Lateinischer Unterricht.
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monss. Ucberall hatte man bei Ovid und Virgil nur die spisoäia und andere schöneStücke im Auge, damit die Schüler mit dem ganzen Werke in einer mäßigen Zeit fertigwerden können, ganz in der Weise, die I. A. Ernesti in der xrusk. zu dem FischcrschenOvid x. XII ausführlich dargclegt hat. Wolf*) weicht nicht wesentlich ab, doch gehter zu weit, wenn er für vorgerücktere Selectaner Lucrez und von den spätern Epikernnoch Lucan und Claudian verlangt. In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts giengman von Phacdrus zu den Metamorphosen, dann zu Virgil, Tercnz und Horaz. Einallgemein gültiger Kanon ist nur in Betreff des Ovid, Virgil und Horaz festgeftcllt.Bei der folgenden Zusammenstellung sind, abgesehen von Preußen, das eigentlich keinGesetz hat, nur die Länder beachtet, in denen eine gesetzliche Vorschrift besteht.
IV.
IIQ
111°
IQ
IQ
Preußen
Kbasärns oder tiroe.
Chrestom.
Oviä. ölst.
Virg. H.sn.
Virg. Von.
Bayern
Chrestom.
Oviä sieg. ölet.
Virg. Vsu.
Sachsen
Chrestom.
Oviä. ölst.
Oviä. Ving-,
Virg. Vsu.
Baden
kliasärus oder Ehrest.
Oviä.
Oviä.
Virgil.
Virg.
Hessen
Klrasärus.
Oviä.
Oviä.
Virgil.
Virg.
Meiningen
kkasärue.
Ist'
Oviä. List.
Oviä. öletam.
Virgil.
Virg.
Preußen
Karat. carm.
Üorat.. earm. Lat.. Lpisl.
Bayern
Virg. kme. und gsorg.
Karat, carm.
X. k. Virg.
gsorg. Karat, i
Zat. Ilpist.
Sachsen
Karat. earm. Vsrsnt.
Karat, carm. 8at. Kpist. käautus.
Baden
Karat. carm.
Karat. Lat. Hpist.
Hessen
Karat.
Karat.
Meiningen
Karat.
Karat.
Auch in Oesterreich wird in der obersten Classe deS Nnter-Gymnasiums eine Chre-stomathie gebraucht, dann folgen aber in den Elasten des Ober-Gymnasiums I. OvidsMetam., II. Auswahl aus Virgils Erlogen und Georgien, Anfang der Aeueide, III. Fort-setzung der Aeneide, IV. Horaz Dichtungen nach einer Auswahl; denn hier ist alles inAuszügen zurecht gemacht, wie von Grysar (bereits in 13. Ausl.) und von v. GehlenOvid, von Fr. Hofmann ^snsiäos spitoms, uccsäit sx 6sor§. st Luoolie. äslsotns1872 und von Grysar Karat. eurminu sslsata (1872). Die französischen Lyceen habenin VI. Phacdrus, in V. keinen Dichter, in IV. Oviä. ölet. und Vir§. L.sn. I. und II.,in III. Vsrsntii ^näriu, Vir§. Kolo§. und sxisoäss äss KsorZIguss, außerdem ^sn.III. IV., in II. Xsn. VI. VII. VIII. und Oden des Horaz, in der rllstorigus aber-mals Virgil und Horaz, in der xliilosoxlüs keinen Dichter. In Italien ist vorgeschriebenfür die 2. Classe Phacdrus, für die dritte Ovids Fasti, für die 2. Virgils Eclogae undAeneide und damit begnügt sich auch die oberste Elaste. In den Niederlanden beginntman mit Phacdrus, liest Ovid, Virgil und Horaz, aber auch schon um des Sprechenswillen in der zweiten Elaste zwei Stücke des Terenz. In England wird in der oberstenElaste nicht bloß Plautus und Terenz, sondern vielfach auch Juvenal und selbst Lucrezgelesen, ganz nach dem Belieben der Schulen.
Gegen den Beginn der Dichterlectüre in Quarta spricht, daß in dieser Classe zweineue Lehrgcgenstände (in Preußen sogar drei) beginnen, welche den Schüler sehr in Anspruchnehmen, das Griechische und die Mathematik, daß außerdem hier der erste Prosaiker gelesenwird. Man scheint leider jetzt sehr geneigt den Anfang des Griechischen um ein Jahr zu ver-schieben, dann siele dieses Bedenken weg. Aber der zweijährige Kursus der Tertia bietetZeit genug für die prosodischen und metrischen Hebungen, so wie für die Lectüre. Lieb-haber der Chrestomathicen können mit Siebelis' tiroeinium, das ausdrücklich für Quartabestimmt ist, beginnen und dann die gute Auswahl von Francke hinzufügen; ich binimmer noch für die luö ulus Kllusäri. Daß diese Sammlung, welche muksrmm Huum^ssopus rspperit behandelt, aber auch Anekdoten in einem heiteren, selbst derben Tone
st Arnoldt II, 171-177.