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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Deutsches Reich.

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zurück und falle was mag! — Für die methodische Anleitung der Schulamtscandidatensind die Umstände selten günstig; die wenigsten Directoren haben auch nur die Zeit,dieser wichtigen Anforderung ihres Amts so wie es geschehen sollte sich zu widmen.Es wird geklagt, daß es dem jüngeren Lehrergeschlecht im allgemeinen an Wärme undFreudigkeit für den gewählten Beruf fehle, und daß es mit pädagogischen und metho-dischen Fragen sich ernstlich zu beschäftigen wenig geneigt sei, während doch eine zweck-mäßige Behandlung der verschiedenen Unterrichtsgegenstände nach der gegenwärtigen Lageder Dinge jetzt mehr als früher didaktische Kunst erfordert. Der angehende Lehrer muß, umnur einiges hervorzuheben, u. a. sich darüber klar sein, welches Verfahren er anzuwendenhat gegenüber dem Umfang und der Menge des gleichzeitig von dem Schüler aufzu-nehmenden und zu verarbeitenden Stoffs, in den oberen Classen auch gegenüber derunsicher gewordenen Grenzlinie, welche den Unterricht der Schule von dem der Univer-sität scheidet; wie er also z. B. Geschichte zu lehren hat, ohne in das Gebiet derUniversität hinüberzugreifen und durch frühe Sättigung das Verlangen nach wissen-schaftlicher Erweiterung und Begründung der Schulkenntnisse zu ersticken; ferner, obbeim Elementarunterricht in den alten Sprachen die Ergebnisse der Sprachvergleichungzu verwerthen sind, was einige für nöthig halten, während andere in der Linguistik diegrößte Gefahr für den Sprachunterricht der Schule erblicken; ob Kenntnis der Schrift-steller jetzt als Hauptzweck des griechischen und lateinischen Unterrichts anzusehen, gram-matische Correctheit aber erst in zweiter Linie zu erstreben, und wenn beides nicht zu-gleich erreichbar, letztere eher preiszugeben ist. — Die über einen Gegenstand von vor-zugsweise vaterländischem Interesse, den Unterricht im Deutschen, seit einigen Jahren inZeitschriften und Büchern geführte Controverse läßt erkennen, wie uneinig man nochüber dasjenige ist, was sich die Schule darin zur Aufgabe setzen muß und darf. Einanderer Beweis davon ist in vielen Fällen der deutschgrammatische Unterricht, die Aus-dehnung des Unterrichts im Alt- und Mittel-Hochdeutschen, die Art der Themata zuden Aufsätzen und die Benutzung der Literatur in der Schule. Die Verwilderung desdeutschen Stils, der man jetzt oft begegnet, ohne weiteres der Schule zur Last zu legen,wäre eben so unbillig wie das Verlangen, daß die Abiturienten Gewandtheit in freierRede und eine productive stilistische Fertigkeit erlangt haben sollen. Aber die sicherenelementaren Grundlagen dazu soll ihm die Schule durch consequente Uebung und durchGewöhnung an Ordnung, Correctheit, Klarheit und Angemessenheit mitgeben. — DerWunsch, unsere herrliche Muttersprache mehr als es bisher geschehen ist vor Mißbrauchund Verunstaltung zu sichern, hat zu dem Vorschläge geführt, die nationale Erhebungdieser Zeit auch zur Stiftung einer Akademie der deutschen Sprache zu benutzen. DasSchicksal früherer Versuche der Art in Deutschland und die Wirksamkeit ähnlicherAkademien in anderen Ländern sind nicht geeignet, große Hoffnungen auf den Erfolgeines solchen Unternehmens zu erwecken. Der wesentliche Zweck derselben liegt schonin den Aufgaben der deutschen Schulen und Universitäten; es wird nur darauf ankom-men, daß sie sich derselben bewußt werden und die rechten Mittel dazu beharrlich inAnwendung bringen.

Wie gewinnt der junge Lehrer Einsicht in die Bedeutung und Tragweite dieserund ähnlicher Fragen, und wie wird er befähigt, sichere Schritte in der Praxis zuthun, zu der sie ihn anregen? Für die methodische und sonstige Vorbereitung derLehrer höherer Schulen ist nicht ebenso wie für die Einführung in die Erfordernissedes Elementarunterrichts ein Seminarcursus das Herkömmliche, aus dem guten Grunde,weil darauf gerechnet wird, daß ein gründliches wissenschaftliches Studium an und fürsich eine methodisch bildende Kraft in sich trage, und daß systematisch erworbene Wissen-schaft auch zu einer methodischen Anwendung derselben geschickt mache. Allein dieseVoraussetzung trifft weder überall zu, noch erstreckt sie sich auf alle Anforderungen desSchulamts. Auch ein Reichthum von Kenntnissen und guter Wille schützen, wie dieErfahrung zeigt, an sich nicht vor einer unsicheren, mechanischen oder tumultuarischenUnterrichtsweise, die eine Methode gar nicht zu heißen verdient. Es erscheint deshalb

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