üinbergtaube.
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£)bject beS ©laubeng junäc^ft auf bie (Jinbilbunggfraft wirft unb bon biefer acceptirtwirb. Sem Sinbe muß felbftoerftänblid) eingeprägt werben, baß bi er nidjt ©ebilbebicfjtenber bß^antafie, fonbern SBorte unb!X£)aten ©otted gegeben finb, bag biefe 2 Bunber=weit eine SBirftidjfeit Oberer Drbnung ift, bie barutn nic^t mit bfogem 2 Bot)IgefaIIen,wie ein ßftärdjen (f. b. 2 lrt.), fonbern mit (£^rf«rcfjt betrautet fein will. §lber etwagoon jener poetifdjen Slnfdjaunng beg Sinbergtaubeng faßte aud) für bie fpätere 3 ^it er=halten werben, nämlidj bag reine ©efüljl, bag bwr bie $ategorieen nnb ©efefse betgemeinen Söirflidjfeit ebenfowenig angewenbet unb gur Srflärung beg HBunberbaren bei=gegogen werben bürfen, als bieg poetifdjen Sbeen gegenüber julägig ift. Sarin habengerabe bie £h et, f°3 en in ®ogmatif unb Gcpegefe oft unfäglidj taftlog unb gefdjmacfloggehandelt; Wer mir 3 . S3. bie Sßatur beS Sluferfteljunggleibeg ©hi'ifti phbfifatifd) analt)=fiten ober in ber Slpofaltjpfe bag § 0(3 beg 9ebeng botanifd) erffären wiß, bergerftört — abgefehen babon, bag fold)e Gcrflärungen hoch nur auf SBorte funauglaufen,bei benen fid) nidjtg benfen lägt—jenen poetifdjen Suft, ber aßeg derartige bor fold)plumper ^Behandlung fdjüheu foßte; fo!dj ein fog. biblifdjer fftealigmug ift oiehneljr berleibliche 33ruber beg fmuSbacfenften fftationaligmug. — Slßebem aber, worin alfo ber$inberglaube fid) erft läutern unb befreien mug, um föfamtegglaube 3 U werben, fteljtein ©ebiet beg refigiöfen Sebeng, bag eigentliche fpeitigtljum beSfetben, gegenüber, inweldjent aud) ber äftanit nichts beffereg tjaben fann, afg ben ©tauben eineg ßinbeg.Sag ift bag ©ottbertrauen in feiner rein praftifd)e:t ©eftaft, in feiner unmittefbarften33egiehung aufg Seben, in weicheg baSfelbe gerabe an foldjen iguncten eingreift, wo aud)bag $inb fd)on erfährt, bag felbft bie Eltern, benen eg fein gan 3 eg SSertrauen fdjenft,boch Weber aßeg Wigen noch a ^ e§ fönnen, alfo bag SöebürfniS eineg ©egenftanbeg fürunbebingteg Vertrauen fid) baburd) befriedigt, bag bag jfinb bon ©ott bem 2 tßmäd)ti=gen, Stügütigen, 2lßwiffenben unb Stßweifen hört unb 3 U ihm gu beten gelehrt Wirb.2 Benn bag $tnb mit irgend einem ffeinen ober großen Slnliegen feine 3 ufludjt gurn lieben©ott nimmt, bag er bie ÜDlutter genefen faffe, bag er etwag berloreneg ihm findenhelfe, bag er ihm beiftehe, fein Sftemorirpenfum richtig Ijergufagen :c.; wenn eg daraufbertraut: ber SBater im Fimmel hört aßeg, wag id) ihm fage, unb eg ift ihm ein Mei=neg, aßeg 3 U thun, Wag er wiß, auch bag Unmögliche fann er möglich machen: bagift ber redjte, edjte ßinberglaube, ben wir darum nicht gering achten bürfen, bag er-ben bogmatifcfjer SSeftimmtljeit noch f e h r wenig an fid) trägt, bag er fogar nidjtimmer bogmatifch correct ift, fofern bag lind (wie bag $olf überhäufet) ©ott unbHeiland als bößig ibentifd;e SSegrige gebraucht; ja bag er aud) einem Sßioraliftenein Slergernig 3 U geben im Stande ift, wenn bag find (wie Saoater bieg bon fid) er=gählt) bent lieben .fpeilanb bag 3ntvauen fdjenft, er werbe etwag, wag eg peccirt, 3 . 33.eine ©d)ate, bie eg gerbrod)en, nidjt entbeeft werben tagen. @g ift gewiß recht bagSBefen beg ßinberglaubeng getroffen, wenn Soljanneg (1.3olj. 2, 13) fagt: „3dj fdjreibeend) lindern, denn ihr f'ennet ben Sßater". Siefen ©laitbeu fid) 3 U bewahren, bag iftaud) beg Sftanneg Aufgabe unb, Wenn er fie erfüßt, ein unendlicher ©egen; bag $tnb=lidce daran ift jene Sreuljergigfeit, bie bem bimmlifdjen ÜSater aßeg 3 utraut, bie ebenfoübergeugt ift, bag er bag Slßerfleinfte, wag nng befümmert ober bewegt, wag Wir felbfteinem Sßenfdjen nidjt mittljeilen möd)ten, um nidjt oertadjt gu werben, mit liebeooßem3luge beachtet, wie, bag er felbft bag ©roßte, ©ewaltigfte gu ooßbringen oermag, fo=halb er wiß, unb bie darum aud) bem ©tauben ben Sljarafter einer beftänbigen gröl)=lid)feit giebt. ÜDlan hält wol)l entgegen, baß 3 War bem S?inbe foldjer ©taube natürlidjfei, Weit eg bie bermittelnben Urfadjen ber Singe nidjt fenne, unb bon ber fftotl)Wenbig=feit beg 2Beltgufammenl)angeg feinen ^Begriff pabe, baß eg aber bem Spanne, ber biefeÄenntnig befipe, unmögtid) fei 31 t jener Einfalt 3 urüdgufet)ren. 2ltg ob irgenb jentanbbiefen Sfßeltgufammenljang boßftäntig fennen würbe unb alg ob berfelbe für denjenigen,beffen Scitfen nicht im SJioraft beg SOfaterialigmug fteden geblieben ift, nidjt nodj 9faumgenug ließe für einen lebendigen SBificn, ber bem ©angen, wie bem Eingelnen, feine