Straft.
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sichen Vorgangs in dem Inneren des Erziehers wohl heraus. Soll mit den Augengeleitet werden, dann mäßen diese Augen den Ernst im Gemüthc widcrspicgeln, mäßenals Organ der Seele sprechen. Beim Unterrichten ist cs daher von großer Wichtigkeit,alle Schüler daran zu gewöhnen, daß sie, soweit nicht Buch uud Schrift sic fcssclu, demLehrer immer in die Augen sehen und er die ihrigen sucht; das schneidet manche Zer-streuung, woraus daun Unfug entspringt, im Entstehen ab, ein leiser Wink genügt daoft, die Aufmerksamkeit wieder herzustcllcn, uud wer die pädagogische lox xurslmoniao,das Gesetz der Sparsamkeit im Strafen befolgen will, der muß schon hier damit an-fangcn und durch Benützung sanfterer Mittel der Nothwcndigkcit, schärfere zu gebrauchen,Vorbeugen. Wer aber Schulen zu inspicircu hat, kann schon aus der Beobachtung desHerüber und Hinüber der Blicke einigen Schluß auf den allgemeinen Stand einer Schulemachen, und wird selten irren, wenn er aus der Anwendung der feinen „Hülfen" aufdesto mehr Entfcrntbleiben von groben Wiedcrhcrstcllungsmittcln schließt. Wir sagennicht, daß tzüt dem strafenden Blick alles gcthau werden könne und mäße, aber wirsagen, da steht cs gut, wo mit demselben viel gcthau uud ausgerichtct wird, und daßder Erzieher sich immer gegenwärtig halten soll, welch eine Macht in den Augen liegt.
Sinnlich stärker und zugleich dem Verstehen näher ist die Wirkung des strafendenWortes. Damit dieses rechter Art sei, muß es allerdings eine Schärfe haben. DieseSchärfe verliert cs durch allzuhäufige Anwendung; wenn man fort und fort an dem,was das Kind thut, mäkelt, und über jede Kleinigkeit eine Strafrede hält, besonders wocs sich von einem kindischen Wesen handelt, das doch von selbst sich später abthuu würde,so macht mau das Schwert des Wortes schartig durch Misbrauch. Ferner um scharf zusein, muß das Wort kurz und bündig sein. Wer seine Rügen in breiter Rede über dasKind ergehen läßt, der muß erfahren, daß dieses früher mit dem Aufmerken zu Endekommt als er mit dem Sprechen, er macht die gereichte Kost ungenießbar durch Ucber-gießen, davon die Würze verdünnt wird. Ein Zanken, das Gähnen macht, ist eineschlimme Gewohnheit. Doch soll das Wort auch nicht gerade sein wie ein Knall mitder Peitsche, nur durch das Schallen wirkend, sondern durch Gehalt. Namentlich gegen-über von den reiferen Schülern vcrgiebt sich der Lehrer leicht durch solche vom Unwillenhervorgcstoßcnc Sätze und es kann unter Umständen geboten sein, daß er hier sich aufGebrauch und Stellung der Worte vorbereitet, um nicht durch zu herbe Ausdrücke zuverbittern, durch ungeschickte Lachen zu erregen, sondern um in das Schwarze zu treffen.
Ueberhaupt darf mau cs mit dem strafenden Worte gar nicht leicht nehmen. Derbloße Zorn des Menschen thut auch hier nicht, was vor Gott recht ist; er muß gereinigt,erleuchtet sein durch Gewissen und Vernunft, und auch die im Grunde liegende mitleidigeLiebe zu dem Verirrten muß mit im Nathe sein. Es wird unsagbar viel gefehlt undgesündigt mit derjenigen Kundgebung des Unwillens über einen Zögling, welche sich inSchimpfworten Lieft macht. Häßlich und beider Theile unwürdig sind die Thiernamen,womit oft eine Ungeschicktheit oder eine Unart gezeichnet werden. Entweder erzeugt uudbefördert inan dadurch die Niederträchtigkeit, oder aber, uud zwar im beziehungsweisegünstigeren Falle, bäumt sich das Ehrgefühl gegen den Urheber der Beschimpfung aufund cs entsteht Erbitterung, Mißachtung gegen Mißachtung. Man soll jedem Vergehenseinen verdienten vollen Namen geben, aber man vergesse nicht, daß der Schuldige inseinem Vergehen nicht aufgegaugcu, sondern daß etwas in ihm ist, das über dem Ver-gehen steht; und rede niemand von der Herrschaft der Humanität, so lange noch inHäusern und Schulen jenes rohe, wüste Schimpfen herrscht, durch welches viele edleKeime in den jungen Seelen ertödtet werden und man Worte in den Wald hineinruft,welche bald genug wiederum aus demselben herausgcrufen werden.
Neben dem rohen Schimpfen ist es das witzelnde Verhöhnen, welches ebenfallsüble Wirkungen nach sich zieht. Besonders unglücklich werden die un- und schwachbegabtenKinder dadurch geinacht, sie verlieren allen Muth durch diese Unbarmherzigkeit, die um!o schwerer sie trifft, als der Lehrer selbst mithilft, sie zur Zielscheibe der eingebildeten