Vaterlandsliebe.
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Rcdcn an die deutsche Nation (S. 157 f.) es ausgesprochen: „Unter den einzelnenund besonderen Mitteln, den deutschen Geist wieder zu heben, würde es ein sehr kräftigessein, wenn wir eine begeisternde Geschichte der Deutschen — — hätten, dieda National- und Volksbuch würde, so wie Bibel oder Gesangbuch es sind. — — Nurmüßte eine solche Geschichte nicht etwa chrouikenmäßig die Thateu und Ereignisse auf-zählen, sondern sie müßte uns, wunderbar ergreifend, und ohne unser eigenes Zuthunoder klares Bewußtsein, mitten hinein versetzen in das Leben jener Zeit, so daß wirselbst mit ihnen zu gehen, zn stehen, zu beschließen, zu handeln schienen, und dies nichtdurch kindische oder tändelnde Erdichtung, wie es so viele historische Romane gcthanhaben, sondern durch Wahrheit, und aus diesen: ihren: Leben müßten sie die Thaten undEreignisse als Beleg derselben hcrvorblühen lassen." An zahlreichen und trefflichen wissen-schaftlichen Vorarbeiten für eine solche volksmäßige Darstellung der vaterländischen Ge-schichte fehlt es in der Gegenwart nicht, in welcher gerade auf dem Gebiete der deut-schen Geschichtsforschung ein eben so erfolgreiches als eifriges Streben sich regt, aber umso schwieriger wird es gerade dadurch, daS reiche Material bündig zusammeuzufassen undlebendig zu gestalten, und so der gegenwärtigen Generation die Befriedigung zu gewäh-ren, welche wir als Knaben in einer minder anspruchsvollen Zeit etwa in Kohlrauschsdeutscher Geschichte gefunden haben. Lebensbeschreibungen deutscher Helden im Krieg undFrieden sind von besonderer anregender Kraft, und deutsche Dichtungen aus den verschie-denen Zeiten der deutschen Geschichte und über dieselben sind in großer Zahl vorhandenund helfen den: Schüler das Charakteristische der verschiedenen Perioden erfassen undfesthalten. Eine Answahl aus ihneu ist namentlich von K. Wagner in seiner „Deut-schen Geschichte aus dem Munde deutscher Dichter" (Darmstadt 1831; dann als,, Poe-tische Geschickte der Deutschen" in mehreren neuen Auflagen) zweckmäßig und bequemzusammengcstellt. Unter den Gedichten, welche unmittelbar zur Erregung patriotischerGesinnung dienen, reihen sich denjenigen der Sänger aus der Zeit der Befreiungskriegeaus neuester Zeit vor allem die von E. Geibel, zumal seine wahrhaft prophetischenHeroldsrufe, würdig an (vgl. G. Weber a. a. O. S. 25—35: „die Geschichte in derdeutschen Schule").
So viel über Recht und Pflicht der Erziehung zur Vaterlandsliebe, über die Grund-sätze, von welchen sic ausgchcn, die Ziele, welche sie zu verfolgen, die Mittel, welchesie anzuwcnden hat. Was den Erfolg der letzteren angeht, so bleibt es freilich bei demWorte:
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wem: es euch nicht von Herzen geht.
Wie überall, wo es gilt, aus die Gesiunnug zu wirken, so wird auch hier mit äuße-ren Maßregeln nichts ausgerichtet, wenn nicht der rechte Mann dahinter sicht. Auchmuß die Schule darauf rechnen, daß ihr Sinn und Sitte eines Hauses, in welchem dieNamen der Helden unseres Volkes einen guten Klang haben, patriotische Lieder gesungenwerden und die Gedenktage großer vaterländischer Ereignisse unvergessen sind, daß ihrdie Regierung des Staates und eine Verwaltung des kirchlichen Lebens zu Hülfe kommt,welche nicht ihre Aufgabe darin sucht, das religiöse Leben mit den: nationalen völlig un-verflochten zu erhalten, sondern die tiefen Bezüge, welche zwischen dem Evangelium undder deutschen Volksthümlichkcit herüber- und hinübergchen, zu würdigen und zu benutzenweiß. Eine treffliche Gelegenheit zu lebendigem Zusammenwirken aller dieser Faktorenwürden patriotische Feste bieten, bei welchen der Jugend thätige Mitwirkung ein-geräumt wird, au der von den Männern bethätigten vaterländischen Gesinnung die desHeranwachsenden Geschlechtes sich entzündet, und jene auf dieses als auf die zur wei-tern Erfüllung der Aufgabe des Volkes Berufenen hoffend herabsehen. Nachdem unsere^ctobcrfeuer verloschen sind, wäre es wohl an der Zeit, den 3. September oder — nochbesser, weil unserer friedlichen Gesinnung entsprechender — den 10. Mai zu einem all-gemeinen deutschen Volks- und Jugendfeste zu weihen (vgl. C. Pilz, die vaterländischen