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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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Snftrumcntalinuftf.

leister unb benjenigen axtgurathen, bie eS mit niujifatifdjen ©tubien evnftlidjev meinen, bie©efdjmacf unb 33erftanb für 3e!)ann ©ebaftian 23ad) haben unb Eraftig genug fiub,

um baS großartigfte alter Snftrumente gu be^errfdjen. ©er Klabierfd)üler männlichen ©e=fd)led)tS tbut ofmefiiu feljr Wohl baran, Wofern er @etegenl)eit bagu hat, fidj mit ber Orgeloertraut gu machen; eS öffnet, ftd) ihm ba eine neue SBelt, unb er wirb fortan nicht mehr8uft haben, an faft= unb Eraftlofe ©alonSmufif feine Singer gu üermietljen. — ©elfenmir und fofort im weiteren Streife um, fo ift eS meift gufäßig, baß ein 3unge an biefeGober jenes 3nftrumeut gerät!), toeil er gerabe biefeß gu hören ober gu fehen ©clegen^eitgehabt hat. Ober fteflt fid) in einem Snftitut baS ©eftberium heraus, baß, um etwas©angeS auSguführen, biefeS ober jenes 3nftrument nod) fehlt, fomit ber eine ober an=bere 3ägüag oeranlaßt wirb, bnSfelbe gu erlernen, ©ie 2Bal)l häugt gum ©heil audiOon phhPW'« äebingungen ab; wer fdjWadj auf ber 93ruft ift, bcn barf man nid)tgu Klarinette, (porn ober ©rompete beftimmen; ebextfo erforbert bie fpoboe nicht nurgefunbe Sungen, fonberit aud) ein eigenthümlicheS @efd)id' beS DJiunbeS, um ftatt berIäd)erlid) nafelnbeu ©chafSftimme, bie baS Snftruxnent im SDiunbe beS Anfängers oottfich gicbt, jenen feinen d)arafteriftifdjen ©on gu ergengen, burd) beu baSfelbc im Ordjeftereine fo touuberbar fdjöne SEBirfuug heröorbriugt. 2lel)ntid) oerhält eS fid; mit terngagott, bem fDiänndjen ber fpoboe; bod) fanu ein gcfunber 23urfd;e fid) barum fd^onfrüher (im 16., 17. 3al;re) an biefeS Snftrument wagen, loeil baSfelbe in gewöhnlicherenOrd;efterfad)en nicht bie bebcutenbe, felbftänbige 9ioße fpielt, wie bie fpoboe. (3ofepI)§at)bn hat fdjou als Snabe bei feinem SSetter, einem ©djulmeifter gu fpaimburg, fammt=lidje 33laS= unb ©aiteninftrumente nebfl bem fßaufenfdjlagen lernen müßen, hat aber,fo gut il;ni baS für feine fpätere fßuljmeSlaufbahn gu ftatten Eam, befenueu müßen,baff er loäljreub jener 3eit mehr ©d)läge als (äffen befoutmen habe.) — 3ft in ber2Bal)l beS 3nftrumentS Eeinerlei ftfücffidjt gu nehmen, alfo nicht etwa baSfelbe 3nftrit=ment in einem @efdjwifter= ober greunbeSfrcife fdjon genügenb oertreten, ift auch burd)entfd)iebene SBorliebc feixte befonbere ©ispofition für ein 3nftrument inbicirt, fo Enttngar lein 3'°eifel fein, baff ber 23ioline oor aßen ber Vorrang gebührt. 9iäd)ft Klarierunb Orgel bebarf fie, bie Königin ber Ordjefteriuftrumente, bei ber Süße unb äftannig*faltigfeit ihres ©oitS, bei ben unenblid) oielen unb feinen ätuSbrudSweifen, Cie berSogenführung gu ©ebot ft eben, am loenigftcn ber 33eit;ülfe anberer Snftrmucutc; tooaber foldje oorhanben finb, ba ift eS loieber bie ©ioline, an bie fie alte fid; am leidj=tefteu anfdjlicßen, burd) bie fie I)ßh etn ©djwung befommeu; fdjon ein Klaoiertrio, nochmel)r ein ©treidjquartett ift ein Ordjcfter im Steinen, baS gang anbere ©onmaffen unb©onfd)önheiten eutmidelt, als ber größte Oraöourfpieler bem Klarier aßein entlodenfanu. ©ie glöte freilid) ift leichter, aber auch Diel ärmer unb einförmiger; fo fdjönfie im Ord)efter in eittgelnen ©olofteßext wirft, fo gut fid) auch >h 1 ' 3ufammextfpiel mitbem-Klarier ober mit ©treidjinftrumenten macht: wenn fie längere 3eit aßein bomi*nirt, fo ermübet il;r ©on baS @el;ör. Uitb wextn audj Meine meIobifd)e glötenbuetteetwas angenehmes finb, fo hat jener graugofe bod) oon hßh ei ' em ©tanbpunct aus 9ted)tgehabt, ber auf bie Srage: „2BaS ift langioeiliger als eine glöte?" bie biinbige 9lnt=xoort gab: ,,3'nei fjlöten." 333er aber im ©tanbe ift, ftd) mit ben miferablen Slrrauge*mentS großer Ord)efteo= unb Kljorwerfe für folc^e Snftrumente gu befaffen (finb hochfelbft g. 58. bie Onoerture gum greifdjüfc, gum Oberon, ja bie ©djöpfung unb ähnlicheSBerfe unfinuigerweife für gwet gißten, für glöte unb ©uitarre lt. f. w. arrangirtworben!), ber ftel)t in ntufifalifdjer 23ilbung auf einem abf<hiiffigen 333ege. — S33a3 oonber 33ioline gefagt ift, gilt in fccunbärer 33Seife and) oon ber SBiola unb bem SSiolouceß,erftere lernt jeher leicht, ber Siolin fpielt, unb aud) baS letztere ift, loenn mit einemMeinen Kyemptar begonnen loirb, einem gefunben Snaben burchauS nid)t gu fd)wer.

' Kontrabaß Eann erft bei ftarferem 9Bud)fe erlernt werben.*)

*) Sie Secbnil beö Unterrichte auf beu eingetnen 3nffrumcnten barjuftetten, ift nicht btefeäOrte; wir begnügen unb, übrigens mit Erinnerung an bae oben über bie Sehrbücher ©efagte,