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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Einfälle.

Einflistem.

das Ammlthigste daran zerstören — die Naivetät; im Gegentheil ist es häufig besser,sich nur hinter dein Rücken des Kindes darüber zn freuen, denn anfeuerndes Lachen ver-leitet zum Fortfahren, das dann schnell ins Thörichte oder Plumpe fällt, und der ElternEinbildung auf solch ein geistreiches Kind schadet diesem durch Ueberschätzung.des vonder Natur Zugeworfenen und Unterschätzung des durch Fleiß zu Erringenden. Mankann bei behenden Begriffen ein seichter Mensch sein, und der Witz, welcher nach Ein-fällen hascht, steht dein Reifen der Urtheilskraft im Wege, die nach Einsichten strebt. —Auf der andern Seite ist ein pedantisches Niederhalten und Ueberdenmundfahren ebensounpädagogisch, als wenn man dem Kind auf Spaziergängen das Hüpfen verwehrt undden schnurgeraden, abgemessenen Gang gestandener Leute zumnthet. Einfälle sind zwarnur zufällige Bewegungen des Geistes, aber es sind Bewegungen, und inan kommt inGefahr, ihn lahm und steif zu machen durch rigorosen Druck. Sie sind aber auch zumTheil, obgleich nur vorübergehende Aufhellungen dessen, was im Kind liegt, da über diein Dämmerung gehüllte Gegend ein schneller Strahl zuckt. Wer diesem Aufleuchtenwehrt, beraubt sich der Gelegenheiten, Einblicke in das Werdende und Kommende zuthun, die Individualität zu ahnen. — Man soll sich nicht zu viel versprechen von Ein-fällen der Kinder, denn nicht alle Funken werden zu einem Feuer, aber man soll sienicht ignoriren, denn „Feuer fängt mit Funken an/ A. Hauber.

Einflistem, (Einblasen, Einhelfen, Einsagen, Vorsagen) re. ist ein inallen Arten von Schulen sich von selbst ergebendes, deshalb auch ein altes Uebel. „(Mocksckisosrs jnssi kusriut" heißt es von den Schülern in den Goldberger Gesetzen von 1563,,iä äiligsntsr st aoouru-ts säisouuto, ckspositis libris rsoitauto, alias rsoituutss ackuursm noii ackmousnto. Lusurins suiiu ills ckiligsntiaru imxsckit st IZuaviorss sküoit"(Vormbaum, ev. Schulordnungen I. x. 57.). Vgl. auch I. Camerarius in seinen xras-osxta vitas xusrilis auf S. 511 der Sammlung Ds äoosncki stucksuäigus mocko. Uusil.1541; R. Winter, wo die gegenseitige Unterstützung der Knaben beim mündlichen Uebcr-setzen gerügt wird, da der Lehrer nicht nur die Anlagen, sondern auch die Fortschrittejedes einzelnen Schülers kennen müße. — Zu beachten ist, daß,es zwischen einem halblauten Mitsprechen oder Voraneilen, wie es lebhafteren Kindern, namentlich beim Sokra-tisiren, fast unwillkürlich begegnet, und einer raffinirten Kunst des Betruges unzähligeZwischenstufen giebt, deren moralischer Werth sehr verschieden ist; ferner, daß selbst beiden schlimmeren Fällen sehr häufig noch edle Motive, wie Mitleid und aufopfernde Groß-muth im Spiele sind, die selbst in der Bestrafung noch zu schonen und durch die Formder Rüge auf bessere Wege zu leiten sind, wenngleich das Bewußtsein, gegen das Gesetz,das einmal aufrecht erhalten werden muß, gefehlt und zur Täuschung geholfen zu haben,auch vor dem Rechtsgefühl des Schülers die Strafe begründet. Bei der Controlle desPensums muß jeder Lehrer sich die Aufgabe stellen, das Eiuflistern zu verhindern undwo es als Gewohnheit herrscht, es systematisch auszurottcn, ohne sich an den hierauserwachsenden Zeitverlust zu kehren. Bei Fragen dagegen, die sich mehr an Talent undVorkenntnisse, als an Pflichterfüllung richten, bleibt der Individualität des Lehrers unterBeachtung der Größe der Elaste, des. Alters der Schüler, des Gegenstandes u. s. w.ein großer Spielraum. Manche der berührten Zwischenstufen kann man bei kleinenElasten und gewählten Schülern nicht ohne Vortheil für Belebung des Unterrichtsdulden, insofern man sie beherrscht. Letzteres ist der Fall, so lange der Lehrer denintellectuellen Urheber einer jeden auf sympathischem Wege sich verbreitenden Antwortkennt und diese Kenntnis im Bewußtsein der Schüler zu erhalten weiß. Es zeigt sichdabei zuweilen, daß in der Schule wie in: Leben ganz verschiedene Gaben dazu gehören,eine Wahrheit zu entdecken und ihr Form und Geltung zu verschaffen.*) In Bolks-

*) Wir möchten doch dem Lehrer rathen, solange er nicht eine große Sicherheit und Gewandt-heit besitzt, die Zügel in der Regel lieber etwas straffer zu halten. Auch entschuldbares Eiuflisternhindert den Lehrer, das Maß der Leistungsfähigkeit bei dem einzelnen Schüler genau zu beob-achten. D. Red.