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Vcrgerius und Vcgius.
sionen des großen Kirchenvaters ihn entzückten, so setzte er diesem in Dankbarkeit einbiographisches Denkmal. Aber auch das Leben des Niccolo von Tolcntino und des Ber-nardino von Siena, des großen Bnßpredigcrs, hat er beschrieben. Seine Stellung ander Pcterskirche veranlaßtc ihn, über die Altcrthümcr derselben Untersuchungen anzu-stcllcn; aber auch moralische und ascctischc Bücher (z. B. cks psrscvsrantia rsIiFionis)flößen aus seiner Feder. Um sich völlig zu genügen, trat er endlich selbst in den Ordender Augustiner von der Observanz, — der einzige Humanist, der einen solchen Schrittgcthan hat (Voigt 413). Daß er bei solchem Lebcnsgang den Kreisen der Humanistenmehr und mehr sich cntsremdete, braucht kaum gesagt zu werden.
Nur mit Aeneas Sylvins, dem humanistischen Diplomaten, scheint er längere Zeitin einiger Verbindung geblieben zu sein, doch mehr deshalb, weil jener ihn suchte, alsweil er selbst zu ihm sich hingezogen gefühlt hätte. So lange Aeneas Sylvins in deut-schen Landen lebte, ließ er ihn öfters in Briefen an andere als alten Freund grüßen undin seiner Vision ans dem Reiche Fortnna's hat er ihm gar dieselbe Rolle zugetheilt,welche Dante dem Virgil gegeben hat; zu einem Briefwechsel zwischen beiden ist cswohl nicht gekommen (Voigt, Enea Silvio II. 250 f). Aber V. sah den ehrgeizigenund viel gewandteren Freund bis zu den höchsten Würden der Kirche cmporsteigen, end-lich den päpstlichen Stuhl einnehmcn als Pins II. Kurze Zeit nach dieser Erhebungstarb er (1458). Seine Ueberrestc wurden in der von ihm erbauten Kapelle beiSt. Agostino bestattet.
Von seinen Werken hat für uns nur das Buch cks sclucationc liborornm ct «orumdaris moridns H VI Bedeutung; aber dieses ist auch besonderer Aufmerksamkeit Werth.Mit der Schrift des Vcrgerins verglichen bezeichnet es eine.» bedeutenden Fortschritt imGange der humanistischen Pädagogik, obwohl sein Streben, Christenthum und Humanis-mus in engste Verbindung zu bringen, nicht als völlig gelungen erscheint. Gewiß darfman sagen, daß das ganze 15. Jahrhundert über den von ihm erreichten Standpunctnicht hinausgekommcn ist. Zum ersten male ist das Buch 1611 zu Paris erschienen;eine zweite Ausgabe wurde 1513 in Tübingen, eine dritte 1541 in Basel veranstaltet;später fand es auch in der lübliotlicea max. patrum ImAÜ. V. XXVI. Aufnahme. Zu-weilen ist es, aber sehr mit Unrecht, dem berühmten Franciscns Philelphus zugeschriebenworden, der doch in seiner Gesinnung nichts hatte, was ihm zu Abfassung eines solchenWerkes hätte Antrieb werden können; seine Schrift cke cäncationo libcrornrn (gedrucktbei Rosmini, Vita ,li IRauc. bülelko II. 463 f.) hat durch diesen Titel ein Misverständ-nis veranlaßt, zeigt jedoch gerade, wie wenig ihr Verfasser das Zeug dazu hatte, einBuch wie das des Vegius zu schreiben.
B. geht bei seinen pädagogischen Vorschriften von dem aus, was die Erzeuger alsPflicht anzusehen haben, damit ein körperlich und geistig gesundes Kind geboren werde.Wie der Gärtner, wenn er ein schlechtes Samenkorn in die Erde gelegt hat, keine guteFrucht erwarten kann, so werden auch Eltern, die in Trunkenheit, in Leidenschaft, inAbspannung, in Unreife an das Werk der Zeugung gegangen sind, kein zu rechter Lcbeus-cntwicklung fähiges Kind in das Dasein cintretcn sehen. Die schwangere Frau solldann in ihrem Gemache von schönen Bildern und Statuen umgeben sein, weil derenAnblick einen wunderbaren Einfluß ans die Bildung und Gestaltung des Fötus hat;auch hat sie vor aufreizenden Nahrungsmitteln und heftigen GemüthSbewegungen, wie vorstarken Erschütterungen des Körpers sich zu hüten. Dem Säuglinge gebührt die Muttcr-brust, und wenn diese ihm versagt werden muß, so ist für eine gesunde und kräftigeAmme zu sorgen, da durch die Kraft und Eigenthümlichkeit der ersten Nahrung zumThcil die körperliche und geistige Entwicklung bedingt ist.
Tie Erziehung des Kindes in den ersten fünf Jahren ist von der größten Wichtig-keit. Bei Essen und Trinken, bei Wachen und Schlafen lasse man cs die rechte Mittehalten. Man gewöhne den Körper an Bewegung und Thätigkeit, muthe ihm aber nochnicht eigentliches Arbeiten zu, weil er sonst in seinem Wachsthum gehindert wird. Man