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1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
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Achtung.

zu ihnen steht und Vaterstelle bei ihnen vertritt. Doch ist cs auf der andern Seiteauch nicht zu verkennen, daß das Dützen bei 18—20jährigen Jünglingen zu manchenJnconvenienzen führen kann. In diesem Puncte mag inan immerhin bei dein Herkömm-lichen bleiben. Nur darauf ist zu sehen, daß in der Regel nur ältere Männer in denoberen Classen Unterricht ertheilen. In ihrem Munde wird das „Du" nicht beleidigen,und das „Sie" nicht den Dünkel nähren. Allzujunge Erzieher werden überhaupt deruothigcn Auctorität entbehren (Baur 103.). Bormann ertheilt den Lehrern an denVolksschulen den Rath, sich einen Termin festzusetzen, von welchen an sie das „ Dützen"bei den aus der Schule entlassenen Schülern mit dem „Sie" vertauschen (BormannSchulkunde IV. 132 ff.) Hieran schließt sich die Frage: was von dem „Dntzen" indem Munde der Kinder ihren Eltern gegenüber zu halten sei. Das von Palmer(Pädag. 223) angeführte Beispiel einer ehrwürdigen Matrone, welche sich geäußerthabe: „Ich bin nicht meiner Kinder Kamerad," verdient alle Beachtung. Doch ist auchder fast überall in gebildeten Familien eingeführte Gebrauch des vertraulicheren,ursprünglichen „Du" schon durch diese allgemeine Einführung als berechtigt zu be-trachten. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern wird dadurch herzlicher undinniger, ohne daß nothwendigerweise der kindliche Respect leiden müßte. Nur mögendie Eltern desto behutsamer sein, daß die Zutraulichkeit nicht ausarte und daß nichtder Abstand zwischen ihnen und den Kindern übersehen werde. In ungebildetenKreisen ist diese Gefahr größer, darum möchte hier die Höflichkeitssprache vorzuziehensein. Jedenfalls sind die Kinder schon frühe an äußere Ehrenbezeugungen zu gewöhnen.Das kleine Kind werde schon angehalten, guten Morgen und Abend zu wünschen, beimKommen und Gehen zu grüßen re. Es stehe auf, wenn die Eltern keinen Platz haben,schweige, wenn dieselben reden, und erlaube sich Gegenbemerkungen nur in geziemen-der Sprache. Diese Ehrerbietung sollen die Kinder auch gegen andere bejahrte Personen,ganz besonders die Großeltern an den Tag legen. So moralisch verderblich es werdenkann, wenn man die Kinder nach einem Complimentirbuch zurechtstutzen und ihnenHöflichkeitsformeln aufzwängen wollte, für welche sie noch kein Verständnis und keineEmpfänglichkeit haben, so wenig also das gezierte Wesen der Convenienzartigkeiten derJugend zu empfehlen ist, so nothwendig ist es, daß dieselbe gegen höher stehendePersonen sich nichts erlaube, was gegen Anstand und gute Sitte verstößt (Beneke I.383 ff.). Auch hierbei müßen natürlich die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen.Sie seien doppelt vorsichtig in ihren Aeußcrungen über andere Personen, gegen welchedie Kinder Respect haben sollen, wenn diese zugegen sind. Sie müßen Pietät gegenihre eigenen Eltern beweisen, wenn sie solche von ihren Kindern erwarten. Selbstscheinbare Kleinigkeiten, daß sie die Gräber der Verstorbenen in Ehren halten, diesenoder jenen Gegenstand gleichsam als eine unschätzbare Reliquie betrachten u. s. w., sindbei der Erziehung von Wichtigkeit. Auf keinen Fall dürfen Eltern in Gegenwart derKinder kritisirend oder verächtlich über einen Lehrer sprechen; auch das geringstetadelnde Wort kann die Achtung des Kindes gegen den Lehrer wankend machen. Wienun die Eltern den Lehrern behülflich sein sollen, daß diese in der rechten Achtung stehen,so auch umgekehrt. (Raumer, Gesch. d. Päd. III, 1. S. 13 und S. 25.). Auchwo letztere Ursache haben, sich über die Eltern und den häuslichen Einfluß zu beschweren,geschehe es auf möglichst schonende Weise. Selbst wenn sie Laster rügen, denen einzelneEltern ergeben sind, wie z. B. die Trunkenheit, seien sie vorsichtig. Das Gesagte giltauch von dem Verhalten der Lehrer unter einander oder dem Director und dem Geist-lichen gegenüber. Leihen sie den Klagen eines Schülers über einen ihrer College« einwilliges Ohr, in der Hoffnung, sich selbst dadurch Liebe und Achtung verschaffen zukönnen, so täuschen sie sich bitter. Sie graben andern eine Grube und fallen selbsthinein (Baur a. a. O. S. 235.). Lebten wir nicht in einer Zeit, wo eine an undfür sich gute Sache gar zu leicht durch Uebertreibung verderblich wird, so möchte zuempfehlen sein, die Schüler zu veranlassen, daß sie bei passenden Gelegenheiten, z. B.Geburtsfesten durch angemessene Feier — nicht durch Geschenke — den Lehrern ihre

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