Grctinidmuö.
Sie ©r^ie^ungStoeifc felbft hat fid) burdjaitd ber inbioibuellen ^Begabung ansupaffen,nur im allgemeinen fann batjer eine ©f^je bed ©anged berfelbeit gegeben »erben, »o=bei mir überall ooraudfejjen, baß cd fid) nictjt um 33oHcretinen, fonbern nur um 53löb=unb ©dj»adjfinnige nieberen ©rabed l)anbelt. 3 un äd)ft ift ber äußere ©inn berSbinberju erjiefyen; burd) lebhafte ©inueSeinbriicfe ift ihre Slufmerffamfeit 31 t feffeln unb ift iljrSorfteHungSBermegen an 3 itregen unb 3 unad)ft mit einem mannigfaltigen 3nl)alte Ben33orfteHungen coucreter ©egenftänbe 31 t erfüllen; gugleid) finb bie Äinber in ber Slcfjt=famfeit auf bie 3 u ßäube bed eigenen Äörperd 31 t üben unb an ein regelmäfsiged 33e=friebigett bed ÜRahrungSoerlangenS fo»ie an Sfeinlidjfeit tu gemeinen; babei ift fernerihre Slpatljie bed SBiHend 31 t brecljen unb finb fie in ben einfadjften S3e»egitngen berSinne unb ber güße 31 t üben, finb fobann 31 t combiuirten 23e»egungen in gönn BonSpielen, fpater Bon gpmnaftifd;en Hebungen antu^alten, enblid) ift ibjie medmnifdjeSlnlage aud 3 ubilcen unb ift ihnen in ber SlngetnBljnung einfadjer Slrbeiten unb anl;alten=ber medjanifdjer S^atigfeit bie 3Rüglid)feit einer »enigftend tl)ei(»eijen @r»erbdfäl)igfeit31 t geben. ©Ieid; 3 eitig toirft bie ftreuge Dvbnung in ber Slnftalt, ber Umgang mitStnbern ifjrer 23egabitng »ie mit liebeoollen Gsr»ad)fenen unb ber abgemeffene ÜBedjfel3 »ifdjeit £l;ätigfeit unb fRulje belebeub auf ihre geiftige (Energie im ganjen unb be=fonberd Berebelnb auf ihre fittlidje ®ut»id'lung. Ser »eitere Unterridjt ift »efentlid)3lnfd)auungdunterrid)t ttnb fallt bei Äinbern, »eld)e nid)t fpredjen fönnen, in einem©tüde gant mit jenem ber Saubftummen jufammen. 2Lßenn burd) unerntüblidjed Hebenber ©inne, burd) ein fd)ritt»eifed Slnregen Bon SJorfteHungen unb »enn burd) bad @r=toeden Bon l;ol;eren ©efüf)len, mittelft ber DJhtfif, bie geiftigen gäl)igfeiten gehoben finb,fann ber eigentliche ©d)ulunterrid)t beginnen, fann namentlid) bad 6 rjä^te'n anregenber@efd)id)ten, »eldje and bem Streife ber ffiibel genommen »erben mögen, jugleid> alsSJüttel 3 itr »eiteren geiftigen Slndbilbnng unb 3 itm ^Religionsunterrichte benufct »erben,fann ntan »etter bie ntedjanifd)e gertigfeit bed ©djreibend bid 31 t einem ge»iffen ©rabe,fann bad SRedjnen als 31 ct bed ©ebadjtniffed, fann enblid) and; ein fdjtoerfätligeS Sefeubeibringen, bei allen biefen gertigfeiten bleibt ed aber oft nur bei reiner Sreffur, ohne baßbad fd)»adjfinnige Stiitb begriffe, »ie ed red)net, »ad ed fdjreibt ttnb »ad ed lieft. Slntbanfbarften ift im allgemeinen bie Hebung bed ©ebadjtnijfed, toeld;e tur ©djttlparabebenufjt »irb, bei mand)en Stinbern aud) bie SluSBilbung ihrer ntufifalifdjen Slnlage, enb=lieh unb haußtfädjlidj bad (Einüben ntedjanifdjcr Slrbeiten.
Leiber finfeu bie meiften ©d)»adjfinnigen mit ihrem SluStreten aud ber Slnftalt, ftattfith »eiter 3 U ent»itfeln, rafd) herunter, ein 33etoeid, »ie Bieled in ihrer (Erziehung unbSludbilbung bloß auf ©ewohnheit unb ©ebädjtnidübung beruhte. Sabei trifft jebod)bie ©d)ulb nicht feiten bie Slngehörigen berfeiben, inbem fie ihre Pfleglinge 3 itrücfoer=langen, el;e biefelbcn in ihrer geiftigen (Entmid'lung hinlängtid) gefräftigt finb.
Bahlen über bie -ßrocente ber „©eheilten", ber „©ebefferten", ber „Ungeheilten"geben »tr feine, »eil eine fo!d)e ©tatiftif nur bann einen 2 Bertt) fiat, »enn mau bieeht 3 elnen Snbioibtten, namentlid) ben ©rab ihrer pfhd)ifd)en ©d)»äd)e beim ©intretenin bie Slnftalt, ttnb ihr ©djidfal nad) ber SRücffehr in bie ursprünglichen SSerhältuiffefennt, eine gorberung, »eiche bei ber bargelegten SRannigfaltigfeit ber „fd)»ad)finnigeuunb blobfinnigen" Stinber unb bei bem Unbeftanbe ber „Teilung" ununtgänglid) ift; biege»öhttlid)e ©tatiftif BerfmHt bie SBafirheit, ftatt fie auS 3 ufpred)en. 2Bir haben aud)feine B a hl eit über bie (Sretinen einjelner Sauber mitgetl)eilt, »eil thatfädjlicfj bei berSlufnahme berfelben nad) fehr oerfd)iebencn, engeren ober »eiteren Gegriffen oerfal)ren»irb, eine S$ergleid)ung ber einjelnen Sauber mit foldjett unfid)eren B a hl en alfo e tnbloßes 33lenb»erf ift. Söir fd)ließen bagegen mit einer Slufsäljluug ber und befanntgeworcenen Slnftalten für Sretinen, überhaupt für blöb= unb fd)»ad) =finnige Sfinber in ber ©d)»ei 3 unb in ®eutfd)lanb.
Sie erfte beutfdje »ar 1816 bie reine Unterrichtd- unb SrjiehungSanftalt bed Sehrerd©uggenmood in ©a^burg; einige 3al)re fpäter fanben 12 Sretinenfinber Slufnahme