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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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Kauf.

2Biffen8, namentlich and) aus ben 9iaturmiffenfdjaften, bereichert unb feinen ©djarffimtburd) matbcmattfdje unb philofophifdje ©tubien geübt ttnb gebilbet. SDUt iueld) großenHoffnungen tonnte er fd)ott beSl^alb feinen neuen 93eruf antreten! ©aju fam abernod), baß bie 3 e it / 'oo ein in fid) unabhängiger unb freier ©eift .feine Ueberjeugungenungel)inbert unb ungefährbet auSfprcdjen fonnte, nod) niemals fo günftig geWefen mar,als bamalS in fßreußen. ©enn auf bem ©prone fßreußenS faß bamalS griebrid) ber©roße, ber, wie er felbft ein freier unb fraftiger ©eift mar, fo and) bie Sleußerangenfräftiger unb freier ©eifter, joie fcl)r fie auch neu bem Herfbinmlidjen abWeid)en modj sten, nid)t bloß bulbete, foubent and) förberte unb ber, mie er felbft ein fßljtlofophmar, fo and) naturgemäß bie lleberjeugung hegte unb praftifd) geltenb machte, baßnur eine bötlig unbel)inberte Sehrfreiheit *bie eigentlidje SebcnStuft ber fßh^ c f 0 h^ e frt3'oar hat griebrid) ber ©roßc für Kants äußerliches gortfommen nid)t siet ge=than, obgleich er ihn hodjadjtete. 3n ben erften 10 3al)reu, nadjbetn Kant als ©ocentin Königsberg aufgetreten mar, waren griebrid) ber ©roße unb feine üDtinifter mit benpolitifd)eu 3rttoerIjättniffen, uamenttid) mit bem fiebenfäl)rigen Kriege unb feinen goI=gen oiei ju feljr befdjäftigt, als baß eine befonbere 9iüd'fid)t auf K. hätte genommenmerben fönneu. ©pater würbe er burd) EabinetSorbreS unb SÜtinifterialerlaffe bemEuratorium ber Unioerfität briugenb empfohlen, ol)ne baß fid) für il;n 3 unädjft einepaffenbe ©teile finbeu wollte, ©o fam eS benn, baß K. bolle 15 3al)t'e ißrioatbocetttblieb, obgleich er burd) bebeutfame ©djriften unb burd) feine Sehrtljütigfeit fid) als einenber fdjarffiunigften Köpfe angefiinbigt hatte unb fortwal)renb erWieS. Erft 1770 Würbe erorbentlid)er fßrefeffor ber Sogtf unb SDietaphhfif nrit einem ©ehalte bon 400 ©fjatern,ber erft fpäter auf 600 ©l)lr. erhöht Würbe. 9lud) nachher erhielt er bon griebrid)felbft unb bon feinem einfidjtSbcHen -Dfinifter bon ßeblih mieberl)olt bie größten 93e=weife ber Hodjadjtung. ©o würbe il)m g. 93. im 3. 1774 bie orbcntlidje ißrofeffurber fßljilofophte in Hatte mit einem ©ehalte bon 800 ©Ijlr. f° briugenb unb fo freunb=fid) unb mieberljolt angeboten, baß Wol)I unter Huberten faurn einer biefer 2lufforbe=rang würbe wiberftauben haben; bod) fd)lug er biefeS Slnerbieten runbweg auS, ba erfid) in Königsberg frei füllte. 916er fo banfbar aud) K. für foldje 93eWeife ber 2lner=fennung bon ©eiten beS großen Königs unb feines SRinifterS fein mochte, fo war bod)beS größte ©nt, baS ihm als einem fo fdjarffinnigen unb neue 93al)nen bredjenbenSDianne gemährt werben fonnte, baß er feinen ©eift in 9Bort unb ©d)rift bötlig freiauSfpredjen burfte, fo lange griebrich ber ©roße lebte; unb biefe greifet War für ihnum fo wertl)bot(er, ba gar inandje Siefultate feiner fßljilofophte mit ben hergebrachten2lufid)ten über 7©h ec t!ogie unb ißolitif in SBiberfprudj ftanben. ©o waren benn alleinneren unb äußeren 93ebinguugen in einem ©rabe erfüllt, baß K. einer ber be-bcutenbften unb Wirffamften UnioerfitätSlel^rer Werben fonnte, bie ©cutfdjlanb jemalsgefel)en l;at. Unb als foldjer ift er faft ein halbes 3al)rl)unbert bie größte ßt^rbe berKönigSberger Unioerfität gemefen, unb hat fid) eine unbegrenjte 9ld)tung erworben.ES liegen über feine afabeuüfdje Sd)rtl)ätigfeit bie genaueften ßeuguiffe oieler feiner©djiiler oor, namentlich auch foldjer, bie felbft in ber literarifdjen 9BeIt fpater einegroße fRotle fpielten. Einer ber ooUgiiltigften 3 eu geu ift H^ober. ©iefer hörte bieSBorlefungen Kants ooit 1762 bis 1764 , unb obgleich er fpater oon ben f)3rincipien berKautjd)eu fßljilofophie nid)t unWefeutlid) abwid) unb fogar eine fd)arfe ®egenfd)riftgegen bie Kanifdje Kritif fdjrieb, bie er unter bem ©itet ber SDtetafritif IjernuSgab, foerteilte er bod) ber Seljrthätigfeit unb Sehrfähigfeit Kants baS glänjenbfte 3cugniS,inbem er in feinen 93riefen jur Seförberung ber Hnmanitat barüber golgenbeS fdjrieb:3d) habe baS ©tüd genoffeit, einen iPhäI°T c Hh> en 3 U fennen, ber mein Seprer war. Erin feinen bliihenbften Sapren hatte bie fröl;lid)e SWunterfeit eines 3ünglingS, bie, mieid) glaube, ihn aud) in fein fpatefteS 9llter begleitet, ©eine offene, jum ©enfen ge=baute ©tim War ein ©ifc unjerftörbarer Hrtterfeit nnb greube, bie gebanfenreichftefßebe floß bon feinen Sippen, ©cfjerj unb 2Bifc unb Saune ftanben il)ut ju@ebot, unb