Sflmeigung.
’Jtöttdjten,
©egenfafs beg 23egehren8 fid; jum 916 f dj e u fteigert. 2öeil bet bett Sinbern ber©lattbe an bie fittlidje fßerfßnKchfeit nod; fo rein unb innig ift, tritt aud; rifre 9lb=neignng unb fitttidjer 5Ibf<heit unt fo energifrfjer fterbor, alg fie noch nicht gleid; benKrwad;feiten gelernt haben, itjre Abneigungen unter bem Weiten Spantet beg con=»entionelleit 9InftanbeS 51 t oerbergen. 2Bir berühren t;ier einen ber fd)Wierigften fünfteber (ärjieljitug: ber junge SJienfd) fobt bie fßietät gegen feine Grjiefjer nicht berieten,foH fid; nid)t 3 U 111 Kenfor ber Krwadjfenen aitfwerfeit, in gefeHigett 5ßert;ältniffen be=Wahrt bleiben bor bem pharifäifdjen §od)inuth, ber ba fpridjt: „ 3 <h banfe ®ir, ©otttc."— fott aber and) in feinen ©tytnpatfyieen unb 9lntipatl)ieett, infofent fie auf gutemfittlidfen ©runbe ritten, nid;t gefd)Wäd;t Werben. ®enn fo fel;r attd) Siebe unb ®ulbungim ©eift beg Sl;riftentI;umS liegt unb in ber ebangelifdjeit fßiibagogif feine Seibenfdjaftgepflegt werben barf: fo ift bod; fjinwieberuut bie fräftige Siebe beg ©uten nid;t offnecnergifdjen fpaß alles Unlauteren nnb fBöfen, wie (EljriftuS itttfer §err unb SJieifter infeinem tßcrfet^r mit beit fßharifaem ung felber bag Seiftet gegeben f>at. 3 n bemSftaße, al§ bag ©ute begehrt Wirb, muff attd; bag S3öfe berabfdfeitt werben unb muffctttdj bie entfdfiebeufte Abneigung fidj offenbaren wiber bie, Weld;e itng öon ber Salmbeg ©uten ablenfen ober mit Ujrer fpendjelei ung täufd;eit Wollen. 6 g faun ba, wobag fittlidje ©efiild fid; gleichfam in einem Srennpitnfte fammelt unb ber 9lffect ber9lugbntcf beg reinften ©elbftbetoußtfeing ift, eigentlich gar nidjt oon 9lffect unb Seiben«fdjaft im gewöfiniidjen Sinne bie Siebe fein. ®er fittlid;e 9lbfd;eu ift nur bieanbere ©eite ber ftttlidjen Segeiftentitg für bag ©ute, äBaljre, Kble, vtnb alg foldferDoHfommeit berechtigt. ®ritt er energifd; bei geWiffeit ©elegenfieiten im 3ögiing h er öor,fo wirb fid; ber tactbotte ©rgiel;er beffen freuen, er wirb biefe heilige ©lutl; lebenbigerhalten, aber and) bem 3ögling jitnt SeWitßtfein bringen, baff Stiemanb bett Aadjftenrichten biirfe, am allerWenigften bie Sugenb, bie nod) fo wenig geprüft unb berfudjtWorben ift. 3n biefer ^infidjt haben oft Klient gegen bie Seigrer, Sei;rer gegen bieGütern bie ©renjett ber fßietät 3 U frühen, im gefeKigeit Serfehr ein befd;eibeneg©d;Weigeit 31 t gebieten, ohne bie ©d;ärfe beg fittlidjen llrtheilg abjuftuntpfcn unb ohnebem fittiid;en gweinutth Slbbrud; 3 n rifun, ber bie conbentionelle gorm nicht über bieSBat;rl;eit erheben mag. Seiber Wirb in nuferem abgefdjliffenen Kulturleben ber fittlidjeSnftinct, bie Unmittelbarfeit beg ©efiihlg nicht ntinber frühzeitig gefd)Wäd)t Wie bieauf fittlidjem Sewußtfein unb flarfter Krfeitntnijf ruheube Abneigung, unb eg gefdgeht„ber §öftid)feit willen" nicht feiten, baff ber junge fDlenfd; feinen SBiberWillen gegeneilte moralifd; fdfledge fßcrfBitlichfeit nur 3 U halb übertoinben unb in jene moralifdjeSnbifferenj überleiten lernt, bie Weber warm nod; falt ift. 51. SS. ©ruhe.
Stnm. b. Dieb. 3 n SBejng auf eine anbere Strt öon Sfbfcheu begnügen wir itng, eine ©teileSott Dlanmer (in abgefiirjter fform) fceigufetJcit (Oefcf;. ber Sßäb. III, b. 185 ): ®ie beiSÄäbdjen fo gewöhnliche ©cheu bor ©pinnen, Dtaupen, SBläufeit nnb anberit unfchäbticheit Spierenfann burth forgfame, Oerftänbige Sltertt fchon fefr früh abgetoBfint Werben, ofme baß man imgerittgfien ber Weiblichen .Bartbeit 31t nahe träte. ®iefe ©cheu bor jebem ben ©innen Wiber«Wärtigen üfnblirf bängt mit etwa« biet 3 Bid)tigerem genau jnfatnmen. ®ie nämticben SJläbcben,Welche erftären, fte fönnen feine ©pinne berühren, feine 2Jiaug feben, ohne 31t erfdjreden, pflegenauch 31t fagen, fte fi'ttnen feine offene Sßitnbe fel;en, feinem Aberlag anwobiteu, überhaupt „feiltS 3 fnt fehen." Unb bo^ ift eg jeber wahren fiaitgniutter ?pfTtcht, im fpaufe unb in ber Siadjbar*fchaft alle ®ienfte einer barmherjigen ©chwefter 31t berritf;ten, Wenn eg Sloth thut, unb uiter«fchrodeu, befonneit unb gefcbidt hilfreiche Siebe 31t üben.
WbridjtCtt, ®reffiren ift ein 53eibringeit blo^ äufferlither g er tis ^ c ^ en > w °bctman boit ber S3afiS imterlid)er Kittwicflnng nöHig abfielft unb blog jufätttge3l»ecfe,fei eg bag eigene SBergnilgen ober ber eigene materielle SSortheil, int Auge hat. ®erabjuridjtenbe ©egcnftanb Wirb alfo alg ein SBefen ohne perfonlichctt SBertl;, alsein SBefen, bag fein fttedjt auf innerliche lugbilbitttg hat, folgerichtig bann and; al 8bloße ©ad;e, alg bloßeg Mittel, nicht alg ©elbfatoecf behanbelt. ^ieraug ergibt fi<h,baß ber SJienfd; nie ttttb unter feinen Umftänben 3 unt ©egenftanb ber 9lbrid;tung gt=