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Vives.
Südamerika.
des vagen Nutzens tritt wieder das Ideal. Ob es nun bei dieser Wellenbewegung, wiewir sie im Gegensatz unsrer classischen und romantischen Periode hinter uns sehen, seinBewenden habe, oder ob eine höhere Einheit diese Gegensätze verschmelzen werde:jedenfalls scheint uns die Periode abgeschlossen, für welche man in allen neuern Ent-wicklungen den Keim und gleichsam die Ursprungsstelle in jenem Gedankenkreise suchendurfte, den Vives so früh und so energisch beherrscht. Die Gegenwart wird nicht mehr-geneigt sein, an Vives unmittelbar anzuknüpfen; um so entschiedener aber gebührtihm sein Platz in der Geschichte der Pädagogik, wie in der Geschichte der Wissenschaftenund der modernen Cnltur. *) A. Lange.
Südamerica. Das ungeheure Festland, welches von der Landenge von Panamabis zur Magalhansstraße sich ansdehnt, hat beinahe seine ganze Bevölkerung, soweitdieselbe europäischen Ursprungs ist, aus der Pyrenäen-Halbinsel erhalten. In den spa-nischen Vicekönigreichcn herrschte dreihundert Jahre lang vergleichungsweise Ruhe undStille: seit sie vom Mutterlande losgetrennt sind, wurden sie unruhige, fortwährendgährende Demokratien, in welchen nichts beständig zu sein scheint als eben die Unbe-beständigkeit; Chile allein, dessen Klima im allgemeinen nicht übermäßig heiß ist, machtseit einigen Jahren ganz entschieden eine Ausnahme in Beziehung auf die Richtung,die es eingcschlagen hat. Im portugiesischen America dagegen hat das monarchischePrincip seine Herrschaft behauptet und sich mit freiheitlichen Einrichtungen keineswegesunverträglich erwiesen. Man ist hier auf die Bahn des regelmäßigen, friedlichen Fort-schritts cingegangen und seit 1825 ist das Heer nie auf den Kriegsfuß gestellt worden,als um jeirseits der Landesgrenzen zu kämpfen. Unser Gegenstand zerfällt so ganznatürlich in zwei Theile: wir durchwandern zuerst die Länder, an welche Karl V. dachte,als er sagte, daß die Sonne in seinen Staaten nicht nntergehe; und sodann betrachtenwir das constitntionelle Kaiserthum Brasilien.
Trotz der Einwendungen, welche man vom rein geographischen Gcsichtspunct ausmachen könnte, haben wir geglaubt, auch Mittelamerica und selbst Mexico mitin den Rahmen unserer Betrachtung aufnehmen zu sollen. Unsere Arbeit würde un-vollständig erscheinen, wenn wir Gebiete ganz bei Seite liegen lassen wollten, derenGeschicke während einer langen Periode so gar innig mit denen des eigentlichen Süd-america verknüpft gewesen sind.
I. Spanisches America. Quellen: Die Geschichtsschreiber Americas : Solis,Zarate, Robdrtson, Prescott, n. a. — Waitz, die Americaner (Anthropologieder Naturvölker Th. III. und IV.) Leipz. 1862.8. — L.1sxa,närs äs Unmbolät,Lssai xolitiqns 8nr Io roxnnms äs luLlouvsIls LsxnZ-ns. Uaris, 1811, 5 voll. 8.—LI. äs Vosssx, ls LIsxlcins. Unrm, 1857. 8. — Cretineau-Joly und andere Ge-schichtsschreiber des Jesuitenordens. —l?. ä. 6n8 8nirl., Umtorla, äs In xrovinslnäs InLomxnnin äs lls8N8 äsl nusvo rsMO äs Ursnnän sn In ^msrlon. Llnäriä, 1741. kol. — R.1?. ^.närsns Llsnäo, 8. ll., äs jurs nsnäsmloo. Im§ä., 1668. kol. — Petcrmanns geo-graphische Mittheilungen. — Unolroir, ^tla.8 äs l'^msrigns än 8nä. Unrm, 1825,in xla.no. — Charlevoix, Demersay und andere Geschichtsschreiber Paraguays.—lieber Buenos Ayres, Uruguay n. s. f. Azara, Ce'sar Famin, und vor allenAlberdi. — V. Usrsr-Kosalss, S88ai 8nr ls Lürlli. Uainbonrg-, 1857. 8. —
*) Wir bitten die Ausführlichkeit und die ans der Aufgabe der Encyklopädie hie und daheraustrctcnde Bchandlungöweise dieses Artikels mit dem Umstande zu entschuldigen, daß Vor-arbeiten, auf welche hätte verwiesen werden können, für Vives fast gänzlich fehlen und daß derVerfasser, welcher nicht die Aussicht hat, selbst zur Vollendung seiner monographischen Studienüber Vives zu gelangen, wenigstens seinem Nachfolger die Wege möglichst ebnen wollte. Daherauch die bibliographischen Notizen, zu denen wir vielleicht bei diesem Anlaß noch nachtragendürfen, daß auch die Tübinger Universitätsbibliothek mit Materialien zu Vives reichlich ver-sehen ist, darunter eine Türmer Schulausgabe der vollognia von 1848.