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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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362 Crziehmigsprincipien. »

Schleiermacher, Erz.-L. S. 50 ff.:das Ende der Erziehung ist die Darstellung Z!einer persönlichen Eigentümlichkeit des Einzelnen; die Erziehung soll den Einzelnenausbilden in der Aehnlichkeit mit dem größer» moralischen Ganzen, dem er angehört."

/?) Der realen Welt entnommen sind diejenigen Principien, die uns entweder die !Glückseligkeit (wie die Philanthropien, vergl. Trapp, Vers, einer Päd. 1780 S. 25),oder die Gesundheit (Locke's sarm maus ir> oorxors sauo), oder die Kräftigkeit (P esta-lozzi's Ideal:ungeheure Kraft") oder die Schönheit (Schreber, Kallipädie oderdie Erziehung zur Schönheit. 1858), als Erziehungsziel Vorhalten; der Jndustrialis- !mus weiß uns auch die Arbeit als solches zu empfehlen, wornach eigentlich der oaviisrdas Ideal eines Menschen ist (Friedrich, die Erziehung zur Arbeit. 1852). Hiehxxgehört aber auch das Rousseau'sche Princip der Naturgemäßheit; denn wenn gleichdasselbe die Natur zunächst nur als Muster und Maßstab bezeichnet, dem gemäß dieErziehung bewerkstelligt werden soll, so ist doch als Resultat nichts anderes gedacht als i

reine Natur, frei von allem, was ihr hemmend und entstellend sich anhängen will, frei !

im Gebrauche aller ihr inwohnenden Kräfte. Da ist Erziehung nicht Erhebung derNatur zur Cultur, sondern Zurückführung aus der Cultur zur Natur. Wie dieses s

Princip von Beneke ausgenommen und modificirt worden ist, darüber s. seine Erz.-Lehre I. S. 10 ff.

2) Objective Seite.

«) Auch hier begegnen uns bei den einen solche Grundanschauungen, deren Objecteine ideale Macht ist, für welche der Zögling gebildet werden soll. Obenan ist in dieserLinie die specifisch religiöse Erziehung zu stellen, in dem Sinne nämlich, in welchem !Religion als absoluter Gegensatz gegen alles sogenannte weltliche, wie Staatsleben,Wissenschaft, Kunst u. s. w. gedacht wird, also im Sinne pietistischer Einseitigkeit undExclusivität. Denn obwohl auch in solchem Falle als Ziel der Erziehung die Seligkeitdes Zöglings angegeben wird, also wirklich der Zweck der Erziehung in ihm selbst, inseinem persönlichen Heile liegen soll (was die religiöse Fassung des eudämonistischenPrincips, s. 1, ^) wäre): so bringt es gerade die genannte Einseitigkeit und Exclusivitätmit sich, daß nicht mehr der Sabbath um des Menschen willen, sondern der Menschum des Sabbaths willen da zu sein scheint, d. h. daß die Religion zu einem starren,traditionell noch mehr erstarrten Gesetze wird, dem gegenüber das rein Menschliche völligignorirt oder vernichtet werden soll, statt daß man es verstünde oder auch nur ver- ^suchte, das Menschliche mit dem Göttlichen, das Vergängliche mit dem Unvergänglichenins rechte Verhältnis zu setzen, jenes durch dieses zu verklären, dieses in jenem zu reali-siren. Da ist z. B. das Gebet nicht mehr der Trost und die Zuflucht des Menschen-herzens, sondern eine Aufgabe, deren Umfang man möglichst steigert; es soll nicht mehrals Bitte und Dank, als A und O des Menschen Thun heiligen, nickt mehr wie einSonnenblick bald da bald dort ins gemeine Leben hereinglänzen, sondern es soll alles !andere, soweit die physische Möglichkeit dies zuläßt, absorbiren, es soll selber zur Arbeit,ja zur Kunst, zur Virtuosität werden. Dies ist zwar von keinem Pädagogen geradezuals Princip aufgestellt und theoretisch ausgeführt worden, aber daß es in der Praxisvorkommt, ist unleugbar; der Vollständigkeit halber mußte dasselbe, als Gegensatz zuni !echt religiösen Princip, wie es oben entwickelt wurde, genannt werden. In dieselbeReihe setzen wir Grundsätze, wie den Diesterweg'sehen (s. d. Wegweiser für deutscheLehrer. 1838 I. S. 6): Erziehe dein Kind zur Selbstthätigkeit im Dienste des Wah-ren, Guten und Schönen. Der Ausdruck ist gut gewählt, wir könnten ihn acceptiren,sobald wir nur erst wüßten, was denn dieses Währe, Gute und Schöne ist? Einalter Grieche, ein Humanist aus der Zeit Neuchlins, ein Kantianer, ein modernerHumanitarier oder Lichtfreund jeder wird dasselbe anders, und keiner wird es sodefiniren, wie wir auf Grund christlicher Weltanschauung es thun. Weniger noch dürftevie von Curtman (in der Preisschrift: Die Schule und das Leben) aufgestellte Formelausreichen: Erziehe dein Kind für die christliche Civilisation, obgleich der Begriff durchden Beisatzchristlich" einen bestimmteren Inhalt gewonnen hat. Sehen wir davon