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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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dtiitbcrgtaulic.

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trauert gu jeittanb, bem eS fcagfetBe einntal gefteult tjat, au dt burd) Ungleidtljeiteitint 23enetjttten, burd) etngelneS befremblidje nidjt ftören läßt, gerabe weil eS itjm gu>traut, er tu erbe aut bagu feilten guten ©runb haben, weit eS it;m in lieben ödem 9 t e=fpect aud) bagu baS Code 9Jed)t einränntt: fo läßt fid) ber retigiöfe ßinbergtaubeaud) burd) diejenigen ©igenfdjaften ber l). ©djrift, bie ber tnenfd)Iid)en gönn, bergeittidjen ®efd)id)te itjrer Slbfaffung angeboren, im minbeften nidjt beirren; Ungenauig=feiten in ber 23eridjterftattung, Unrid)tigfeiten in ber SlitWenbung attteftamentlidjer ßitate,Unbegreiflidjleiten, wie g. 33. baß ein Soangetift fel)r wichtige ©ljatfad)en, bereit 2lugen=jeuge er gewefen feilt muß, nid)t ergatjlt, wätjrenb bodj anderes, ittinber 23ebeutenbeSnon atten ergä^tt wirb: foldje ©inge, auf wetdje ber fritifdje ©pürfiitn fatjnbet unbaud benen er allerlei ©ttüffe gietjt, madjen betn ^inbergtauben, eben weit er baS ift,aud) nid)t bie minbefte Unruhe; größtenteils wirb er fie gar nidjt gewähr; g. 23. einenUnterfdjieb in ben 3been unb ©runbanfdjauungen be§ 3ot)anneS unb ber ©ijnoptifer,ober beS -ßautnS unb SalobuS, ber pauliniften 23riefe unb ber 2lpolaIt)pfe finbet ergar nitt oor; unb wenn tut je aud) auf faden Witt, baß eine ©tede fid) anberS oberbuntterüber eine Seljre ober ©Ijatfadje auSfpridjt, als eilte anbere, ober Wenn eS tm fetberaud) einmal bünft, eS fodte in einer ©teile not etwas beigefügt fein r Weit baburd) erftbiefetbe oodftänbig jur 23eweiSftede für eine Setjre würbe, fo erregt aud) ba§ leinen 3weifetnod) 33erbad)t, Wed il)itt baS Stpiom feftftetjt, ber I). @eift l)abe baS fouöeräne 9ted)t, fid)auSjubrüdeit, wie eS it)iit gefade; fei baß unfern ©pradjregcln nidjt confornt, fo fotttenbiefe oietmcl)r nad) itjm, atd er nad) iljueit fid) ritten; unb wenn er eieteS in bunlteSluSbrüde eiitljüde (wie g.. im Soangeliutn 3ot)anniS bie Gcrllärungett, bie 3efu8 ben3ubeu über eine oou itjiten uid)t oerftanbene Siebe gibt, öfters nod) blinder fittb alsbaS gu Gsrdäreitbe, ober bloße Söiebertjotungen beSfetben), fo fietjt ber Äinbergtaubebarin nur bie Weife 2Ibfid)t, gttttt eigenen Siatbenfen anguregen. Sine ©tede burt bieanbere, was bei 2Rattt)äuS fef)It burd) 3ot)attneS unb umgefeljrt, gu compenfiren unbbaS fo 3"f ammei, 9 en °wwene atS ein fd)ted)tt)in 3ufammengel)örigeS, atS ein ©angeSangufetjen, ift itjin ein fid) gang bon fetbft oerfteljenbeS Siedjt, ja eine fßftidjt jebeS33ibetleferS, bon ber er bie auSgebeljntefte, unbefdjränltefte Hinwendung mad)t. 3t)ttbefrentben barum aud) fette StuSfagcn bon ©ott ober bon bibtifd) = gefd)id)tüd)en -ßer=fonen, bie ben geWötjntiten SRoralbegriffcn gu wiberfpreten fdjeinen; baß bie BinderSSraet auf ©otteS ©etjeiß ben Sgpptern ifire filberneit unb gotbenen ©efäße entwanbten(2 Sdtof. 11, 2. 12, 36), baS ftört beit Äinbergtauben nidit im geriugften; beim feinHtpiom ift: waS ber §err tut, baS ift gerecht, weil ®r eS tljut. ©eWiß, eS fittbtjod)begtüd'te ©eeten, bie fotdje Sinfatt unbebiitgten ©taubenS in fid) tragen unb feft=gut)alten bermögen. 2tber mit biejer ©efigpreifung ift bie grage nod) nitt beantwortet,ob fotd) eine ©infalt als (£l)riftenpftid)t geforbert werben, ob atfo ber örgietyer um jebeni|3reiS ben 3S^ n S au f liefern ©tanopuncte fefttjatten müße. 2ltS einft bon be Sffiette einetljeetogifdje ©djrift Iritifdjen SntjattS crfd)ienen war, fagte auf bie fyrage eines 23e=lauitten, ob er biefetbe getefen? ein frommer alter fperr:3Rein fpeitanb tjat mid) ba=ben bispettfirt, baß it baS 23ud) beS ,$errn be 2Bette nitt tefen muß." fpaben wotjtwir ade Stnfpritd) auf folcfje ©ispenfationen? ©eljr ftwerlid). @S ift gwar aud) fürerwad)fcne Seute bequem, fid) ben ©tauben baburd) uuangefodjten gu ertjalten, baß maneiitfad) nidjt tieSt, loaS nid)t mit bemfelben im Giiiflange fteljt; ein ©runbfa(5, berWeiter berfotgt am Snbe gu einem 33erfaljren leiten tonnte, wie baS, WeldjeS beut $a=lifen Dinar gegenüber ber 23ibIiotl)ef gu Sltepanbria nadjgcfagt Würbe. 2ßeitigftenS werbentfsljatber Religion unb ©tauben ginn ©egenftanbe wiffeufdjaftlidjer Srlenntnis gumad)en bat, ber lann bem 23orWttrfe ber §ault)eit ober and) einer I)od)iniitt)igen, ber=ftodten ©etbftgenügfaraleit uid)t entgehen, Wenn er grunbfä^tid) nur deSt, waS itm infeiner ©ebaulenWett nitt ftört. Unb aud) ein foldjer behauptet nidjt wirllidj feinen3linbergtauben; beim biefer ift fröt)Iid) unb unbefangen, jener aber ood DRiStraneuSunb einer Stengfttidjleit, bie er fid) fetbft Wie anbern berljetjtt. ©er ©rimiti, mit bem