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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamcrics.

die Einbildungskraft der Reisenden noch dunklere Farben in das Bild dieser Zuständegebracht hat; wie dem auch sein mag, zur Ehre der Menschheit sei es gesagt, auch inholländisch Guayana ist alles anders geworden, seitdem der Krebsschaden der Scla-verci auf immer getilgt ist (1. Juli 1863).*) Die Herrnhuter und einigekatholische Missionäre haben viel gethan, um die Neger und die Indianer zuChristen zu machen: die Zahl der heidnischen Einwohner ist heutzutage sehr kleingeworden. Auch hier ist es wieder Wappäus, welcher uns Angaben über den be-ziehungsweise befriedigenden Zustand der Schulen liefert. Bemerken wir zuvörderst, daßdie weiße Bevölkerung nur etwa 16,000 Seelen beträgt (auf eine Totalsummc, welcheungefähr auf das fünffache sich berechnet).In der Hauptstadt Paramaribo befandensich Ende 1860 außer einer Haupt- und drei städtischen Armenschulen (2 für Knabenund 1 für Mädchen) noch 16 Privatschulcn, eine von den Schwestern eines religiösenOrdens geleitete katholische Schule und 6 Bewahrschulen. In diesen Schulen, anwelchen 30 Lehrer angestellt waren, erhielten im I. 1863 1020 Knaben und 843Mädchen Unterricht. Außerdem gab es noch eine Stadtschule zu Nickerie, 1860 mit41 Schülern. Hierbei sind die Schulen der Brüdergemeinde für Sclavenkinder nichtmitgerechnet, deren es auf 48 Plantagen gab, in welchen auf 31 die Kinder (993) durchdie Missionäre selbst, auf 17 (mit 416 Kindern) durch Neger unter ihrer Aufsichtunterrichtet wurden. In ihrem Schullchrerseminar zu Beethuizcn hatten die HerrnhuterEnde December 18 Jünglinge, darunter auch ein paar junge Leute der Buschnegcr, **)welche diese endlich auf Veranlassung der Regierung zu ihrer Erziehung zu schicken ver-anlaßt worden sind. Als Unterrichtssprache wird für die Mulatten- und freien Negcr-kinder und selbst in einigen Schulen für Creolcn das sogenannte Negerenglisch, ein ausenglischen, holländischen und afrikanischen Wörtern gebildetes Idiom gebraucht, in welchesauch das Neue Testament übersetzt ist und in welchem es auch einige von den Herrn-hutern verfaßte Lese- und Lehrbücher giebt. Die Schwierigkeiten, dies allgemein vonden Farbigen gesprochene Idiom durch Einführung der holländischen Sprache zu ver-drängen, werden für sehr groß angesehen."***) Man hat seit einigen^ Jahren versucht;Einwanderer aus Europa nach holländisch Guayana zu ziehen, zuletzt noch namentlichauch Württemberger; sie würden daselbst gewiß gute Dienste leisten. Aber das gelbeFieber ist ein Feind, dem man nicht mit leichtem Herzen entgegcngcht: die meisten An-siedler haben rasch die Heimat wieder aufgesucht, sobald ihr Contract zu Ende war. DasBudget des Cultus und öffentlichen Unterrichts für holländisch Guayana beläuft sichauf 54,957 holl. Gulden.

o) Französisch Guayana (25,280 Einwohner im I. 1866; 22,590 im I.1859, die Deportirten, 400? miteingerechnet). Heißes und ungesundes Klima: dieEinwohner bauen die Colonialerzcugnisse, können sich aber weder in Hinsicht auf Beharr-lichkeit, noch auf den Sinn für Wirthschaftlichkeit, noch auf die Thätigkeit im Handel mitden Holländern messen, obgleich dem Seeverkehr hier ziemlich weniger Fesseln angelegt sind, alsin den übrigen französischen Colonien. Das Land ist bei weitem noch nicht ganz durchforschtvon einer auf mehr als 7,000,000 Hectarcn geschätzten Oberfläche sind etwa 4500 ange-baut (mit Zuckerrohr, Kaffee-, Gewürznelken-, Cacaobäumen u. a.)> Das Directorium hat zu-erst politisch Verurtheilte hieher gesendet; diese Ueberliefcrung wurde unter dem zweitenKaiserreich wieder ausgenommen (Decret vom 22. Febr. 1852). Die Sterblichkeit istunter den unfreiwillgen Gästen der Kolonie sehr groß gewesen. Man hat da und dort

*) Eine Entschädigung von 300 holl. Gulden xsr Sclavenkopf wurde den Eigenthümernzugestanden; die befreiten Sclavcn wurden auf 10 Jahre unter die Aufsicht und unter denSchutz des Staat« gestellt:

**) Losoll-HsAors, aus flüchtigen Negcrsclaven im Innern gebildete Negergemcinschaften,die von der Regierung als frei anerkannt sind, und mit den Holländern in Verkehr stehen.

*") Wappäus S. 521.