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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamerica.

und eine Gesellschaft von Naturforschern. Die ehemalige Universität (s. oben Ge-schichte) zählt unter ihren Professoren einige ausgezeichnete Gelehrte, die in Nvrd-aincrica oder in Deutschland studirt haben. Man nennt z. B. den Ur. Uricoechea,Professor der Chemie am eolo^io äs Unostrs, Lenoru äst Uosurio*) und Verfassermehrerer geschätzter Werke über die Geschichte seines Vaterlandes. Gleichwohl sind diesseltene Ausnahmen; die allgemeinen Studien lassen vielmehr so viel zu wünschen übrig,daß die reichen Familien sich oft entschließen, ihre Kinder nach Europa, zumal nachParis zu schicken. Nicht als ob die Revolution nicht auch Reformen gebracht hätte:so ist in Bogota an die Stelle der alten Scholastik die Philosophie Locke's getreten,und die Naturwissenschaften haben in den Programmen einen stets wachsenden Raumeingenommen. Aber nichtsdestoweniger hat die Gleichgültigkeit gegen die Wissenschaftganz allmählich um sich gegriffen. Das schöne im I. 1802 und 1803 erbaute Ob-servatorium z. B., das am höchsten über der Mecrcsfläche gelegene auf dem ganzenGlobus und zugleich das nächste am Aequator, ist heutzutage verlassen; von den vor-trefflichen Instrumenten, mit denen es ausgestattet war, ist nichts mehr vorhanden alsein großer Quadrant, und die astronomische Uhr, welche La Condamine mit Nutzengebraucht hatte; alles andere haben die Bürgerkriege zerstört.**) Die in Cartagena, inTnnja und an andern Orten errichteten Universitäten zweiten Rangs sind nur nochganz unbedeutende Anstalten.

V. Ecuador. Nach Villavicencio hatte im I. 1866 die Bevölkerung diesesStaats 1,108,082 Seelen betragen, wovon 601,219 Weiße (von Europäern abstammend),462,400 Indianer, 7831 Neger und 36,592 Mischlinge. Wappäus zählt für 1856881,943 Einwohner; nicht eingerechnet 150,000 wilde Indianer, die in dem flachenTiefland nach Osten hin verbreitet sind, zwischen der Nordgrenze des Staats und demAmazonenstrom. Allein diese Zahlen, welche nach dem mittleren Durchschnitt desUeberschusscs der Geburten über die Todesfälle seit 1826, dem Zcitpunct, wo dieZahlung eine Bevölkerung von 550,700 Seelen ergeben hatte, berechnet wurden, dürfennur als annähernd richtig betrachtet werden. Wir lassen zuvörderst die wilden Stämmeganz beiseite, welche meist in das Hcidenthum zurückgcsunken sind und jeglichem Un-terricht fern stehen. Giebt es doch kaum Schulen für die arbeitende Classe in Städten,welche großentheils aus Indianern besteht; für die Weißen, wie für die Mestizen undMulatten ist etwas besser gesorgt; übrigens erreicht das Budget des öffentlichen Un-terrichts noch nicht die Summe von 20,000 Pesos. Im I. 1856 gab es 290 Pri-märschulen, ncmlich 260 Knabenschulen mit 9249 Schülern und 30 Mädchenschulenmit 2783 Schülerinnen. Hiezu kommen 2 Zeichen- und 2 Musikschulen, 1 Stener-mannsschule, 1 Näh- (ose. cko eosturu) und 1 Hcbammenschule, die zusammen von80 Zöglingen besucht sind. Im ganzen also sind 12,112 Schüler auf die öffentlichenSchulen zu rechnen. Die katholische Religion ist Staatsreligicn geblieben; allein auchhier herrscht in Wirklichkeit Toleranz.

Im I. 1864 wurden unter dem Einfluß des conservativcu Präsidenten Morenodie in das Concordat von 1862 gebrachten Beschränkungen unterdrückt; die Mitgliederdes Klerus blieben unter der unmittelbaren Gerichtsbarkeit.ihrer Kirchenobcrcn. Imgleichen Geiste beschloß man die Errichtung von Schulen der troros äs In äootrinoellrotiennk; die Bezirksräthe wurden ermächtigt, zu den Kosten dieser Anstalten durchVorauserhebung eines Thcils der Abgaben einen Unterstützungsbeitrag zu liefern. An-dererseits wurde ein Vertrag zwischen der Regierung und der Gesellschaft Jesu abge-schlossen, welche letztere die Leitung einer gewissen Anzahl von eoloAios übernahm.***)

Die Universität Quito begreift 4 ooloxios in sich: das eoIsAio äs Lun Uroxorio

*) Gegründet im I. 1653 von dem Erzbischof Torrcs.

**) Wappäus S. 414 und 427.

***) wnunaioe äss äsux mouckos 18641865.