■ffiubermann.
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ißre SBlitfe auf bie feit 1763 in bem benachbarten Preußifd) = ©d)teften heruortretenbe©hätigfeit gelbigerS mit feiner „©agan’fdjeu Sötefhobe" richtete, ©d)on oor 1770 mareitba unb bort eingelne böbmifdje Seßrer gu biefein nad) ©agan getommen, hatten bie aßge»meine Kunbe haben nach SBöhmen öer^flangt unb einige fd)madje SScrfnc^e, feine Sel)r=art eingufü£)ren, gemadjt. ©er SJtaun aber, melier nun mit bem größten Geifer, un=ermüblidjer ©ebulb unb belohnenbftem Srfolg biefe Stngelegenljeit in feine fpanb nahm,mar fferbinanb Kinbermanu, geb. ben 27. ©eg. 1740 (1741?) gu SönigSmalbebei ©dßudcnau, gebitbet ai*f ber llnicerfität gu Prag, im Saßre 1771 gum Pfarrer inSaplih, einem ©täbtdjen im Pubmeißer Greife, ernannt. £>atte fd)on baS UniberfitätS*ftubium unfern Sinbermann in theoretifdjer SBcife mit ber ©acf)e ber 33oIfSbilbung ber»traut gemadjt (djarafteriftifd) für bie bamaligc 3eit: bie 33orIefungen beS 9ßrcf. ©eibtin Prag über bie Srgiel)ungSfunft bor einem Weiteren unb allgemeineren fpörerfreife unbfeine SlntrittSrebe „bon bem Sinfluffe ber Srgiehung auf ©liicffeligteit beS ©taateS“.Prag 1771), fo mar jeßt feine öffentlidje ©teßung für ihn ein lebenbiger Sluftoß, fid)praftifd) mit bem 33olfSfd)uImefen gu befaffen. „©a id) bie Steiße ber Pflid)ten über»bad)te," fagt er, „bie mir oblagen, fo fiel mir unter ben ©runbliuien, bie id) gu bemplane meiner ©eelforge gog, jene bon ber Schiebung berSugenb unb bon ber 9Serbeffe=rung ber ©d)itlen borgüglid) in bie 9tugen." Slge er baber fein Slmt antritt, machtfid) Kinbermanu felbft auf ben 2öeg nad) ©agan, um burd) unmittelbaren Slugenfdjeinbie bortigeu ©djulen unb il)re Ptettiobe tenuen gu lernen. 9tad)bem er gurüdgefel)ft,meubet er baS ©emonnene alsbalb ait. „©er erfte©ag, ben ich ber ©eelforge mibmete,mar auch ber erfte, ben id) auf bie ©d)ule bermenbete." Sr fieng bantit an, ben ©d)ul=meifter unb eine Slnjahl Kinber gu fid) auf fein 3immer gu nehmen, jenen im Sehren,biefe im Sernen 31 t untermeifen. ©ie ©ad)e gieng gut bon ftatten. 23alb mar bieSuft beS SeßrerS, ber Sifer ber Kinber, bie Stufmerffamfeit berSItern gemonnen. S3in=nen 3 ober 4 2Bod)en Ratten KinbermannS 3ögü 1 , g e ben ganjen KatedjiSnmS erlernt, mitbem man fonft in bieten Sohren nicht 3 U ©taube fommen tonnte, ©ie Kinber madjtenaus bem ©djlummer auf; biele tarnen aus Steugierbe, bas ©djaufpiel ber gleid)fantgaubernben neuen Sehre gu feßen, unb biele blieben, um fid) gleichfalls unterrichten 31 ttaffen. ©0 gelang es il)m allmählich» eine für bie bamaligen 3 eiten trefflidje öffentlicheS3oltSfd)itle inS Seben 3 U rufen, bie bon aßen ©eiten bie uötl)ige Unterftü( 5 ung fanbunb nad) unb nach aud) an anbern Drten 9tad)eiferung bemirtte unb ßinmieberum, jemel)r fie bie allgemeine Slufmertfamfeit unb ©ßeilnaßme au f fi<h gog» ben fortgefefetenSifer KinbermannS unb feines bon ihm in§3ntereffe gegogeiten SaplanS, ©imon Kubier,anfpornte. 2BaS Kinbermanu bei biefer ©ßätigfeit befonberS forberte, baS mar bie ihnbe 3 eid)nenbe mufterl)afte Klugheit unb PßeiSßeit, mit ber er auf bem fd;mierigen Pobenber S3ottSfd)ulberbefferungen boranfdjritt, unb moburd) er fich, mie eS feßeint, bon bemetmaS ftürmifd)en unb eitlen ffelbiger mefentlicß uuterfd)ieb. 3n aßer ©tiße, inbent er©roßeS im Kleinen anbal)nte, liebte er 3 U arbeiten, ©arum mar er aitd) tein gxeunbbon großartigen 3 mangSmäßig burd)gefül;rten Drganifationen, „mit benen man nurfpeudjler, rebenbe -äRafcßinen, aber teine ntcralifcßen $Dtenfd)en ergeugt." ,, 3 d) führte,"fagt er, „eine neue Schrart ein, ohne es inerten gu taffen, unb tarn baburd) bielen^inberniffen guuor, bie fid) bei Steuerungen biefer 2lrt, menn man fie aufbringen miß,um fo häufiger l)erbortt)un." Sr fefcte babei borgitglidt gmeifpebel inS3emegung, „einefd)öne f?anbfd)rift, bie and) ben gemeinen SDtann bcftid)t, unb ben Ptufifunterricßt,benn biefem ftnb bie Sttcrn immer geneigt." ©urdj ein folcßeS Verfahren unb eineungemöhnliche Popularität in SSerbinbung mit einer aus lebenbigent Sntercffe ßerbor»gehenbeit Snergie marb eS Kinbermann möglid), uidjt bloß aße in ben traurigen 3«t=umftänben (große fpungerSnotß) unb ber Abneigung ber SItern, für bie fein ©cßul*gmang galt, liegenben fpinberniffe gu überminben, fonbern auch feine Kaplißer ©cßulegu einer Ptufteranftalt unb einem anregenben SluSgangSpunct für ©djuloerbeffernngenin immer auSgebehnteren Steifen gu machen. SS entftanb aßmäl)(id) unter Kircßen=