. Eine pädagogische WürdigungFsnslons hat der Verfasser dieser Skizze in drei Schulprogrammen versucht (Zittau1857). Vgl. Wunderlich, Fsnslon, Erzbischof von Cambray, ein Lebensbild (Ham-burg 1873). H. Kümmel.
Ferien (Schulferien). Sobald das Unterrichtswesen eine gewiße Ausdehnungund Stetigkeit gewonnen hatte, trat auch das Bedürfnis ein, zu gewißen Zeiten derlernenden Jugend wie den Lehrern und Führern derselben Erholung zu schaffen.. Esist bekannt, daß für die Schulen in Rom das Fest der Quinquatrus (Quinquatria)eben deshalb eine froh begrüßte Zeit war (Hörnt, sxx. II. 2, 197). Bei der reichenEntwicklung des neuern Unterrichtswesens mußten, je mehr die Kräfte der Lehrendenund der Lernenden in Anspruch genommen wurden, um so mehr auch Zeiten der Er-holung ein Bedürfnis werden. In den Schulordnungen des 16. und 17. Jahrhundertssind daher Bestimmungen über Ferien oft gegeben; seitdem hat die Schulgesetzgebuugdiesem Gegenstände immer wieder sorgfältige Aufmerksamkeit gewidmet, und die daraufbezüglichen Bestimmungen sind ebenso genau als mannigfaltig. Dabei ist nun freilichvon vornherein klar, daß das Bedürfnis ein sehr verschiedenes ist: ein anderes für denLehrer, ein anderes für den Schüler, ein anderes wieder für den Volksschullehrer, einanderes für den Lehrer des Gymnasiums und der Realschule, wie denn auch der Jüng-ling von 16 —18 Jahren solcher Unterbrechungen in anderer Weise bedarf, als derKnabe von 6—8 Jahren; aber das Wesentliche ist doch unter allen Umständen, daß dendurch Wochen und Monate in gleichmäßiger Spannung gehaltenen Kräften eine Fristgeschenkt wird, wo die Spannung aufgehoben und freiere Bewegung möglich ist, wo dieErmüdung und Verstimmung sich lösen und Lust und Trieb zu neuer Thätigkeit sichbilden kann (vgl. die Art. Arbeit, Erholung). Dabei wird dann Bedürfnissen