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Sturm.
Sermonen und Episteln von Horaz. Im Griechischen wird im Volumen xoet. fort-gefahren. Sonntags und Sonnabends werden die kleinen paulinischcn Briefe vermittelsteiner schlichten Paraphrase zur Kenntnis gebracht (§pp. cln88. I, 7).
Eine Hauptaufgabe in der dritten Classe bildet die eingehende Behandlung desRhetorischen, womit in der vorigen Classe der Anfang gemacht worden ist. Tropen undFiguren werden an den vom Schüler bereits erlernten Stellen der Autoren nachgewiesen;Beispiele von Eingängen, rednerischen Einteilungen, Erzählungen, Digrcssionen undgrößeren Amplificationen, allgemeine Untersuchungen (gug.88tiono8 inliuitus) in dem !Volumen oxsmxlornm durchgegangcn und bei den in der Classe behandelten Autoren !besonders berücksichtigt; zum Vortrag wird die Rhetorik an Hercnnius, zur Lcctüre da-neben die Rede pro Olnontio empfohlen. Im Griechischen sind neben der Mustersamm-lung ausgewählte Reden des Demosthenes und, wenn die poetische Sammlung absolvirtist, Homer's Ilias und Odyssee zu lesen. Die Paulinischen Briefe bilden (in den fünfOberclassen) die Lectüre am Sonnabend und Sonntag und werden theilweis memorirt.Zu Stilübungen dient die Uebersetznng hervorstechender Partieen aus griechischen Red-nern, besonders Exordien, Erzählungen, Beweisführungen u. dgl., ins Lateinische; die-selbe Uebung wird jedoch auch an den Werken der Dichter und Geschichtschreiber vor-gcnommcn. Horazische und Pindarische Oden werden in andre Metra transponirt; dieSchüler versuchen sich selbst in Gedichten und verfassen zahlreiche Briefe, Exordien, Er-zählungen, behandeln allgemeine Fragen u. s. w. Wie also irr der vorigen Elastedas Hören und Sprechen, so wird hier das Schreiben betont. — Die Komödien dcSPlautus und Terenz sollen in den drei oder vier oberen Elasten von den Schülernselbst mit verteilten Rollen einstudirt und zur Darstellung gebracht werden. Wenn !jede Tecurie ein Stück übernähme, glaubt Sturm, daß in sechs Monaten alle Stückeaufgeführt werden könnten, wobei zugleich ein fruchtbarer Wetteifer der Schüler aus derniederen Classe mit denen der höheren Classe stattfinden würde.
In der zweiten Classe beginnt der Unterricht in der Dialektik (nach Aristo-teles), der sich über die zwei letzten Jahre erstrecken, zunächst aber mehr vorbereitenderArt sein (äs lit. luä. XXVI.) und nur den sog. kritischen Theil derselben umfassen soll.An einein platonischen oder ciceronianischcn Dialog wird gleichzeitig die Anwendung unddas dispntatorische Verfahren nachgcwicsen. Daneben wird die Rhetorik theoretisch ge-lehrt entweder auf Grundlage der Iimtitutio Loronnmim oder der des Cornificius oderder betr. ciceronianischcn Schriften, von welchen die Partitiones und der Orator inerster Liirie empfohlen werden (äe lit. luä. XXVI.). Die sprachliche Erklärung dergriechischen Redner und Dichter ist nun Sache des Schülers, der Lehrer vergleicht nurdie poetische mit der rhetorischen Diction, weist die Unterschiede nach und hebt die be-sonders schmuckvollen nnd denkwürdigen Stellen hervor, welche der Lernende in seinTagebuch cinträgt. Gelesen werden aber Demosthenes Rede für den Kranz, oder, wenndies schon in der niederen Classe geschehen konnte, die olynthischen und philippischen -Staatsreden. Die Auswahl ans den Reden Cicero's überläßt der Lehrer mitunter auchden Schülern. Die stilistischen Uebungcn werden wie in den beiden vorigen Elastenbehandelt nnd nur strenger censirt; kleine Ucbungs- und Schulreden (äsvIumutiLneulae)tragen die Schüler von ihrem Blatt oder frei vor. An den Sonntagen wird in dieserund der ersten Classe der Römcrbricf gelesen, den alle auswendig lernen sollen, so daßsie jederzeit auf Befragen daraus hcrsagcn können. — Bei den dramatischen Auffüh-rungen werden an die Schüler schon höhere Anforderungen gestellt; auch ein Stück vonAristophanes oder ein solches von Euripides und Sophokles dürfen sie (das erstemalnach Instruction des Lehrers, dann aber — was hierbei stets eine Hauptsache — alsllüroötöllxror) einstudircn.
In der ersten Classe werden die Dialektik und die Rhetorik, soweit sie derSchule angehören, znm Abschluß gebracht. Die Anwendung der Vorschriften wird un-ausgesetzt an Demosthenes und Cicero nachgewiesen und dabei all und jeder Schmuck