3ugenbleetürc, Sugenbtiteratur.
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•mau Cie Mnber gu geitig tefen lehre. SOßie ft^tuer eS ift, für bie frühreifen (leinenPefer eine nur irgenfc angemeffene Seetüre gu fittben, fieljt man au beit taufenbfältigen öer»unglüdten ®erfud)en ber Meinfinberbudjmacher, beut SerftäubniS ber Meinen burd) finbifdje@pradje unb finbifdjen ©toff ftd) angupaffett. 3n ber Stjat paßt für jenes früheSebenSalter eigentlich nur eine ©efd)id)te, — bie lebenbige Srgählung ber SNutter.SOBo aber biefe natürlidjfte Mnberunterljaltung in beit ©ewohuljeiten unferer 3 e it unter»gegangen ift, ba fei man wenigftens weife genug, ben Meinen, roenn fie nicht an bem©djutbudje genug haben fottep, mit größter 3urücfhaltung eine fleine ©abe nach beranbern gu reichen. Tenn geraoe im garten Filter wirfen bie Sinbrücfe am tiefften unb[egen fid) leid)t böfe ©eWoljnheiten beS SefenS an. gür fpätere SllterSftnfen ift bieSluSwaljl ber Seetüre ergiebiger, muß aber auch hier ber erftarfenben Maft gemäß ge»troffen werben. Namentlich ift baljin gu feljen, baß 6er heranWadjfenbe Änabe nichtbei Mnbergefd)id)tett ftehen bleibe, noch auch gu frühe in höhere Siteraturgebiete einge»führt werbe unb baburd) jene Stafirttjeit fich antefe, bie im 16. unb 17. 3aljre fdjonmit ©djitler unb ©öthe fertig gu fein meint, gür CieS reifere Sitter inSbefonbere mußauch barauf Sebadjt genommen werben, baß bie Ißrioatlectüre gur Sectiire ber ©d)ulein einen angemeffeneu ßufammeuhang trete; unb eS ift beSlgalb, obfdjott bie Seljanb»tung ber beutfd)en Slaffifer, wie fie für biefe SllterSftufe in ber ©<hule eingutretenpflegt, nid;t in beut Greife unferer 23etrad)tung liegt, hoch aud) auS beit einfd)läglichen©chrifteu non |jiecfe, Nub. o. Naumer, Sdl)arbt (Slnleitnng, bichterifche Nteifterwerfeauf eine geift» unb Ijergbilbenbe SBeife gu lefen, 1857), M Neidjet (lieber baS Sefen berbeutfdjeit Slaffifer auf bem Dberghtnnafiunt, in ber 3 e ^tfd)rift für bie öfterreid)ifd)en©ptunafien, 1859. 3) u. a. auch mancher nutzbare SBinf für bie häusliche Seetüre guentnehmen.
5) Sludj bie Snbiuioualität überhaupt forbert befoubere S3erütffic^tigung. TieSeetüre, als ein widjtigeS ©lieb, in ber Sntwicfefung Oer ©efammtbilbung, wirb bieübrigen gactoren berfelbeu unter ftd> gu affociren, fie gu oerftärfen, gu hoben ober aud)gu bampfen, ben ißebanten ber ©djularbeit gu erfrifdjen unb gefdjmeibig gu machen,ben SBiberWiüigen unb Prägen (burd) annehmliche gerat beS Seruftoffes) gur Slrbcit gulocfen haben. Sine entfdjieCene Vorliebe für ein beftimmteS ©tubium wirb, wenn ftean fich berechtigt erfdjeint, burd) gteidjartige Seetüre geförbert, ber Sinfeitigfeitburch angemeffene 33ielfeitigfeit, ber Neigung gur 3eefffitterung burdj ftrenge Sin»heitlidjfeit ber Seetüre entgegenwirft, baS leidjt erregbare Temperament burch be=niljigenbe Seetüre, bie Sefeleioenfdjaft burch praftifche 33efdjäftigung unb äußerfte S3e=febrättfung ber Sefefreitjeit gebätnpft, bagegen bie ©Icidjgültigfeit uitb träge Slbneigunggegen Seetüre, Cie fidj ebenfalls, Wenn auch weit feltner, finbet, burch ftärfere Neige unbmit fpülfe anregenber 23efpred)ung auS ihrer Sitboleng geweeft, ober aud), wenn fie ausUeberfättigung entfpringt, burd) lang anbauernbe Entbehrung geheilt werben müßen.
6) Sbenfo wirb, je nach ber 33efonbert)eit cer ScbenSlage, bie Seetüre in
ber ffißeife gu wählen fein, baß fte ben, unter ben Sinbrücfen beS UeberfluffeS unb einerreich bewegten, großftäbtifdjen Umgebung lebenben au f bie ©tille lanblidjer
SSerhältniffe uttb bie greuben eines in ftd) befdjränften SebenS diniertet, unb bagegettbett anbern auS ber Sinförmigfeit feines länblidj abgefchloffenen SebenS hecattS biegroße SBelt fennen lehrt unb aus ber lähtnenben Nulje gu lebenbigeretn Sewegen auf»ftadjett.
7) Tie eben fo widjtige, als fchwierige Slufgabe, bie bibaftifd)e 3'ugenb»leetüre in einen möglich ft genauen 3ufammenhang mit bem Unterrid)t3plan ber©chttle gu felgen, wirb befonberS ben ©djülerbibliethcfen gufaßen unb unter biefentSlrtifel befprodjen werben.
8) Tie NuffteHung eines 33ergeid)niffeS guter, mit Nücffid)t auf baS Sitter georb»neter 3ugenbfd)riften ift ein bringenbeS 33ebürfniS; aber bie M'äfte eines Singeinenwerben biefer Slufgabe faum gemadjfen fein. Sei ber Ueberfülle unferer Sugenbliteratur