3 ugenblectüre, 3u9enblttetatut.
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ju »erleben, mandje 8 au 8 fpred)en, wag bet grjieljer nicht immer ju fagen oermag, unbfann bamit ungeftört bie fyeiligften gmpfinbungen mecfen unb nähren. — gnblidj übtbie Seetüre au* auf bie äßhetifdje Bilbung beS ßöglingS einen bebeutenben gin=ßuß; wenigstens oermag ein ctaffifd^eS Sud;, wie burdj fitttietjen ©ehalt, fo burd)©djönheit ber gönn, faft mehr als irgenb ein anbereS SRittel, bie Sugenb ju gutem©efdjniad ju gewönnen. SBie eine foldje SBirfung in bem „©efammtauSbrude berBilbung", in bem beutfdjen Sluffatse beS ©djülerS, fid) auSfbrtdjt, !ann jeber aufmerl»fame Sekret erfahren.
Slber folgen ibealen grwartungen gegenüber entfielt im fpinbltd auf tbatfätbücbe3 uftänbe
2 ) bie Befürchtung, baß unfere moberne Sugenblectüre im allge=meinen weit mehr jum Berberben als jum Epeile unferer Sugenbwirfe. ®a 8 Berberbltd)e aber liegt theilS in bem Sntyalte ber Sugenbfdjriften, tl>eilSin ber Slrt unb Sßeife, in weldjer bie Seetüre berfelben betrieben wirb.
®aß ber 3nl)alt unferer Sugenbliteratur ju ben ernfteften päbagogifdjen Befiird)=tungen Slnlaß gebe, bebarf nad) ber oben gegebenen gharafteriftif wohl faum einerweiteren ^Darlegung. ®ie Unwahrheit unb ber maßlofe Bhantaßerei j > b« ®ebanfen=armuth unb bie oft gerabeju ins Säppifdie unb Äinbifdje übergehenbe Srioiaütät, womitweitaus bie uieifteit unferer 3 ugenb= unb namentlich Äinberfdjriften erfüllt finb, mußentfittlic^en unb entneroen, 31 t ®iinfel unb frühreifer fReßepion, ju fRomanhaftigfeit,Berfdjrobenheit unb Btafirtheit führen.
®ocb bie ®efaf)r liegt nidit im 3nhalt allein, fie wirb erhöht unb felbft bie 2 Bir=fung ber an fid) guten 3ugenbfd)rift wirb gefährbet burd) Uebermaß unb Unorb=nung beS SefenS.
3) ®ie Sinberbitcher höben fo weit ju ben friiheften UnterhaltungSbebürfniffenbeS ÄinbeS hinab= unb fo tief in baS Sntereffe ber Sugenb überhaupt eingegriffen, baß oorihnen bie natürlidjfte Äinberunterljaltung, bie tuünblidje grjählung (unb wohl auchber ®efang), immer mehr oerftummt unb bamit eine große päbagogifcfje SBirfung, biefonft bie grWad)fenen übten, oerloren geht unb felbft ins ©egentheil oerfehrt Wirb. .—®ie heilfante ©parf amfeit, welche bie grjälßer bei ber ÜRitthetlung ihrer @d)äfce ganjoon felbft einhielten, fpringt im Sinberbud) jur unoerftänbigften Berfd)Wenbung über.®em 2Rärdjen aus liebem ÜJlunbe laufchte baS Äinb immer wieber, bis eS enblidj felbftbem ftodenben grjäl)ler einjuljelfen wußte; unterm fpören unb SBieberhören erWa*teber Srieb, wuchs bie Suft unb bie Befähigung beS SBiebererjäljlenS an jüngere©efpielen, unb flare Bitber üon unoerWttftUcher Sebenbigfeit festen ßd) als bauernbeSgigentljum in ber (Erinnerung beS ÄinbeS ab. 3eijt — im Äinberbud)e — fliegt biebrennenbe ÜReugierbe an einem Slbenbe ganje fReiljen oon @efd)id)ten burch, unb oonaüen bleibt ber erbeten Bfiantaße nur ein ©eWirre oon nebelhaften BorfteHungen. —®abei geht mit ber ©eWohnheit ber münblichen Ueberlieferung zugleich eine unfdjäfsbarefittlich e SBirfung oerloren. ®enn jene SDlütter nnb ©roßmütter, Bäter unb Santen,bie in unbewußtem, bidjterifdjem ®range unb aus eigenem finblidten ©emüthe h ei 'au 8bie ÜReiftetfchaft in ber ffunft beS grjäljlenS übten, jogen baS Äinb jugteid) mit feßenBanben ber Siebe unb Pietät untuerflid) an fid), unb an ihre ©eßbidßen fnüpften ftchbe 8 l)alb, bis ins fpäteße Sitter anSbauernb, oft bie liebften unb felbft heiügften grinnerungenber Sinbheit, — währettb je£t, im Bud)e, bie ®efd)id)te nichts ift, als @efd)id)te unbber fleine Sefer auch noch ben ®iinfel hat, baß er fi<h nidjt braune erjählen ju laßen,WaS gebrudt im Buche fteht. ®8 wirb wenig helfen, baß man, Wie 3a!. ©laß, SB.gurtmann u. a. fleine @efd)id)ten bruden läßt: „üorjuerjäfßen üon ßRüttern, ©efebwißernunb Sehrern." ®ie Slunft, Äinbern ju erjählen, lernt fich nicht auS Büchern, unb wennfie ftch erlernen ließe, mau wirb bod) bie ©efdßdßen, ftatt fte ju erjählen, ben kleinenjum Sefen geben.
4) 9?od> ein weiterer ©ewinn geht oerloren. ®enn in jener ßeit, oon ber ©ötpe