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Spanien.
auf die Untersuchung cinlassen, ob mau guten Grund habe zu behaupten, die Bewohnen-der iberischen Halbinsel hätten das phönizische Alphabet mehrere Jahrhunderte früherüberkommen, als es den Griechen bekannt wurde: wir wollen einfach mit der Zeit desScrtoriuS beginnen, der im Sturme des ersten Bürgerkriegs verschlagen au fernenKüsten neues Glück suchte. In Spanien war er ans Land gestiegen, da hatte er dieTrümmer der Partei gefunden, für welche er gekämpft harte. Es gelang ihm, das Vcr-trauen der eingeborenen Häuptlinge so vollständig zu gewinnen, daß er in kurzer Zeitals anerkannter Herrscher des Landes auftrctcn konnte. Um seine Herrschaft zu befestigenund um die Eingcbornen an eine geregelte Regierung und Verwaltung zu gewöhnen,unternahm er es, den Geist und die Anwendung römischer Einrichtungen nach Spanienzu verpflanzen: er bildete einen Senat von dreihundert Mitgliedern nach dem Verbildedes römischen, er übte die Barbaren in der Kriegskunst seines Heimatlandes. Sein indie Zukunft blickender Geist that noch mehr: er versammelte in Osca (Hnesca in Ara-gonien) eine große Anzahl von jungen Söhnen aus den ersten Familien des Landes, undließ sie durch gute Lehrer in den Wissenschaften und in der Literatur Griechenlands undRoms unterrichten. Er selbst übernahm die Sorge für ihre äußeren Bedürfnisse undihre Verpflegung; zugleich behielt er persönlich ihre Studien im Auge: von Zeit zu Zeitgab er sich die Mühe, die Schüler in eigener Person zu prüfen, und belohnte die mitPreisen, welche die besten Fortschritte gemacht hatten. Es erfreute die Herzen der Väter,sagt Plutarch, wenn sie ihre nach römischer Weise in lange mit einem Purpnrstreifenverbrämte Röcke gekleideten Söhne die dnUa am Halse tragen sahen; das war eine inder Schule gewonnene Auszeichnung und zugleich ein Pfand unwandelbarer Treue gegenden Wohlthätcr Spaniens. Die Folge zeigte indessen, daß SertorinS in letzterer Hin-sicht doch niemals so ganz sicher war, wenigstens was die Gesinnungen der Eltern seinerZöglinge betraf, und daß er bei der Gründung der Schule von Osca wohl ebensosehrdarauf bedacht war, sich Geiseln zu sichern, als den jungen Nachwuchs geistig zu bilden.Unmerklich entstand eine nationale Reaction; man sagte sich, welcher Partei die ansItalien gekommenen Emigranten auch angehört haben mochten, sie haben doch im Grundealle ein und dasselbe Ziel im Auge, nämlich die römische Oberherrschaft über die Pro-vinzen zu ihrem Vortheil anSzubcuten. Es kam zu Ausbrüchen der feindseligen Gesin-nungen, dem Aufstand gegenüber aber machte sich Scrtorins vollends verhaßt und ver-abscheut, denn er ließ seine Rache auf die unglücklichen Kinder fallen, die er erzog: dieeinen wurden umgebracht, die anderen als Sklaven verkauft. So endet das erste Blattder Geschichte des öffentlichen Unterrichts jenseits der Pyrenäen.
Wenn damals die Aencide schon gedichtet gewesen wäre, so hätten die Spanier dastimöo vnnnos füglich aus sich anwenden können. Perpenna's Dolch befreite sie vondem Mörder ihrer Söhne. Aber auch dem Perpcnna that dann bald Pompejns seinRecht an, und Roms Schatten siel nun weiter als jemals über Spanien hin. Dochbrauchte es nichts geringeres als die Tüchtigkeit des genannten Feldhcrrn und schließlichden Schrecken, der vor CäsarS Waffen hergieng, um die stets in ihre Zügel knirschendenVölkerschaften, die damals wie heute noch den Geist provincialer Unabhängigkeit so znsagen mit der Muttermilch einsogen, unwiderruflich unter das römische Joch zu beugen.Gerade wegen dieses ParticnlariSmns waren ihre Aufstände stets vereinzelte Erhebungennnd darum leichter zu unterdrücken. Die Befestigung der Römcrhcrrschaft fand anderer-seits eine mächtige Stütze in der Verbreitung der lateinischen Sprache, welche in derZeit der Scipionen zuerst nach Spanien gekommen war, nach der Austreibung der Car-thager mit außerordentlicher Leichtigkeit bis in die Unoticn sich verbreitete und schließlichdie alten Idiome in die unzugänglichsten Gebirgsgegenden zurückdrängtc. Nach Strabobätte man im Zeitalter des Augustns einen Spanier kaum von einem Römer unter-scheiden können. Schon zn Ciccro's Lebzeiten wurden mehrere Dichter aus Cordnba inNom bewundert, doch bemerkte dieser feine Kenner in ihrer Aussprache pinZmo c;uickcknmntning xeröAvinnm und in ihren Manieren etwas derbes nnd zugleich etwas linkisches.