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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Sturm.

forderlich ist. Ein kurzer Katechismus, und zwar in deutscher Sprache, wird aus-wendig gelernt.

Mit dem 7. Lebensjahre rückt der Knabe in die neunte Classe auf. Der Unter-richt in den Formen wird fortgesetzt, auch die unregelmäßigen Wörter werden flectirtund die Ausnahmen berücksichtigt, jedoch nicht alle. Die gelesenen Sätze werden con-struirt und danach in's Deutsche übersetzt. Vermehrung des Wortschatzes ist ferner auchhier eine Hauptsache, die Sturm wiederholt einschärft, indem er das dabei einzuhaltendeVerfahren ausführlich an Beispielen entwickelt (Lxp. olass. I, 2; äs lit. luä. XVI;seliolas Imv. x. 732. Lgg. bei Vormbaum). Hierin glaubt er nämlich einen Ersahdafür gefunden zu haben, daß in den Familien kein Latein mehr gesprochen wird. Imalten Rom lallten und stammelten die Kinder ihr erstes Latein an der Mutterbrust, dieAmmen hatten damit Nachsicht und verbesserten cs, Hausgenossen sagten ihnen, wie diesund das heiße, und spielend mit Gleichaltrigen lernten sie Latcinsprechen. Dies fehltaber unserer Jugend und muß dieser Mangel durch den Fleiß und die Methode desLehrers ersetzt werden. Auch das Lesen der Verse kann gegen Ende dieses Schuljahresbeginnen und werden dabei Vergil's Eklogen benutzt.

Bei dem Eintritt in die achte Classe kennt der Knabe die durch tägliche Uebungerlernten Flexionen und die Arten der Wörter; der Lehrer aber hat darauf zu halten,daß seine Schüler das Gelernte nicht vergessen. Dazu kommt jetzt die systematische Be-lehrung über die Formen; die Redctheile mit ihren Definitionen, die Unterschiede derDeclination und Conjugation werden gelehrt und benannt (blxp. olass. I, 3. LebolaeImv. S. 734), wobei der Lehrer keine neuen Bücher und Beispiele benutzen, sondern sichstreng an das halten soll, was seine Schüler in den beiden vorigen Classen ohne Systemgelernt und eingeübt haben. Der Knabe muß sich auch dessen bewußt werden und sichfreuen, was er bereits sich angeeignet und seinen früheren Lehrern zu verdanken hat.Uebersetzt und grammatisch durchgenommen werden leichte Briefe von Cicero (nach demersten Lehrplane: Cicero's Lälius und Cato der Aeltere. Ebendaselbst werden Stellenaus Vergil, Catull, Tibull, Horaz als Lectüre bezeichnet: »sock niliil in pusri aurss atgueanimnm intrst, guoä non sit puäioum, piuw, Slogans, lidsrals«). Die in der nächst-untcren Classe begonnenen Schulhefte, libri sxsMploruin, äiaria, welche sorglich aufzu-bewahren sind, damit der Lehrer, was bereits erlernt ist, daraus ersehen und im engenAnschluß an dieselben fortfahreu kann, werden erweitert; in die Wörtersammlung, diebisher nur die einzelnen Wörter unter Rubriken (§snu8 st 8peois8, totum st partes),wie sxwtola, litsras ste., äars, rsääsrs oto. enthielt, werden jetzt die Verbindungen der-selben eingetragen: litsras äars, rsääsrs, accipsrs, guas ainieus st nsosssarius seripseritu. dgl. jedoch nur Klassisches, worauf der Lehrer genau zu halten hat. Phrasen, Sätze,Sentenzen werden bei dieser und bei Gelegenheit der Lectüre theils neu gebildet, thcilsdie gegebenen umgewandelt für den täglichen Gebrauch und Sprechübungen versucht.Eine Stunde täglich (im zweiten Plan erst gegen Ende dieses Schuljahres) wird derStilübung gewidmet, die sich in den dabei zu gebrauchenden Wörtern und Gedanken-formen nur an das vom Schüler schon Erlernte und Gelesene anschließt.

In der siebenten Classe wird die Syntax gelehrt in nicht zu vielen, aber durchciceronianische Beispiele erläuterten Regeln (Golius lat. Synt. von Sturm); cingeübtwerden dieselben durch die tägliche Analyse ciceronianischer Briefe und Sturm's übercks psrioäis. In dieser Classe gilt nicht das plinianische wultum IsAsnäum non inultn,sondern gerade durch vieles Lesen, durch das inulta gelangt hier der Knabe zu demmultnm. Im ersten Plane (äs lit. luä. XX) hatte Sturm sogar für diese Classe eineva.ou.tio prasesxtorum eintreten lassen und alle Zeit auf die Wiederholung und Einübungdes bisher Erlernten durch das Lesen und Jnterpretiren vieler Schriftsteller verwendenwollen. Zu Stilübungcn dienen nicht etwa längere, vom Schüler allein zu fertigendeAufsätze, sondern die tägliche Behandlung eines ausgestellten Satzes, wozu dem Schüleralles nöthige schon vorgekommcn sein soll, in der Schule selbst und mit Hülfe des Lehrers,