Schiften ber römtfcfjcu ÜMfcrjeit. 893
fann fid) bieS mol nur auf Slnmeifungen auS ftäötifhen Waffen besiegen; aber ber S'aifergemährte, nadjbem fhon §abrianuS träten, ©rammatitern, Stljetoren, Sophiften unbBhilofopfjen auSgebeijnte Immunitäten jugeftanben £>atte, foldje Befreiungen unftreitig be=fonberS ben öffentlich 2lngefteöten, bie fo atterbingS beneibenSmerter Borredjte teilhaftigmürben (®ul)n, ®ie ftäbtifdje unb bürgerliche Berfaffung beS römifhen SfeihS I, 83 f.,99, 104). US nun SJtarcuS 2lntoninuS in 2ltf)en für fämtlidje ^ädjer beS h^h erenUnterrichts Seigrer mit feften jährlichen ©eljalten anfteflte (®io ©aff. LXXI, 31) unbfo in SOßahrljeit eine Uniüerfität fchuf, errichtete er, entfpredjenb bem, maS er in Bejugauf anbre fyädjer Oerfügte, neben bem einen Seljrftuhle ber Berebfamfeit, melcgen fdEjonunter ^abrianS ^Regierung bie Stabtgemeinbe für SoKianuS errietet hatte (dpoVo?nokiTixog), einen jmeiten oon ihm felber auSgeftatteten (9-Qovog ßaoiltxög), beffenBefegung natürlich auch bem ^citfer oorbehalten blieb. SRan barf fich babei nicht mittuhn (I, 97) an ber im Behältnis ju ben Stnorbnungen beS BorgängerS fteinen Saglfophiftifher &h r 9 üW ftogen; fie hatte ihren ©runb mol barin, baß gerabe in ültljenneben ben öffentlich angefteHten Sehrern ber Berebfamfeit an tüchtigen SRätmern biefeSgach§ niemals äRangel fein tonnte. Bietleicht aber barf biefe Sl^atfadhe auch jum Be=meife bienen, tag bie in ben Bßorten meitgreifenbe Slnorbnung beS SlntoninuS i]3iuS über=haupt nur in befcßränftem 9Raße auSjufüljren mar, unb menn fchon bie noch immer be=beutenbe Stabt Sltgen bis bahin nur einen Sophiften befolbet hatte, fleinere Stäbtegemiß nicht für bie ülnfteüung oon 3 ober 4 Sophiften bie “Kittel befaßen. Über bieJpöhe ber Befolbungen gehen bie ülnfidjten noch weit auSeinanber (ßumpt, 25 f.).*)®aß ber Sefjrftuhl ber griedjifhen Berebfamfeit in 9?otn (b Stvco Ü-poVoe) für bie So=phiften baS ^öchfte 3iel beS ©h^geijeS war, braucht taum bemertt ju merben.
®ie fpätere ßeit brachte in biefe Berl)ältniffe mandjerlei tlnberungen. ®ie neue§auptftabt bei fReichS $onftantinopel 50 g natürlich auch bie ftrebfameren Sophiften an,bie eine unter ben Slugen ber £>ertfd)er fid) entfaltenbe SBirffamfeit als- Übergang $unod) glänjenberen Stellungen anfehen tonnten, freilich auch wiber gerabe bort auf mancheganj eigentümlihe Shwierigfeiten fließen- ®aß eS bort an geiftiger Stegfamfeit foraenig als an äußerlichen görberungen fehlte, geigt außer bem, maS ®hemiftiuS unbSibaniuS berichten, bie nah SSernSborfS Bearbeitung oon iparleS heoauSgegebene SiebebeS §imeriuS 51 t ©ijren ber Stabt unb Julians (Erlangen 1785). 5m ganzen erhieltenftch bie früheren Berljältniffe. ®ie meijten öffentlih lehrenben Sophiften maren oon benStabtgemeinben berufen, mie benn fetbft bie neue ffaiferftabt neben ben ODn ben faifernangefteHten Sophiften noh anbre auS ihren Kitteln befolbet ju haben fdjeint. Sturnahmen je^t bie ®aifer baS Steht ber Betätigung in Stnfpruh, wenn fie nicht gar beiber Befegung bie Onitiatioe ergriffen, in melhem gnlle bie Berufenen fid) niht miber*fegen burften.**) ®aß niht feiten aud) bie ©ntlaffung 00 m SßiHen beS $aiferS ab=hing, oerfteht fih Oon felbft in einer Beit, roelhe an ein fo beSpotifd)e§ Bßefen fid) 9 e 'möhnt hatte; fogar Beurlaubung auf längere ßeit mar oon ber Staatsregierung juerbitten (SieoerS 18 f.). Übrigens tarn eS auh in biefer ißeriobe niht ju auS*gebehnterer ®urhfül)rung beS oon SIntoninuS ipiuS Slngeorbneten; felbft bie große Ketro=poliS Slntiodjia hatte nur einen öffentlichen Selber ber Berebfamfeit, unb belannt ift, baßSibaniuS lange 5ah^e i^inburcb 0 rlfc nöltwg aoquoTijg mar. Slber neben ber fleinen
*) ©eibft bie (Srflärung beS »oovog noUxixög als eines bon ber Stabtgemeinbe begrün*beten ift nod) unftd)er, ba ber ©prahgebramb anh koyovs noXiTtxoig tennt unb ißbilafteatuSOOU einem Sophiften fagf. ätangeufjs TU nohxixci ysvofievos iv re TraEOßsCais v 7 i'eq xtövfiEyiaxiav f-nntaßtvatv. (II, 2, 5, 20).
**) $ie SInorbnuug be§ SatferS SutianuS Cod. Theod. XIII, 3, 5.: Sed quia singuliscivitatibus adesse ipse non possum, quisquis docere vult, non repente nec temere prosiliatad hoc munus, sed judicio ordinis probatus decretum curialium mereatur, optimorum con-spirante consensu. .Hoc enim decretum ad me tractandum referatur, ut altiore quodamhonore nostro judicio studiis civitatum accedat.