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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Spanien.

Theologen und von Kopf zu Fuß gewappnete Streiter. Ter Stifter deS Ordens warselbst ein Spanier, geboren in Calahorra 1170 aus dem cdcln Hause der Guzman; erhatte neun Jahre auf der Schule von Palencia zugcbracht, damals der ersten Kasti-liens.*) Ter Horizont begann somit sich zu erhellen, aber was am meisten zur Wieder-belebung der wisscnschafilichcn Studien in Spanien beitrug, das war die Uebersicdlungder Schule von Palencia nach Salamanca.

Die erste Gründung der Universität von Salamanca geht bis ins Jahr 1200 zurück,d.h. bis in die Regierung deö in der Note genannten AlphonS IX.; die soeben angeführteUebcrsiedlung soll indessen nach den meisten Geschichtschreibern erst unter Ferdinand III.stattgcfundcn haben. Tic Anfänge der Universität waren schwierig. Tie Anstalt besaßgroße Privilegien, aber sic hatte kein Vermögen; die Professoren bezogen keine fixe Be-soldung. Im Jahr 1250 setzte Alphons X. für das Lehrcrcollegium eine jährliche Summevon 2500 Maravedis aus.**) Neue Schenkungen flössen von allen Seiten zu; und dochsehen wir, daß nach einem kurzen Zeitraum Hellen Glanzes im Jahr 1310 die Universitätwieder abgenommcn hatte: erst mehrere Jahre später wurde sie eine Hochschule erstenRanges, Nebenbuhlerin von Paris, Oxford und Bologna.***)

Alphons X. (chrloimo st Lnliio) wissenschaftliches Streben verdient die höchste An-erkennung. Dis zu seiner Zeit waren die Lehrfächer fast ausschließlich theologische ge-wesen: er setzte Lehrstühle ein für die profanen Wissenschaften. Die Professoren vonSalamanca arbeiteten unter seiner Leitung die berühmten Alphonsinischen Tafeln aus;sie übersetzten Avicenna, Averross und die Kommentatoren zu Galen; sie halfen zu derNedaction des berühmten Gesetzbuchs, welches unter dem Titel Ins stets partictus be-kannt ist, und um das beiläufig zu erwähnen, ein höchst interessantes Kapitel über dieestuclios g'snernlss (Theil II, Tit. 31) enthält. Man findet darin von tiefer Einsichtzeugende Bestimmungen, welche zum Theil von andern Universitäten verschiedener Länderangenommen und bis heute beibchalten worden sind.)) Die Universität von Salamancastand unter einem Rector, der nur ein Jahr in Function blieb und gewöhnlich einer auSden Höchstgestclltcn des Landes war. Der Rector verfügte über die vacantcn Lehrstühle,nachdem er das Gutachten des akademischen Raths cingeholt hatte, der aus sämmtlichcnProfessoren bestand. Tie Univcrsitätsgcrichtöbarkcit, unter welcher alle Graduirtenund Studenten standen, hatte bis 1334 das Oberhaupt der Diöcese, welchem hierfür an-dere Würdenträger der Kirche beigeordnct waren; sie gicng dann auf einen besonderenBeamten über, den masstrsssuolL. Die Universität umfaßte Schulen aller Grade. Inden sscmstns maxorss lehrte man Theologie, kanonisches und bürgerliches Recht, Mathe-matik, Milosoxllig, natural, Moral, Sprachen und Rhetorik; in den monorss: Ins urtsseanonss, Grammatik und Musik; in den minimus endlich die Elemente der Grammatik.Die Schulen befanden sich in drei schönen Gebäuden, von denen zwei noch heutzutagestehen und der gleichen Bestimmung dienen, ss) Zahlreiche Kollegien erhoben sich nachund nach zur Seite der atma matsr, und Salamanca wimmelte förmlich von Mönchs-kutten aller möglichen Orden und von Studenten, die leidenschaftlich begeistert waren für

*) König Alphons IX. hatte Lehrer von Paris und aus Italien dahin kommen lassen undseine eigenen Söhne wurden daselbst erzogen.

**) Nach Chacon (Uistoria <1s In Uuivsrsiclncl <Is Lalamanon) hätte diese Summe am Endedes sechzehnten Jahrhunderts dem Werth von 6000 Goldducatcu entsprochen (s. Xvlla, Ilistoriacko Lalamauoa. 1606. 4. S. 186).

***) Chacon, bei Ticknvr, Geschichte der schönen Literatur in Spanien, deutsch von N. H.Julius. (Leipzig 1882. 8. Th. I. S. L80.)

s) Ticknor a. a. O. Th. I. S. 47.

ss) Die hohen und niedren Schulen sind in der Umgebung schöner Klöster vcrthcilt; werth-volle Gemälde aus der spanischen und italienischen Schule schmücken einige ihrer Säle (CorinonckvsIaviAiis, Itinörairo äs 1'Lsxaxuo).