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-Laufe.
Haus ein Fest der Namengebung zu feiern, bei welchem das Kind um den Hausaltarherumgctragcn wurde (die sog. Amphidromia, s. d. Art. Solon); mit diesem Act verbandsich Opfer uud Festmahl. Sehen wir hiernach die Kiudcrtaufc als Christiauisirungeiner heidnischen, aber schonen Sitte an, so gewinnt sie dadurch, unbeschadet ihres sacra-mentalcn Wesens uud Inhalts, zugleich einen echt menschlichen Charakter, infolge dessenja erfahrungsmäßig auch solche Eltern, die für ihre Person vom Christcuthum, von ihrerZugehörigkeit zur Kirche wenig Gebrauch machen, dennoch die Taufe ihrer Kinder nichtvermissen möcbtcn; unscrs Wissens sind eS bis jetzt immer nur Einzelne, namentlichcmancipirtc und materialistisch-fanatisirtc Weiber gewesen, die ihre Kinder taufen zulassen sich weigerten. (Beiläufig sei hiezu bemerkt, daß es gewiß an der Zeit wäre, dawo noch durch Polizeigcwalt die Taufe eines Kindes erzwungen wird, wenn die Elternsie nicht innerhalb einer gesetzlich bestimmten Zeitfrist freiwillig haben vornehmen lassen, derleiZwangsgesctze schlechthin aufzuhebcn; die Kirche hat von dieser Staatshülfc sicher keinenSegen.) Ergiebt sich aber hieraus schon das Recht oder gar die Nothwcudigkcit, ander Taufe eine menschliche Seite von der göttlichen, das Natürliche vom Mysterium zuunterscheiden, so fragt cs sich, ob nicht genau hiernach auch die pädagogische Betrachtungund Würdigung der Taufe sich unterscheiden müße von der theologischen? Irgend einUnterschied zwischen diesen beiden Behandlungöweiscn wird doch zweifelsohne bestehen;wir können wenigstens von vielem, vielleicht schönem und geistreichem, was thcologischcr-scits über die Taufe in Reden und Schriften vorgcbracht wird, nicht behaupten, daß derPädagog, und zwar der christliche, daraus für die Erziehungspraxis einen wirklichen Ge-winn zu ziehen vermöge. Aber wie wird nun die Pädagogik ihrerseits von der Taufezu reden haben? Wäre die Erziehungswissenschaft nichts weiter, als eine auf empirischePsychologie gegründete Kunstlehre (wie ja die allerneucste PädagogcnweiSheit nicht einmalmehr die Ethik auf die Pädagogik cinwirkcn lassen will, weil es schon eine Vergewalti-gung der freien Naturcntwicklung wäre, irgend ein objcctivcs, ethisches Ziel, einenethischen Zweck zu setzen, für welchen der Zögling herangcbildet werden sollte!) dannwürde das Wort Taufe gar keinen Platz in der Erzichungslehrc haben — wie wir javerschiedene Lehrbücher besitzen, die sic nicht erwähnen; man würde die Taufe mit allenden Wirkungen, die ihr der kirchliche Glaube zuschreibt, eben diesem Glauben, also wie manmeint, einer Gedankenwelt überlassen, mit der die wirkliche Welt, in welcher der Pädagogarbeitet, nichts zu schaffen hat. So herb diese Antithese zu sein scheint, wir dürfen nichtmit leichtem Fuß darüber wegsctzcn. Denn daß irgend ein Phänomen im Seelenlebenunsrer Kinder, unsrer Schüler, sei cs religiöser oder sittlicher, sei cs intellectueller oderpraktischer Natur, sich psychologisch aus der an ihnen vollzogenen Taufe ablcitcn lasse,das eben können wir nicht beweisen, und die Unmöglichkeit dieses Beweises, so daß ercxacter Wissenschaft genügen würde, muß jeder eingestehcn, dem die Wahrheit über allesgeht. Ein bewußter unmittelbarer, physischer oder metaphysischer Zusammenhang irgendeiner Erscheinung, z. B. einer Gewissensregung, eines Antriebs zum Gebet, zu einerLicbescrweisung u. s. w. mit der empfangenen Taufe scheint schon darum nicht möglichzu sein, weil gar keine Erinnerung von derselben vorhanden ist; ganz anders natürlichverhält cs sich mit der Taufe Erwachsener und mit der Confirmation (s. d. Art.).Wenn aber von Theologen gegen eine Instanz dieser Art replicirt wird: es sei einJrrthnm, göttliche Wirkungen und also auch einen Zusammenhang von Wirkung undUrsache nur da anzunehmcn, wo sich der Mensch alles dessen bewußt sei, die Seelekönne auch im unbewußten Zustand Einflüsse empfangen von verschiedenster Art, sie könneauch göttlichen Kräften offen stehen, wovon erst lange hernach die Wirkungen im be-wußten sittlich-religiösen Leben zu Tage kommen: — so ist dies im allgemeinen nichtzu bestreiten, aber es ist in concreto ebensowenig zu beweisen; ganz natürlich, denn woim eignen Bewußtsein alles dunkel ist, wie in der Seele eines Täuflings in seinen erstenLcbcnstagen, und wo keinerlei äußere Warnehmung irgend einer durch die Taufe in ihmhcrvorgebrachtcn Wirkung sich darbictct, da fehlt cs für jenen Beweis an jedem Anhalts-