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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Felbiger.

bloß das Gedächtnis der Schüler angefüllt, sondern deren Verstand aufgeklärt und geübtwerde. Wie wir nun diejenige Lehrart, nach welcher die dermalen bei den Normal-schulen angesetzten ersten Lehrer unterrichtet worden sind, von der Beschaffenheit befinden,daß durch deren Beibehaltung alles dies sehr wohl erhalten werden kann, so wollenund befehlen wir, solche überall zu gebrauchen, das Wesentlichstedavon, so in der Buchstabenmethode, dem Tabellarisiren, durch Frageund Antwort und Zusammenunterrichten besteht, durchgängig einzuführen,wie auch die hiezu verfaßten Bücher und Tabellen überall zu brauchen" (8 4. 5). ImWeitern wird der Besuch der Seminare von Seiten aller Candidateu des geistlichenStandes anbefohlen (K 10), Näheres über die äußere Ordnung der Schulen (§ 1124)und die stufenmäßige Methode des Unterrichts (§ 1724) festgesetzt, der Schulzwangund eine Controle des Schulbesuchs der Kinder gegenüber von Eltern und Dienstherrenstreng normirt (Z 2534), zn diesem Behufs die besondere Unterstützung der armen,inittellosen Kinder von Gemeinde wegen befohlen (§ 3541), und endlich eine sorg-fältige Schulaufsicht und Schulvisitation nach Gemeinden und Districten theils durchdie Ortspfarrer und die Erzpriester, theils durch besondere von der Regierung ernannteOberschulinspectoren aus dem geistlichen Stande (K 42 62) angeordnet. Auf derGrundlage dieses Statuts entwickelte nun Felbiger, der die Durchführung der Schul-verbesserung immer mehr als seine Lebensaufgabe erkannt hatte, freilich unter großenSchwierigkeiten, welche ihm die Abneigung des Volks und der katholischen Geistlichkeit,ja sogar mancher eifersüchtigen Protestanten bereitete, eine außerordentliche, vielgeschäftigeThätigkeit (vgl. Felbiger,Ausführliche Nachricht von der erst zu Sagau, dann aber inganz Schlesien und der Grafschaft Glatz unternommenen Verbesserung der katholischenSchulen" S. 196, 1768). Ueber die Tendenz seiner Bestrebungen spricht er sich inseiner Hauptschrift:Eigenschaften, Wissenschaften und Bezeigen rechtschaffener Schulleute,um nach dem in Schlesien für die Römisch-Katholischen bekannt gemachten Landschul-reglement der Jugend nützlichen Unterricht zu geben." Bamberg und Würzburg 1772S. 1568) folgendermaßen (S. 63) aus:Die alten Schulleute sahen vornehmlichnur auf das Gedächtnis und plagten die Jugend mit Auswendiglernen. Bei der neuenLehrart sucht man a) das Gedächtnis nicht mit bloßen Wörtern, sondern auch mit Sachenanzufüllen; b) den Verstand zu üben, zum Nachdenken und Ueberlegen anzuführen;e) von allen Dingen den Grund anzugeben, daß die Jugend ihn einsehe; ä) die Ju-gend durch Fragen (durch Katechisiren) anzuhalten. Vorhin lehrte manin den Schulen, ohne sich zu bekümmern, ob man das, was man der Jugend beibrachte,so lehrte, wie man es brauchte. Man begnügte sich in den meisten Schulen, die Kinderbloß lesen und einen kurzen Katechismus auswendig lernen zu lassen, ohne ans Schreiben,Rechnen rc. zu gedenken. Jetzt bemühet man sich nichts, als was man im gemeinenLeben braucht und so wie mau es brauchet, zu lehren und sowohl vernünftige als auchbrauchbare, arbeitsame und gesittete Leute zu bilden. Die alten Schulleute dachten wohlkaum daran, wie sie geschwinder und besser ihren Zweck erlangen könnten. Jetzt suchtman den Schülern das Lernen zur Lust und angenehm, so wenig beschwerlich als möglichzu machen und in kurzer Zeit und mit weniger Mühe alle Kinder durch die Schulevermöge des Zusammenunterrichtens zu unterweisen. Ehedem war cs der Willküreines jeden Schulmanns überlassen, wie er unterrichten oder eines nach dem andernVorträgen wolle. Nun hat man alles, was soll gelehrt werden, in Ta-bellen und andern Aufsätzen so geordnet, daß wenn Schulleute dar-nach sich nur achten, alles sowohl ordentlich als gründlich und auchso viel, als der Jugend zu lernen nöthig ist, vorgetragen wird; maufängt in allen Dingen vom Leichtesten an und geht sodann erst zum Schwereren fortund lehret das zuerst, ohne welches das Folgende nicht kann verstanden werden."»Für alle Dinge aber, die ins Gedächtnis sollen gefaßt werden, bedient man sich einesbesonderen Vortheils nämlich der Buchstabenmethode." Das für die dama-ligen Zeiten eigenthümlich Neue der Felbiger'schen Methode bestand also neben dem