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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Unterricht.

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nicht dieses Orts. Was nun aber von den auf jenen drei Wissensgebieten möglichenKenntnissen jeder Altersstufe und jeder Gattung von Untcrrichtsanstaltcn zuzuwcisen, wieviel von jedem derselben gleichsam als Minimum von jedem Volksgenossen gefordert,also auch von den niedersten Lehranstalten dargcbotcn werden müsse, in welcher Formauch derselbe Gegenstand für verschiedene praktische Bildnngszwccke, also namentlich Be-rufszwecke behandelt werden müße: das ist niemals absolut und für alle Zeit festzusctzcn;wie es vom Fortschritt der Wissenschaften selber abhängt, so auch vom Fortschritt oderjeweiligen Stand der Lchrkunst, und selbst sehr materielle Rücksichten können ins Spielkommen, da die Ausstattung der Lehranstalten, je nachdem sic reichlicher oder karger ist,auch auf die Zahl der Lehrfächer und auf die Gewinnung tüchtiger Lehrkräfte influirt.Im übrigen haben wir auf die verschiedenen Artikel zu verweisen, in welchen die einzelnenin Frage kommenden Wissenschaften und die mannigfachen Lehranstalten des Näherenbesprochen werden.

Eine Gattung dieser Anstalten paßt aber unter obiges allgemeine Schema in sofernnicht genau, als sie außer der Religion und dem, was man Anschauungsunterricht nennt,nur die Fertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens zu lehren bestimmt sind, neu-lich die Volksschulen und die Elcmcntarclasscn der höheren Schulen. Allein was das Kindauf dieser Stufe von Gott und dem Menschen erkennen lernen soll, das giebt ihm derReligionsunterricht; Natnrkenntnis und ein Stück Weltkenntnis wird in irgend welcherForm der Anschauungsunterricht und das Lesebuch mitthcilen. Die übrigen Fächer aberhaben ihre Bedeutung darin, daß sie die von einem gewitzen Grad der Volkscnltur anschlechthin nothwcndigcn Vorbedingungen und Hülfsmittel für alle weitere Uuterrichts-sähigkeit sind.

Je mehr freilich mit der Zeit die Zahl der Lehrgcgcnstände anwuchs, um so mehrhaben nüchterne und bedächtige Pädagogen an die Maxime erinnert: non inuttu sollnniltuin; konnten oder wollten sic die numerische Vermehrung auch nicht verwerfen, alsonicht z. B. im Gymnasium alles außer der elastischen Philologie, in der Volksschulealles außer der Religion und jenen 3 elementaren Fertigkeiten über Bord werfen, um,statt in vielem nur Geringes, vielmehr in einem etwas rechtes zu leisten: so ergab sichum so mehr die Nothwendigkeit des Versuches, durch das, was man Concentration deSUnterrichts nennt, jenem Vielerlei einen einheitlichen Zusammenhang zu geben. DieserGegenstand, wie er in besonderen Schriften zur Erörterung gekommen ist (z. B. Latt-mann: über die Frage der Concentration in den allgemeinen Schulen, namentlich imGymnasium, Göttingen 1860. Richter: die Concentration deS Unterrichts in der Volks-schule; gekrönte Prcisschrift, Leipzig 1865), so ist er auch in unsrer Encyklopädie inmehreren Artikeln von drei Mitarbeitern (in Bd. I.) besprochen, daher wir uns allesweiteren hierüber enthalten.

Auch was die dem Inhalt des Unterrichts, wie der Fähigkeit des Schülers ent-sprechende Form der Belehrung betrifft, ist das hiezu Gehörige großcntheils schon in denArtikeln über Methode auscinandergcsctzt. Dahin gehört auch das, was man den Lehr-gang nennt; denn wenn die Verschiedenheiten, die in dieser Beziehung in den einzelnenFächern möglich sind, auf einen allgemeinen didaktischen Ausdruck gebracht werden, sofallen sie unter die Kategorien analytisch, synthetisch, genetisch, worüber dort das Nöthigegesagt ist; alle weiteren Unterscheidungen sind durch die Besonderheit jedes einzelnen Lehr-faches bedingt und kommen bei diesem zur genaueru Erörterung. Es wird übrigens

Daß die Sache übrigens nicht so ganz einfach ist, mag Folgendes beweisen. Als voreiner Reihe von Jahren in Tübingen eine naturwissenschaftliche Facnltät selbständig errichtetwurde, entstand die Frage, ob die Lehrer der Mathematik in dieser neuen Facnltät ihren Sitzhaben, oder ob sie in der philosophischen Facnltät, der sic früher angchört hatten, verbleiben sollen.Die Stimmen waren gcthcilt, da gewichtige Gründe für beides Vorlagen; endlich wurde für dieVersetzung der Mathematiker unter die Naturknndigcn entschieden, namentlich weil der damaligeordentliche Professor der Mathematik, unser verstorbener Mitarbeiter Or. Zech dies wünschte.