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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Tanzen.

Taubst»«» nienbildung.

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Kann er nicht volle Freudigkeit dazu fassen, so lasse er cs. Verlieren werden die Zög-linge in Wahrheit nichts. Die württembergischen niederen Seminarien (vom 14l 8Jahre) halten das Tanzen gänzlich ausgeschlossen, sicherlich nicht zu ihrem Schaden. DasFamilienleben und den weiblichen Umgang ersetzen die Zöglinge durch jeweiligen Besuchvon Familien der Lehrer oder sonstiger häuslicher Kreise, wie sic sich meist an den OrtenderKlöster" finden. Nach einem Concerte, dergleichen in solchen Anstalten öfters Vör-den Familien der Lehrer und sonst gebildeten Häuser des Ortes aufgeführt werden, istes wohl schon, wie wir hören, geschehen, daß die Seminaristen nach Entfernung desPnblicums sich noch im jugendlichen Humor faßten und, so lange die Lichter brannten,einenHonoratiorenball" ertemporirten. Nnets! Nach dem Originale der humoristischenParodie dürften sich Wohl wenige ernstlich sehnen. Uns ist in der Stellung als Leitereiner größeren Erziehungsanstalt, die ihre Zöglinge bis zur Maturität führte, nichteinmal auch nur je die Frage aufgetancht, ob tanzen lassen oder nicht? so fern lag demsonst munteren, srischen Leben unserer Zöglinge diese Vergnügung. Sie haben es unshinterher schwerlich verargt, eher gedankt. Tanzen heißt für angehende Jünglinge undJungfrauen: spielen mit dem Spiele der Liebe. Amor ist ein gefährliches Spielzeug.Es heißt mit Feuer spielen. Mag oft harmlos bleiben; aber einmal einen Funkenverloren, und das Haus brennt. Was die Jungfrau sonderlich betrifft, so klingt unsdie Mahnung des Herder'schen Cid an seine Nmene gar bedeutsam:

Junge Mädchen fern vom Feuer,

Wie den Werg! Doch laßt die Töchter,

Wenn Gefahren ihr entfernt,

Ja nichts merken von Gefahr:

Töchter ohne ihre MutterSind wie Lämmer ohne Hirt."

Sind wohl überwachte Tänze junger Leute in geschlossenen Anstalten für den ge-wissenhaften und seelsorgeuden Director immerhin schon ein pädagogisches Wagstück, sowürde offenbar noch viel mehr gewagt, da, wo sich die Schule etwa gar zu einem mehroder weniger öffentlichen Schul-, Gymnasisten-, Seminaristenball versteigen wollte. Wennauch kein zu Tode tanzen zu fürchten wäre, wie in Coburg geschah, so vermögen Wir-ern solches Auftreten der Schule nicht zu rechtfertigen. Die Gründe dagegen liegen sonah, und die Gründe dafür sind so seicht, daß wir jeder weiteren An- und Ausführungderselben uns werden enthalten dürfen. Daß eine Schule ihren Schülern den Besuchöffentlicher Tanzplätze mindestens mit demselbenMccht verbieten könne, mit demsie den Besuch von Wirthshäuseru und ähnlichen Lustplätzen verbietet, ist Wohl unleugbar;sie kann sich, wenn sie sittlich erziehen will, nicht bloß auf das abschließcn, Was innerhalbihrer vier Wände geschieht. Sie hat aber zuzusehen, daß sie auch ihren Verboten denentsprechenden Nachdruck gebe. Eine Collision init den Anschauungen mancher ElternWird kaum ausbleiben.

lieber eigens für die Jugend angestellte Tanzgclegeuheiten, sogenannte Kinderbälle,haben wir uns früher schon ausgesprochen. *) V. Strebe!.

Tapferkeit s. Muth S. 865.

Taschengeld s. Sparsamkeit.

Taubstummenbildung. Benutzte Quellen: Ziegenbein, hist. päd. Blicke auf denTst.-Unterricht und die Tst.-Institute. Braunschw. 1823. Freimüthige Jahrb. derallg. deutsch. Volksschulen von Schwarz, Wagner, d'Autel und Schellenberg. Heidelb.und Speyer. Jahrg. 18231829. Hauptsächlich die Jäger'schen Berichte in VI, IX,und X. Beckedorf, Jahrbb. des preuß. Volksschulw. III, 2. 1825. vsAsranäo,äs I'säuoation äss souräs-musts äs naissanoe. 2. tom. Baris 1827. Reich, Blicke

Wir verweisen noch auf den Art. Entwicklungöjahre Bd. II. S. 141. D. Red.