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1 (1876) A - Dänemark
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Achtung.

erzielt werden, daß inan sich achtungswerth zeigt. Dagegen ist die Ehrerbietung gegenbejahrtere Personen und besonders gegen Eltern und Erzieher schon im grauen Alter-thume durch Staatsgesetze als eine Pflicht der Jugend dargestellt worden. Bekannt istes, daß in Sparta der Jüngere vor dem Aeltercn weichen mußte und daß der JugendSchweigen geboten war, wenn ein Manu oder Greis das Wort hatte. Vulsr. itluxiirEII. V. §. 9. Auch bei den Aeghptern finden wir ähnliche Verordnungen und ähnlicheSitten. Ilorocl. Hist. II. 80. Man darf selbst die Behauptung aufstellen, daß dieseEhrerbietung gegen das Alter ein Grundzug der antiken Pädagogik gewesen sei. Oio.(Io smroot. e. l8. ^ul. doll. Ploet. ^.ttie. II. 1b. Ebenso wird in der Bibel mitbesonderem Nachdruck geboten, das Alter zu ehren. Michaelis, Mos. Recht Th. II.K. 140. S. 454 ff. Moses nennt 5. B. 28, 50 dasjenige Volk, welches nicht diePerson der Alten ansieht, ein freches Volk. Er gebietet, vor einem grauen Haupteaufzustehen, III. 19, ,31. Man soll die Mutter nicht verachten, wenn sic alt wird.Spr. Sal. 23, 22. bes. 30, 17. Da die Knaben den alten Elisa verspotteten, wurdensie von Bären verschlungen 2. Kim. 2, 23. 24. Ueberaus schön schildert Sirach dasans Achtung hervorgehende Verhalten der Kinder gegen ihre Eltern 3, 1318.Namentlich ist zu beachten, daß das erste Gebot, welches Verheißung hat, Vater undMutter zu ehren gebietet. Eph. 6, 2. Nicht minder bezeichnend ist cs für denGeist des Alterthums überhaupt und des römischen Volks insbesondere, daß dieehrfurchtsvolle Pflichterfüllung gegen die Götter und gegen die Wohlthäter, Eltern,Verwandte mit demselben Worte (piotus) bezeichnet wird. Cicero definirt die justusin letzter Bedeutung alsvo1untu8 Zratü in purontss" Oio. lUnnc. 33 . vrgl. cleinvont. II. 23. Die Pietas wurde in Rom als Göttin verehrt. Man erbaute der-selben einen Tempel an der Stelle, wo eine Tochter ihren zum Hungertode verurtheil-ten Vater mit ihrer Milch ernährt hatte. Wie sich von selbst versteht, wurde durchdas Christenthum in solchen Erzichungsmaximen nichts geändert. Auch im Mittelalterbis in das vorige Jahrhundert bildete dieses Dringen auf Ehrerbietung und Respecteinen Grundzug in der öffentlichen und häuslichen Erziehung. Aus diesem Grundedurften die Kinder das vertraulichereDu" nicht gegen die Eltern gebrauchen. Ließsich der Lehrer, besonders in Dörfern irgendwo sehen, so eilte die spielende Jugendweg, indem sie sich scheute, vor das Angesicht des gefürchteten Mannes zu treten. Leiderwar diese falsche Ehrerbietung mehr das Erzeugnis sclavischer Furcht als kindlicherEhrfurcht.

Wie anders in der Gegenwart! Freche Rücksichtslosigkeit ist vielfach an die Stellejener übertriebenen Scheu getreten. Mit welcher Jmpietät äußern sich oft die Schul-jungen, besonders den sogenannten gebildeteren Ständen ungehörige, über ihre Lehrervder über ihre Eltern! Wenn die alten Heiden und selbst viele wilde Völker der Ge-genwart diese traurigen Folgen einer verkehrten Bildung betrachteten, sie würden sichmit Widerwillen von uns wenden (Chalybäus Speculative Ethik. I. §. 18.). Es istZeit, wieder einzulenken auf die rechte Bahn.

Keine Erziehung kann gedeihen, wenn sich nicht der Zögling gedrungen fühlt, zudein Erzieher als zu einer über ihm stehenden Person mit dem Bewußtsein von derenUeberlegenheit hinaufzublicken. Selbst die Liebe wird eine allzu sinnliche und egoistische,wenn sie nicht mit Achtung verbunden ist. Ohne dieselbe wird die Ehrerbietung garzu leicht zu einer bloß äußeren Form. Doch ist cs immer noch besser, die Jugend be-wahrt diese Form, als daß sie sich vielleicht sogar bis zur Ungezogenheit, Grobheit undRnsticität gegen den Erzieher fortreißen läßt. Die Ehrerbietung kann bei geschickterLeitung zum Zuchtmittel werden, um zu dem hinzuführen, woraus sie hervorgehcnsollte, zu- der Achtung (Palmer, Pädag. 223). Sie legt wenigstens der Jugend heil-same Fesseln an, daß dieselbe nicht über die Kluft hinwegspringen kann, welche immerzwischen ihr und dem Erzieher bleiben muß. Sie erhält derselben das Bewußtseinihrer abhängigen Stellung, sie bewahrt sie so vor gar vielen Verirrungen, und läßtden Oppositionsgeist nicht aufkommen, welcher bisweilen in Schulen und Familien den