Druckschrift 
1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
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ABC-Schnyni.

Abbitte.

AB(5 - SchiitM, ein Scherz- und Spottname für die jüngsten Elementarschiller,worin sich etwas von dem Pennalismus auch in den niedersten Schulen fortgeerbt hat,der unter mannigfachen Namen und Formen in allen Lehranstalten seit dem Aufblühenderselben im Mittelalter die neu Eingetretcnen so lange dem Drucke der Aeltercnpreisgab, bis die Geplagten sich an noch Jüngeren, die ihnen nachrückten, schadloshalten konnten; eine eingewurzelte Unsitte, die historisch auf das Noviziat in den Klöstern,-noch tiefer und allgemeiner aber ans das vom rohen Menschen nsnrpirte Recht desStärkeren gegen den Schwächeren, des Einheimischen, in die Sitten der Corporationschon Eingeweihten gegen den Fremden, der in der neuen Umgebung schüchtern undverblüfft ist, zu reduciren sein wird. Der Schützenname speciell stammt aus denZeiten der fahrenden Schüler oder Bachanten (s. den Artikel). Diese hatten es imBrauch, kleine Buben mit sich zu führen, angeblich um sie in verschiedenen Städtenin gute Schulen zu führen, wohl auch selbst sie zu unterrichten; in Wirklichkeit aberbestand das Hauptgeschäft dieser armen Jungen darin, daß sie betteln, vor den Häusernsingen, insbesondere auch stehlen mußten, um ihren großen Bachanten, diesen gnädigenPatronen, Nahrung zu bringen; wehe dem, der nur kärgliche Beute heimbrachte.Dieses Stehlen der fremden Schüler galt als eine Art Jägerrecht, über dessen Aus-übung sie sich nur nicht durften betreten lassen; und weil diese Art des Stehlcns zumUnterschiede von gemeinem, galgenwürdigem Diebstahl im Volksmundeschießen" heißt,so blieb daher jenen kleinen Reisenden, die vielfältig als sansoulottss aufmarschirten,der Name Schützen, der sich dann auch auf ihre cultivirteren Nachkömmlinge übergetra-gen und, zumal in den Volksschulen, bis heute erhalten hat. Wenn Grimm, (s. d.Wörterbuch z. d. W.) die Vermnthung, der Name komme daher, daß man Kinderndie Buchstaben vorgemalt, und sie dann mit einem Bogen habe treffen lassen, um sieihnen dadurch einznprägen, selbst für einekaum" annehmbare erklärt, so hat er damitganz Recht, denn für diese Deutung fehlt es ebenso an aller historischen Handhabe,wie an innerer Wahrscheinlichkeit. , Palmer.

Abbitte. Um den Werth, der diesen: Acte reuevoller Selbstdemüthigung nach gc-thanem Unrecht, dieser Ergänzung des Eingeständnisses und Entladung des Schüld-bewußtseins in der Erziehung beizumessen ist, richtig zu bestimmen, gehen wir wohl ambesten von der Frage ans: was ist als das Object anzusehen, das abgebcten, wegge-beten, also durchs Bitten beseitigt werden soll? Die Nächstliegende Antwort wäre: dieStrafe; cs wäre somit die Abbitte ein Analogon des Begnadigungsgesuches, das, derVerbrecher einreicht. Nun kann zwar bekanntlich niemals der Richter, wohl aber derKönig begnadigen; das ist eines seiner edelsten Rechte; aber da gerade in diesem Actedie königliche Gewalt identisch ist mit der väterlichen, so kann auch der Vater, derLehrer um der Bitte eines Kindes willen die Strafe erlassen; die Angst, die in derflehentlichen Bitte desselben sich kund giebt, kann sogar als Surrogat der Strafe selbstbetrachtet werden, wie ja oft die Angst vor einem ltebel schlimmer ist als das Uebclselbst. Es ist keine Frage, daß dem Erzieher Freiheit gelassen werden muß, solcheBitte je nach dem Individuum und nach der Qualität des einzelnen Falles zu ge-währen. Allein es darf ebensowenig als Regel aufgestellt werden, daß, wofern dasKind Abbitte leiste, immer die Strafe zu schenken sei, als es pädagogische Weisheitwäre, die Strafe nur dann zu schenken, wenn Abbitte geleistet worden. Das Erstehätte die Folge, daß Kinder von flüchtiger, oberflächlicher Art; die es leicht ankommt,alles zu sagen, was man will, wenn sie nur ihren Zweck damit erreichen, sich dieses

welche der von vr. Vogel in Leipzig begründetenanalytisch-synthetischen" Methode folgen undeine weite Verbreitung finden. Der Anschauungs-, Lese- und Schreibunterricht wird dabei an eineReihe von Normalwörtern, die durch Bilder versinnlicht werden, angeknüpft. Die beigegebenen Er-zählungen, Liedchen, Räthsel dienen dazu, das Interesse der Kinder anzuregen und zu erhaltenund den Unterricht vielseitiger und zugleich in sich zusammenhängender zu machen. DasBe-gleitwort zur deutschen Fibel" (6 Sgr.) beschreibt das Charakteristische der Methode und führt dieeinschlägige Literatur an. D. Red.