Sdjitlc nnb $flUÖ (ßergl. b. 3tr±. Sllumnate, Aufgaben, Ergiefjer, ©rgietjung,©ireftor, Äirdje, ©eißlicbe :c., ©eelforger te., HIHtfdjüter, ©thulgucfjt). ©djule unb £>au§teilen fiel) miteinanber in baS ©efdjaft bet Ergietjung. fpierbei oerfteben wir bie§ 2ßortnidjt in bem allgemeinen ©imte, in betn e§ wol gebraust wirb; bieltnefjr fprec^en wirE)ier ßon Ergieljung int Sinne ber Definition, welche in bem 2lrt. Ergieljung 93b. II,©. 315 gegeben ift, wo ba§ beabfidjtigte nnb gufammenljängenbe ©inwirten SD'fiinbigerauf bie Unmünbigen gurn Seljuf ber §erpeHttng einer menfdjenwürbigen fßerfönlidjfeit im©egenfafc gurn tperangieljen, Sieben, ülufgieljen, al§ ba§ SBefen be§ ©rgiebenä angegebenwirb. 2Bir finb nun aber nidjt gemeint, beiben genannten üMdjten einen gteidjen 2ln=teil an bem ©efdjäfte ber ©rgieljung anweifen gu wollen; ßielmebr pimrnen wir bemSb. II, ©. 316 in bem 3trt. „Erhebung" auSgefprochenen ©ajje bei, „baß ber ©djul=ergiefjung bie gamilienergieljung Ooran= nnb gur ©eite geben müffe, als biejenige, oonweither für bie ©efamtbilbnng be§ QöglingS oiel mehr abbängt, als üon jener". Sringtbücb ba§ $inb, wenn e§ in bie ©tfjule eintritt, fdjon eine beftimmte ©emütSridjtung mit, aufberen ©ntftebung unb ©ntroidlung bte Schule nidjt ben geringsten ©influß haben tonnte,bie fie aber als mitwirtenbe, ja gurn ©eit wefentlicb bebingenbe ©röße in ba§ ©efdjäftber Srgieljung einreiben muß.
@§ iß aber wol ber fDiülje wert, etwas näher barauf eingugeljen, wie fid) nunfpauS nnb ©c^ule in baS ©efdjäft ber Ergiefjung be§ nadbwaebfenben ©efdjtedjtS teilen.2Bir haben ben größeren ©eil bem §aufe gugefcfjieben. ©)ie Einbrüde nnb Einwir=fnngen beS §aufeS finb biel ga^lreidjer unb parier als bie ber ©djute. ®aS Äinbbringt ja einen biel größeren ©eil ber 3 e ^ außerhalb ber ©cfjule als in berfelben gu;bie ljän§tidjen Aufgaben für bie ©cfjule fallen, wie ber 9tame giebt, bem §aufe gu, unbeS ift an ber ungenügenben 2!rt, wie biefelben oft bearbeitet werben, wd! gu ertennen,baß ber unmittelbare (Sinftuß ber ©chule gurüdgetreten ip. ©onp aber pflegen bie©Item ihre ßinber, wie oon ©eburt an, fo auch fpäter bei gefunbem SerljältniS mitSiebe unb Bärtlidjfeit, fo baß e§ wirtlich wibernatitrlid) wäre, wenn biefelben nicht imSweifelSfalle eher ben Eltern unb bem §aufe gußeten, als ben Sebrern unb ber ©djule.©enn e§ ip nicht gu leugnen, in ber ©chule tritt bem S'inbe ber Ernß unb ba§ ©efeig, wennauch in mitber gorm, entgegen, ®ie ©ewöljnung an fftutje unb Drbnung, bie Erregungunb geffelung ber Slufmerffamteit, ba§ finb Aufgaben, bie ber ©djute gang befonberS gu=fallen, in beren Erfüllung fie aber in ben leb^aftepen $ampf gerät mit ber natürlichenSeweglidjfeit nnb Berftrentfjeit beS jugenblidjen SllterS. SBäljrenb ba§ §au§ oielfadj inber Sage ift, ben Sinbern grennblidjfeit gu erweifen nnb ©enüffe gu oerfdjaffeit, finbfolcbe Gelegenheiten in ber ©djule fpärlich nnb fie muß öietmefjr bie ©enüffe öiel=fach befcEjränfen. ©iefe Serljältniffe geben ber ©chule gegenüber ßon bem §aufe feinegiinftige ©tellung unb ßerfeijen fie im gälte eines SZBiberftreitS gurn »orauS in eine nadj=teilige Sage.
SDiefe Stellung wirb nodj oiel ungünpiger, wenn man bie ©chule, wie fperbarttEjut (pgl. b. 3lrt. §erbart III. ©. 405), nur als eine -Kotbilfe anfiebt, beren 93e=
Sßäbag. GncijttopK&i», VIII. 2. Stuft. 1