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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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ffatccfnöinuS.

ftalten.*) — Sie gefdjidjtlidje GStttWitfelmtg beS ff. beweist, baß feilt Sitljalt Wie fein©ebraudj auf fefter Ijiftonfdjer 23aftS beruht unb baburdj eine heftimmte 23egrenjmtgerhalten Ijat.

©effden hat in feinem inhaltsreichen SEBerfe: „S>er ffiilbcvfatedjiSmuS beS 15. 3aljr=IjunbertS, Seifjjig 1855", ttadjgewiefen, baß £utljer guerft baS äßort ff. als Xitel eine«23udjS ßcrgefdjlagen Ijat, wäljreub eS not iljm einen ber Saufe unmittelbar üorangetjenben2lct begeidjnete; widjtiger ift, baß Snljalt unb gönn beS ff. ebenfalls bon fintier ^um2lbfdjluß gebradjt Worben finb, baß aber beibe nidjt WiEfürtidj Oon iljm beftinunt, fon=berit ber bttrdj Saljrljuitberte geheiligten ^3rayiS ber ffirdje entlehnt finb. 3n ber altenÄirdje unb im 9)?ittelalter ift ff. footel als Saufbeleljrung, Saufeyamett. SBennbie Xaufcaubibaten einen üorbereitenben Unterricht, ber fid) auf btblifdje @efdjid)te,23ibeler!lüntng unb einen mehr ober weniger öoüftänbigen Sortrag ber djriftlidjen @lau=beuSlefjre erftredte, oljue baß ittbeS barin bie eigentlichen SDhjfterien beS &^riftenth>muöbaS Stjntbotitm, baS SJateruufer, bie facramentalifdjeu Sebjrftüde unb anbere Stjeile berfogen. diseiplina aroani fc^ou mitgetljeilt Würben, meift mehrere Saljre hiubnrdj genoffenhatten, fo würben ihnen erft fttrj iwr beut Saufact (3. 23. am fßalmfonntage, Wenn bieSaufe an Quafuuobogeniti ftattfanb) fette jur ©eheimlehre gerechneten (Stüde erflärtunb 311111 Semen oorgelegt, ttitt auf btefclben bei ber Saufe felbft baS 23efenntniS ab»julegen unb attjugeleben. SDiefer 2lct ttttb bie unmittelbar oorauSgeljenbe 23orbereitungbajtt, weldje fid; nur auf baS tefete Stabium beS ÄatedjunienatS erftredt, ift ber ff. beralten ffirdje. Serfelbe bitbet ebenfo beit pofitiben Sfjeil be§ SaufbefcnntniffeS, wie berSjorciStnuS unb bie Ibrenitntiatiou ben negativen. 3n biefetn Sinne finben wir fdjottbei 2htguftiit (de lido et operibus cap. 9. 13. 18. »gl. cap. 6.) baS S33ort cate-cliismus mit baptismus unb exorcismus in bie eitgfie 33egiel)uiig gefegt. 9(o<h be=ftimmter tritt ber angegebene 23egriff im SDJittelalter Ijeröor. SDfan »erfleht hier unterff. nicht etwa ben 9ieligion8unterridjt ber Sugenb überhaupt, ber überaE in feljr be=fdjränfter 2Beife »orlam unb nidjt foWoljl eine Slngelegenljeit ber ffirdje, als »ielmehrber gfantilie war, fottbern fdjledjtljitt nur bie SJiittljeilung beS SaufbefenntniffeS, bie 216=legttttg beSfetben unb bie 2lngelobung auf baSfelbe. ffomntt nodj bie Saufe ©rwadjfener»ov, fo wirb ber ff. mit biefett felbft abgeljalten, bei ber »iet allgemeinem ffinbertaufeaber gefdjicljt bieS mit ben fßatljeu. **)

Sie Stüde, weldje wüljrcnb beS SDtitlelalterS ben ff. bilben, ftttb ber ©taubeober ba$ Credo (apoftol. ©laubenSbelenntitiS) , baS Sateruufer unb bie Sacra»meitte,***) oon betten bielefjternin ben früljeru 3ahrljunberten häufig noch wegblieben.DiirgettbS aber wirb ber Sef'alog gitttt ff. fetter $eit gerechnet, weil er in ber Sljatniemals eine Stelle bei ber Saufe gehabt Ijat. 2Benn er gleidjwohl itt beit lebten Safjr»

*) 31 t weit itt ber jitte^t bejeicljiieteit SBesiehmtg ftnb ©efmitiouen wie: „ff. iß ein Unter»rieht djriftlidjer Sehre mtb ittdjts attbereS als ein Jttrjer Snbegriff besSBorteS ©ottes" (SUtiitg,ffiearb. beS §eibetb. ft.); ober: „ein SlitSjiig ber fjauptftiide aller Sehre aus ber gattjen h. ©cf;rift511 m Unterricht für ftiuber" (Stier, Suth. ft.). SBetttt mau aber itt neuerer Beit bas SBortft.überhaupt jur Seseidmttttg eines populären Sehrbuchs über irgcitb eilten ©egenftanb (ft. berIfSäbagogiE, ber Dbflhauntätt djt, ber Orthographie) oertoettbet Ijat, fo ift bieS Weberetipuologifch ltocfj hiftmifch 51 t rechtfertigen. ®enn feiner SBtlbtutg nad; bebentet baS 2Bort ft.urfprünglich nur beit 2lct beS Unterrichtens, nicht ben Stthalt, bas f)3enfitm beS Unterrichts, unboo:t beit nicht chriftlichen ©chriftftelleru ift es gar nidjt, Oott ben ffirchenfhriftftellent aber immerin einer biet ettgern Sebeutung gebraucht worben, aus ber basfelbe ebeufowettig hcrauSgejogeitwerben bitrfte, Wie bie Sitel „Sibet" mtb „©efaugbuch" ohne eine gewiffe fßrofanatiou nidjt aufjebes SReügionS» ober Sieberbttd; gefeüt werben föititcit.

**) Selege bafiir bei ©effdett, a. a. O. ©. 17 ff.

***) Saljer befinirt ber Vocabularius predicantium beS 3oh. fDlelber Oon @erolähof ei U15. 3ahl'h., beit ft. als „Underwyssung in den gruntlicben sticken des gloubens: pateruoster, credo, septem sacramenta.“