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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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ijnfttumcntalinuftf.

baS SDiitfingen bet einem Kird)end)oral ober bet einem Sieberfefte. Gis ift bal)er nidjtSmeniger als ein 3 ei£ iJ en mirflidjen gortfdjrittS ber allgemeinen mufifalifdjen SSiibung,menn 3 toar allenthalben gefuttgen, unb toäre eS auch Bierftimmiger ©efang, aber beftomeniger gefpielt mirb; bie ©djullel)rer namentlid) haben in früherer geit, mo ihrermehrere tüdjtig 33iothi, ©laßier ttnb Drgel fpielten, eine höhere mufifatifcf)e 33 ilbungbefeffett, als ju ber ßeit, ba fie in ber ©djule, in Konferettgen unb bei geften unenblidjBiel fangen, aber Bott ©eigenquartetten, t>on Slaoiertrio’S toenig mehr mußten unbmollten. Um eS gerabe heraus 31 t fagen: nur bie Snjtrumentalmujif ift abfolute ÜKujtf,rein aus tnuftfalifdjer Duelle entfprungen. Der Saie, ber offen gefielet, er höre @efanglieber, als eine ©pmphonie, als ein Duartett, meil, mie biefe Sccorjugung itteift er=flärt mirb, man beim ©efang bod) auch nerftehe, um maS eS fid) hanble, — gefte^teben bautit, baß er nod) gar uid)t meiß, maS SDcttfif ift. 33on gemiffer ©eite mirb bie©eringfdjähung ber Suftrumentalutufii fogar religiös inotioirt; man fleht bie Ie(jtereals etmaS an fid) fchon meltlidjeS an, mährenb ber ©efang burd) ben religiöfett ©elijalteines XeyteS fid) aud) jur religiöfen 23ilbuttg mehr 31 t empfehlen fdjeint. Der ©efangfann bod; fpeciftfd) fKeligiöfeS auSfpredjert; baS Snftrument rebet nid)t in 33ibelfprüd)enober ftatcdjiSmuSfäfeett, meil eS überhaupt nidjt rebet. (©0 hat 3 . 33. ßtambadj infeinem mohluntermiefenen Snformator, 1742 , ©. 192 , große 33ehutfamfeit in ^BetreffbeS 3nftrumentenfpielS geforbert; unb felbft ttod) ©laus §armS hatte Suft, ber Drgelbeim ©otteSbienft baS taceat mulier in ecclesia auf 3 uerlegen, meil fie ja 3 U feiner be=ftimmten Religion fid) belenne. ©. f. fßaft. Dheol. II. günfte 3febe.) 2Benu uttfereSäuern, mo fie eine ©eige hören ober fehett, an ©djenfe unb Xangboben benl'en, fo iftihnen baS 3 U Beleihen, benn fie hören fein Drd)efter eine 9 Jio 3 art’fd)e ober 33eetI)onen=fd)e ©t)tttphonie aufführen; menn aber gebilbete Seute, bie ©elegettheit haben, 5 a hören,mie 33ad), mie fpänbcl auch öer ftirdje bie 3Jtad)t ber Snftrumentalmufif 3 ur 6 r=fd)einung fontmen laffen, — menn foldje nod) Urtheile jener 31rt fällen, fo ift baS eine33efd;ränftheit, bie menigftenS uns anbern 3 u 3 utnuthen feiner baS 8 Jedjt hat. 353erüberall fiel) fd)on Bon bent SCBefen biefer 333elt umflutet fielet, mo nicht d)riftlid)e Dog*matif unb @tl)if in pontiflcalibus auftreten unb baS 333ort führen, ber foll menigftenSnidjt mahnen, er ftehe fefier unb murgle tiefer im ©hriftentljum, .als mer in allem©roßen uttb ©uteit, 353al)reii unb ©d)önett, maS ihm in üftatur ober Kunft, in 3Biffen=fchaft ober Seben begegnet, eine Offenbarung ©otteS erfennt unb genießt.

Saffett mir aber bieS beruhen, fo fteHt fid; bie ©ad)e für uns eittfad) fo. ©ollbie Xcnfunft unter unS, als einer gebilbeten Nation, nid)t ftnfen, fett uns nicht baSuttBergleidjlid) §errlid)c, maS gerabe bie beutfdjen SUfeifter für bie 3nftrunientalmuftfgefd)affen haben,*) umfonft gegeben fein: fo muß aud) baS nad)mad)fettbe @efd)led)tbefähigt merbett, bie 3nftru:nental=353erfe berfeiben auS 3 uführen. 2llfo: bie 3ugenbmuß — um populär 3 U fpredjen — geigett unb pfeifen lernen, batuit bie Kunft nid)tBon ihrer §öhe Ijerabfinfe. Stbcr aud) umgefehrt: bieSugenb muß 3 U biefer §öl)e empor*geführt merben um ihrer felbft mitten, um alles beS eblen uttb reittett ©enuffeS, allerber geijtigen S3elebung unb Kräftigung fähig unb tl)eilhaftig 3 U merben, meld)e bieferIpauptsmeig ber Donhtnft gemährt. 37id)t als ob beShalb ber ©efang 3 urücf 3 ubrängenmäre, bie 33egabuug beS ©d)üterS mirb Dem Sehrer omt felbft 3 eigen, nad) meldjer ©eitehin er BoptugSmeife 3 U arbeiten hat; aber and) ber ©änger mirb immer einen unge*meinen ©eminn baBon haben, menn er sugleid) ein 3n)trument fpielt, unb einen fühlbaren©(haben, menn er nidjts berg(eid)en gelernt hat, alfo itid)t einmal im ©taube ift, ftdjein JMeb 31 t accompagniren. 3Bie gan 3 anberS ift ber ©änger 3 unt fidjern ©reffen be»

*) Staliener unb granjofen fcbrei&en feine ©pmpfmnien unb Ouartette, fte mißen marunt;menn fte für Snftrumente fcbretBen, fo iß es entmeber bie oberflääblidjfle ©alonStntiftf, ober fmbes SraBourftitcfe für SBirtuofen, ober im bücbflen galt „fpmpbonifdje Sichtungen“, eine Sar*jletlung ber SGßüfle u. bgl., alfo feine SQiuftf, bie für ftcp als SDtufif etmaS Bebeittet.