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Unterrichtszeit.
„daß die Schule auch iu ihrer äußeren Einrichtung, soweit cs ihr Hauptzweck gestattet, sichdem Leben und seinen Bedürfnissen auschlicßc." Diese letzteren sind aber theilS nachder geschichtlichen Entwicklung der Lebensverhältnisse, theils nach localen, klimatischenBedingungen so mannigfaltig, daß es sehr thöricht sein würde, von oben her eine allge-mein gültige Regel für diese fcststcllcn zu wollen; es muß vielmehr für diese Bestim-mungen dem Ermessen der unteren, mit den Verhältnissen genügend vertrauten Behördeein nicht zu beschränkter Spielraum gelassen werden.
Ist so das Maß der wöchentlichen Unterrichtsstunden bestimmt, so handelt es sichweiter um die Tageszeit, ans welche dieselben zu legen sind. Hier ist einerseits zuerwägen, daß oft eine nicht unbedeutende Zeit auf den Schulweg selbst gerechnet werdenmuß, der bisweilen, namentlich im Winter und für die kleineren Kinder mit mancherleiHindernissen verbunden ist, und daß gerade dieser eine besondere Veranlassung zu man-cherlei Unfug gewährt, so daß man ihn nicht ohne Noth von den Schulkindern, sei esvon den größeren, die schon zu Hause Hülfe leisten können, im Interesse des Zeitge-winns, sei es von den kleineren wegen der Gefährlichkeit wiederholen lassen möchte. Daaber andrerseits eine zu ausgedehnte, ununterbrochene Beschäftigung der Kinder in derSchule geistig und körperlich dcprimirend wirkt, so wird man die Kinder nicht längerin der Schule zurückhalten, als sic geistig angeregt beschäftigt werden können. Man wird nunkaum irren, daß für Kinder von 6 — 10 Jahren 3 auf einander folgende Stunden, incl.der Pansen, durchschnittlich ein passendes Maß seien, wenn man auch für das ersteSchuljahr noch eine Beschränkung auf 2 Stunden verziehen wird. Für ein vorge-rückteres Alter werden auch vier Stunden ausnahmsweise, etwa an den beiden Tagen,an denen der Nachmittag frei ist, angenommen werden können. Soll nur die Oberclasseder Volksschule täglich einen 5 oder 6stündigcn Unterricht erhalten, so wird cs natürlichsein, 3 Stunden auf den Vormittag, 2 oder 3 Stunden auf den Nachmittag zu verlegen.Wird aber jede Abthcilung in der Halbtagsschule täglich nur in 3 Stunden unterrichtet,so wird cs unbedingt unzulässig sein, den: Lehrer znzumuthcn, daß er 6 Stunden hintereinander unterrichte; im Gegenthcil, selbst wenn er es wollte, um den Nachmittag zurfreien Disposition zu haben, würde man dies im Interesse der Schüler nicht duldendürfen, weil man annchmen müßte, daß er in den letzten Stunden viel zu abgespanntsein würde, um einen erfolgreichen, anregenden Unterricht zu ertheilen. Da erscheint es nunganz angemessen, daß, wie in Oldenburg, am Vormittage die Oberclasse, am Nachmittage dieUntcrclassc unterrichtet werde. Ist aber der Weg nicht zu weit, so können, namentlichim Sommer, auch zu den 3 Stunden für die Oberclasse noch 1 Stunde für die Unter-klasse ans den Vormittag und die beiden andern Stunden für die letztere auf den Nach-mittag fallen. Um dem Lehrer nicht die freien Nachmittage am Mittwoch und Sonn-abend zu rauben, was in Bayern für den Mittwoch wirklich geschieht (I. 435), wirdes überhaupt bei den Halbtagsschulen nvthwcndig sein, an diesen Tagen beide Elastentheilweise zu combinircn; Goltzsch schlägt vor (S. 48), den daraus besonders für dieOberclasse hcrbeigeführten Nachtheil dadurch zu ersetzen, daß die Schüler derselben andiesen Tagen noch 1 Stunde länger verweilen, also 4 Stunden unterrichtet werden. —Als Unterrichtsstunden werden die Stunden von 7 oder 8—11, und Nachmittags von1 oder 2—4 zu wählen sein, wobei im Winter darauf Rücksicht zu nehmen ist, daßnamentlich in Niedcrdeutschland die Dunkelheit schon früh cintritt, so daß eine Einrich-tung, wie in Baden (I. 392), die 2. und 3. Abthcilung im Winter von 1—4 zuunterrichten, sich nicht empfehlen dürfte.
Es bleibt noch übrig, der Ferien zu gedenken (s- d. Art.). Auch hierüber diffe-rircn natürlich die Bestimmungen. Rechnet man die einzelnen Ferienzeiten zusammen,die sich theils an die hohen Festtage anschließen und namentlich an Weihnachten sich biszum 2. Januar zu erstrecken pflegen, theils in größerem Zusammenhänge in die Ernte-zeit oder je nach den individuellen Bedürfnissen der Gegenden in andre Zeiten gelegtsind, wo sich die ländliche Arbeit sehr häuft und die Hülfe der Kinder nothwcndig wird,