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Rußland.
Gemeindcdienstes heranzieht, erleichtert und der Vervollkommnung näher geführt werden;sondern es werden auch besonders die zum Segen und Ruhm des Vaterlandes unter-nommenen Bemühungen jedes Commissionsmitgliedcs, nach Maßgabe der Erfolge jedesEinzelnen, offenbar werden und die Erkenntlichkeit des Kaisers auf sich ziehen. „DieCommission," heißt es am Schluß, „wird nicht unterlassen, einen vollständigen Plan,nach welchem sie in Uebercinstimmung mit diesem UkaS handeln wird, abzufafscn undUns vorzulegen; in demselben werden auch die Bestimmungen ausgesprochen sein, aufwelche sich die Beziehungen und die Abhängigkeit der Schulen des Bezirks von dencentralen Universitäten, und dieser letzteren von den Mitgliedern der Commission zugründen haben." Gleichzeitig wird zum Minister ernannt der Graf Peter Sawadowski,zu seinem Gehülfen der frühere Lehrer des Kaisers Michael Murawjew und zu Mit-gliedern der O.-Sch.-V.: die Geheimräthe Fürst A. Tschartoryski und Graf Potozki;die Generalmajore Klinger und Chitrow; die Staatsräthe Oscrezkowski und Fuß, Mit-glieder der Akademie der Wissenschaften; Kauzlcidircctor derselben wird KollcgicnrathKarasin. Außer diesen gehörten derselben an der Senator und wirkliche GeheimrathPeter Swisstunow und die Mitglieder der früheren Commission, Gcheimrath TheodorJankowitsch de Miriewo und Peter Pastuchow.
Der Graf Peter Sawadowski,*) „ein gescheuter ukrainischer Kopf," wie Zeit-genossen ihn nennen, unter den früheren zwei Regierungen viel verwendet, brachte fürden neuen Posten die langjährige Erfahrung mit, welche er sich als Präsident der unterKatharina II. errichteten Schulcommission seit 1782 hatte erwerben können. Allein seineHauptvcrdienste um das Schulwesen fallen nicht in die Zeit der neuen Regierung, undwenn gesagt worden ist, daß unter seinem Ministerium mehr für die Schulen gcthanworden sei, als im vorhergehenden Jahrhundert, daß die Zeit seines Ministeriums fürimmer die glänzendste Epoche in der Geschichte der Volksbildung bleiben werde, so machtPypin mit Recht geltend, daß das Verdienst, diese noch nie gesehene Bewegung gewecktzu haben, vor allem dem Kaiser gebühre, der mit seinem enthusiasmirenden Beispiel allenvorangicng. Es muß hinzugcfügt werden, daß bei den energischen Arbeiten der Commissiondie Haupttricbfcdcrn offenbar die jüngeren Kräfte waren, allen voran Nowofilzow, dannTschartoryski, Murawjew. lieber Sawadowski hören wir nicht nur die Klagen desscharf urtheilenden Grafen Rastoptschin, der 1803 schreibt, jener sitze am Bostontisch,
*) Geboren 1738 (nach andern 1739) im Tschuernigow'schen Gouvernement als der Sohneines Kosakenmajors, erhielt er seine erste Bildung im Hause eines Oheims, der ihn späterder Jesuitcnschule zu Orsch übergab. Tort lernte er u. a. polnisch, was ihn mit einigen damalseinflußreichen polnischen Magnaten in Verbindung brachte. In der geistlichen Akademie zuKijew, in welche er sodann eintrat und in welcher daö Latein herrschte, wurde er mit den römi-schen Schriftstellern bekannt, deren Lcctürc Zeit seines Lebens seine Mußestunden ausfüllte. Erliebte cs, seine Rede mit lateinischen Citaten zu schmücken; auch sein russischer Stil zeigte denEinfluß dieser Sprache. Als der Feldmarschall Numjänzow-Sadunaiski die Verwaltung vonKleinrußland übernahm, vertraute er Sawadowski seine geheime Canzlei au. In dieserStellung machte er seine staatsmännische Schule durch. Katharina II. wurde durch seine Ar-beiten auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zum Senator und zum Oberdirector derBanken — was ihm, als einem Emporkömmling, auch Neider verjchafste. Unter Kaiser Paulwurde er 1797 zum russischen Reichsgrafen ernannt; derselbe setzte ihn aber 1799 wegen wieder-holter in der Bank vorgekommener Unordnungen ab. Am Tage seines Regierungsantrittesberief ihn Alexander wieder in den Staatsdienst, zuerst in die Gesetzzebungscommisfion. Nachseinem Rücktritt vom Ministerium der V.-A. (11. April 1810) wurde er Vorsitzender desGesetzdepartemcnts im Neichsrath, starb aber bald, 10. Jan. 1812. Von dem wenigen, wasüber S. publicirt ist, verdient eine kurze Unterredung Beachtung, in welcher er vom Einfluß derfortschreitenden Bildung auf die politische Stellung Rußlands spricht, — 1807 — aus dem Tage-buch eines Beamten, I. d. M. LXXXVI11, 6, 128. Ucbrigenö nennt auch Gretsch denMinister einen Mann von großem Verstand, auSgcstattet mit den Kenntnissen der damaligenZeit, aber träge und sinnlich.