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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Falk.

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und der wichtigste Theil der von hier ausgehenden Hülfe bestand in der Stiftung derersten deutschen Rettungsanstalt, welche nun in den letzten dreizehn Jahren seines LebensW zu seinem Tode im Jahre 1826 den ausschließlichen Beruf seines Lebens bildete.Die Seelenrettung armer, verlorener Kinder war die große Idee, welcher er fortan lebte.

Der Geist, in welchem diese Anstalt gegründet und geführt wurde, war von An-fang an derjenige der innern Mission und wir finden die Idee dieser Bestrebungenschon von Falk mit hinreichender Klarheit, wenn schon natürlich nicht in dem vollstän-digen Umfange ihres Wirkens erkannt und ausgesprochen, zunächst mit der bestimmtenRichtung auf das pädagogische Gebiet, nach dem Bedürfnisse der Zeit. Doch ordnetesich sein Wirken gleich anfangs dem religiösen und kirchlichen Leben unter, nicht imSinne einer bestimmten Verfassung und amtlichen Organisation, sondern im Sinne desReiches Gottes und seiner von dem Herzen ausgehenden freien Bethätigung. Nichtdie Linderung der Armut war der erste Gesichtspunct, so sehr eine gründliche Bekämpfungderselben in dem Gesammtzweck mit enthalten war; das Erste war ihm die Ueberwin-dung der Sünde und die Heilung der Seele durch die Kraft des lebendigen, nicht bloßin Worten stehenden Evangeliums, des christlichen Glaubens und der christlichen Liebe.DasHeidenthum" innerhalb der christlichen Welt will er bekämpfen. .Der seit 11Jahren verfolgte Hauptzweck unseres Vereins," schreibt er 1823 im Jahresbericht,.scheint eine Art Missionsgeschäft, eine Seelenrettung, eine Heidenbekehrung zu sein,aber nicht in Asien oder Afrika, sondern in unserer Mitte, in Sachsen, Preußen" u, s. w.,Er sucht Criminal- und Zuchthaus um so viel Candidaten wie möglich zu betrügen,ein Gott wohlgefälliger Betrug, dessen Gelingen die gedruckten Actenstücke (in denJahresberichten) unwiderleglich beweisen." Und die Mittel einer solchen Erziehung undSeelenrettung fand er nun nicht in äußerer Gewalt, sondern in der Anwendung ebenderjenigen Kräfte, welche in dem Zögling zur Bethätigung und Herrschaft gebrachtwerden sollten, des Glaubens und der Liebe und der durch diese Grundkräfte geheiligtenund gestärkten Persönlichkeit. Vaterherz und Vaterweisheit, auf dem Boden des reli-giösen Lebens erwachsen und erstarkt, sind ihm die Kräfte der Erziehung. Damit fesseltund regiert er die wilden Knaben, die er dem umherschweifenden Leben entzogen hat.,Wir schmieden alle unsere Ketten von inwendig", sagt er in einem Briefe, der in denJahresberichten mitgetheilt wird. So wie der recht frei sei, den Christus frei mache, sosolle auch derjenige es wohl lassen, über Berg und Thal zu schweifen, den Christus inBande lege. Wie Eltern nicht nöthig hätten, ihre Kinder durch Schloß und Riegelzuriickzuhalten, so bedürfe auch er solcher Mittel nicht. Die Liebe sei es, die allesüberwinde. Daß gleichwohl auch hier die Erfahrungen und Erfolge verschieden ge-wesen sein müßen, versteht sich von selbst und wird auch in den Jahresberichten bezeugt.

Seiner Organisation nach bestand das Unternehmen Falls eigentlich aus einerReihe von besonderen Instituten, welche nicht gleich anfangs als Ein Ganzes gedacht,sondern mehr auf historischem Wege, wie das Bedürfnis drängte, zu gegenseitiger Er-gänzung gestiftet wurden. Den Mittelpunct bildete die zur Erziehung, Versorgung,Unterstützung von Kindern und Jünglingen gegründete Einrichtung. Man brachte dieKinder in Familien unter, die schon consirmirten Knaben zur Erlernung eines Hand-werks bei Meistern. Die Werkstätten eines Landes betrachtete er als die Grundpfeilerseiner Civilisation. Erwachsenere es gab auch Studenten unter ihnen lebtenselbständig und wurden nur unterstützt. Diese Versorgung und Unterstützung geschahnicht aus einer gemeinschaftlichen Kasse des gesammten Vereins, sondern in wenigergeschäftsmäßiger, mehr persönlicher Weise, indem einzelne oder einige der Mitglieder sicheinzelner Kinder anuahmen und nach gemeinsamen Grundsätzen, ohne Zweifel auch unterGenehmigung und Bestätigung des Vorstandes für sie sorgten. In wenigen Jahrenstanden nahe an 500 Kinder unter der Obhut des Vereins. Falk selbst hatte immereine Anzahl von Zöglingen im eigenen Hause, wohl nicht über zwölf, wozu er theilsdie am meisten verwahrlosten, theils solche auswählte, welche für eine höhere Ausbil-dung, namentlich für das Lehrfach, geeignet schienen, und von welchen Mitwirkung und