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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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765
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Vives.

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lung ->äo ollieio umritt,« aus dem Jahre 1528, der Anlage nach eher in die frühere.Sie bildet ein Gegenstück zu den Büchern clo tomiim (Nristmim und ist entstanden auseinem Anhang, welchen Vives zur spanischen Ucbersctznng dieses Werkes, ebenfalls inspanischer Sprache, geschrieben hatte.

Im I. 1529 verfaßte Vives, ergriffen von den Schrecknissen der Schwcißkrankhcit,die sich damals aus England über die Niederlande verbreitete, einen vollständigen Gottes-dienst mit Gesängen im alten Kirchcnstil, Rcsponsorien, Messe und Predigt. Dies.Werk widmete er unter dem Titel: »Laoruiu äinrnnin äo suäoro ckomini nostri ck68uOdristi« der Prinzessin Margaretha, Statthalterin der Niederlande, mit dem Wunsche,daß es zu einem allgemeinen und jährlich wiederkchrcndcn Gottesdienste benutzt werde.Dies ist nun zwar nicht geschehen, das Werk selbst aber ohne Zweifel gut ausgenommenworden. Im I. 1532 erschien eine neue Auflage desselben bei den Gebrüdern Trechsclin Leiden mit einem kurzen Vorwort des Verlegers, welches dem Büchlein überschweng-liche Lobsprüche spendet. In der That ist dasselbe an Kraft und Erhabenheit des Aus-drucks und an Tiefe der Empfindung allen Erbaunngsschriften unsres Verfassers voll-kommen ebenbürtig; an Reinheit der evangelischen Färbung steht es vielleicht bei strengsterEinhaltung der katholischen Formen allen andern voran; nur daß hie und da dieclassische Gelehrsamkeit noch mehr hineinspielt, als für einen solchen Gegenstand passend ist.

Im gleichen Jahre*) widmete Vives Kaiser Karl V. das umfassende Werk „Doconoorüm ot äisooräm," in welchem seine bereits mehrfach erwähnten Friedens-bestrebungcn ihren systematischen Ausdruck fanden. Je mehr Vives einsah, daß seinebrieflichen Friedensmahnungcn an die Fürsten und ihre Nathgcbcr fruchtlos sein müßten,desto mehr fühlte er sich dazu gedrängt, seine Meinung in einem Werke nicdcrzulegen,das von seiner Gesinnung Zeugnis ablegen und dessen Abfassung seinen Geist beruhigensollte.**) Gleichwohl unterließ Vives es auch hier nicht, wenigstens im Dcdications-schrciben dem Kaiser direct in's Gewissen zu reden. Nach einer lebhaften Schilderungder Verwüstungen des Krieges und der Nothwendigkcit eines dauernden Friedens ruftVives aus: Glücklich der Mann, wer es auch sei, dem es vergönnt sein wird, der Weltdiesen Frieden zu geben! Hätte doch Gott den vielen Privatmännern, welche den gutenWillen dazu haben, auch die Macht gegeben, oder möchtet ihr Fürsten, denen er dieMacht gegeben hat, auch den guten Willen hinzufügcn! Vives schildert dann, wieKarl V. durch Gottes Fügung eine so großartige Macht erlangt und in der That auchschon einen Anfang zur Friedensstiftung gemacht habe. Allein das seien alles nurZeichen seines göttlichen Berufs, dessen er sich jetzt erst würdig erweisen müße. „Wennich glaubte, daß du so hochmüthig und gottlos wärest, alles, was du erreicht hast,deiner eigenen Kraft, deinen Geistcsgabcn und deiner Klugheit zuzuschreiben, so würdeich versuchen, einen so verderblichen Gedanken mit aller Macht der Rede deiner Brustzu entreißen; aber da ich weiß, daß du für alles dem Dank bringst, von dem es dirgegeben ist, so will ich hierüber nicht viele Worte machen." Zwei Dinge verlangtVives schließlich von Karl V.: Herstellung eines dauerhaften Friedens zwischen denFürsten und Versöhnung im Streite der Meinungen („oonoorckin, oxiniouum"); dasletztere sei wichtiger, aber auch schwieriger. Die Gründe hiefür werden mit vielemPsychologischem Takt entwickelt. Mit Drohungen und Schrecken, heißt es unter anderem,könne man den Geist nicht zwingen, es bedürfe daher der äußersten Kunst und Klugheit,um ans diesem Gebiete sein Ziel zu erreichen. Hier fällt Vives als christlicher Philosoph

*) Die Widmung ist vom 1. Juli; diejenige des Laorum äiuruum erst vom 10. November,nachdem im October die oben erwähnte Flucht vor der Seuche stattgefunden hatte. Die Rcihcn-solge ist geändert, um einiges Gleichartige hier nacheinander folgen zu lassen.

**) Vgl. folgende Worte aus einem Briefe an Budäus, oxx. VII., 219 oü. Llsj.: „^coixiesa Valäaura meo livrum „<lo oonoorüm" scriptum a mo proxima sostato, 6um mo Irorumtewporum misorot; et guanüo romoüium tot Malis ackksrro uvguvo proptor imdooiilitatemririuw, olmrtis saltem auimum meum testor, iu guo uuo mo oousolor et utouuguo aogurvsoo."